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Kommissar Rosic – Band 0

Rodolphe Bringer
Kommissar Rosic
Band 0
Rosics erstes Verbrechen

An einem Aprilabend war Jean Bizart, ein Landarbeiter aus Châteauneuf-du-Rhône, zur Arbeit nach Donzère gegangen und hatte sich dort noch mit Freunden verweilt. Erst in stockfinsterer Nacht machte er sich auf den Heimweg. Der Himmel war neblig, und man konnte kaum vier Schritte weit sehen. Plötzlich stolperte Jean Bizart in der Dunkelheit über etwas, das er für einen Stein hielt. Er bückte sich, tastete im Schatten umher und hob einen sehr schweren Sack voller Münzen auf. War es Silber? Große Kupfermünzen? Jean hatte nicht die Neugier, sofort nachzusehen, denn er hatte es eilig, nach Hause zu kommen, wo seine Frau sich sicher schon Sorgen um ihn machte. So setzte er seinen Weg fort, den Kopf voller Gedanken über den Fund, den er gerade gemacht hatte.

»Du kommst aber spät!«, sagte seine Frau, als er das Haus betrat.

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Westward! Ho! – Erinnerungen eines Trappers – Kapitel 52

Mehrere Männer von einem tollwütigen Wolf gebissen – Ankunft zweier Eutaw-Frauen von den Snakes im Lager – Wilde Johannisbeeren, Stachelbeeren usw. – Mexikanische Indianer

Etwa um diese Zeit erfuhren wir, dass zwei Personen, die beim letzten Rendezvous von einem Wolf gebissen worden waren, verstorben oder plötzlich verschwunden waren. Die Umstände wurden während der Eile und des Trubels am Rendezvous-Platz versehentlich nicht in meinem Tagebuch festgehalten, obwohl sie zu jener Zeit großes Aufsehen erregten. Sie trugen sich wie folgt zu: Während wir alle eines Nachts schliefen, lief ein Tier, von dem man annahm, es sei ein Hund, durch das Lager, biss mehrere Personen im Liegen und verschwand dann.

Am nächsten Morgen zeigten die Gebissenen erhebliche Angst unter der Befürchtung, das Tier könnte mit der Wasserscheue (Tollwut) infiziert gewesen sein. Mehrere von ihnen nahmen ihre Gewehre und gingen im Lager umher, wobei sie alle verdächtig aussehenden Hunde erschossen; sie konnten jedoch nicht mit Gewissheit feststellen, ob einer davon tatsächlich tollwütig war. Im Laufe des Tages traf die Nachricht von der R. M. F. Co. (Rocky Mountain Fur Company) ein, die ein kurzes Stück unterhalb von uns auf derselben Flussseite lagerte, dass in der Nacht ebenfalls mehrere Männer in ihrem Lager gebissen worden waren und man am Morgen einen Wolf, Weiterlesen

Der Kurier und der Detektiv – Kapitel 26

Allan Pinkerton
Der Kurier und der Detektiv
Originaltitel: The Expressman and the Detective
Chicago: W. B. Keen, Cooke & Co., 113 and 115 State Street. 1875

Kapitel 26

Am 27. Januar hatte ich einen sehr arbeitsreichen Tag, und unter zahlreichen anderen Paketen gab es vier, die meine Aufmerksamkeit erregten: eines für Charleston, South Carolina, über 2500 Dollar und drei für Augusta, Georgia, über 30.000, 5.000 beziehungsweise 2500 Dollar. Chase sollte am Morgen auf Tour gehen, und das war der Moment zum Handeln. Ich besorgte mir einen alten Koffer, der im Büro herumlag, und packte ihn voll mit verschiedenen Gegenständen, darunter vier Kisten Zigarren. Früh am Morgen war ich bereits im Büro. Chase kam bald herein, zog seinen Safe an den Schalter und begann, die auf dem Frachtbrief vermerkten Pakete abzuhaken, während ich sie aufrief und in den Beutel legte. Hätte er die Firmenvorschriften befolgt, hätte er jedes Paket einzeln in die Hand nehmen und in den Beutel legen müssen, aber er erlaubte mir leichtfertig, die Beträge aufzurufen und die Pakete selbst zu Weiterlesen

Expedition ins Ewige Eis: Wo die Mythen lebendig werden

Expedition ins Ewige Eis: Wo die Mythen lebendig werden

Grönland ist nicht bloß die größte Insel der Erde – es ist ein Grenzland. Hier, wo der Permafrost die Zeit konserviert und das Nordlicht wie flüssiges Magie-Feuer über den Himmel tanzt, ist die Membran zwischen unserer Welt und dem Jenseits so hauchdünn wie das erste Eis im September. In der endlosen arktischen Nacht, in der der Wind nicht bloß weht, sondern in vergessenen Dialekten flüstert, haben die Inuit eine Mythologie gewoben, die so unerbittlich und faszinierend ist wie die Gletscher selbst.

Willkommen in der Welt der Geister und Monstren. Wir werfen einen ersten Blick hinter den Schleier des grönländischen Schreckens.

Sassuma Arnaa: Die Herrin der Abgründe

Sie ist die unangefochtene Regentin des Nordatlantiks. Während wir sie im Rest der Welt oft als Sedna kennen, nennen die Grönländer sie ehrfurchtsvoll Sassuma Arnaa – die Mutter des Meeres.

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Der Detektiv – Band 31 – Eine leere Streichholzschachtel – Teil 3

Walter Kabel
Der Detektiv
Band 31
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Eine leere Streichholzschachtel – Teil 3

Der Speisesaal in Boorstettens Marmorpalais beherbergte am nächsten Abend eine Gesellschaft von zwölf Herren. Die Stimmung bei Tisch war von vornherein dank Harsts glänzender Laune und dank Rechtsanwalt Templeteys beißendem Witz die allerbeste. Templeteys Nase glühte in allen Farben. Er liebte einen guten Tropfen. Außer dem Advokaten, Hauptmann Plavarston und uns waren noch ein paar Großkaufleute und vier ältere Offiziere der Garnison Singapur anwesend.

Harst saß links neben Boorstetten. Ihnen gegenüber hatten Templetey, ich und Plavarston ihre Plätze. Plavarston war ein stattlicher, hübscher Mann. Ich schätzte ihn auf kaum dreißig Jahre. Er und Advokat Templetey schienen sich nicht zu lieben. Wenn sie miteinander sprachen, geschah es stets in spitzen, ironischen Redewendungen. Plavarston hielt sehr viel auf sein Weiterlesen