Inspektor Pinson – 03
Inspektor Pinson
Nach den Texten, die 1907 in der illustrierten Volks-Familienzeitschrift MON BONHEUR erschienen sind
Der Sohn des Kaisers entgeht dem Tod
Von Jacques Bellême
Der Zufall wollte es, dass Geheimdienstinspektor Pinson an diesem Tag über die Pont de la Concorde ging.
Es war an einem Donnerstagnachmittag. Während seine Aufmerksamkeit auf die Lastkähne gerichtet war, die von einem Schlepper flussaufwärts gezogen wurden, kamen die Schüler eines Internats an ihm vorbei. Sie wurden von einem Hilfslehrer beaufsichtigt, den diese Aufgabe nicht allzu sehr zu amüsieren schien. Die jungen Männer, alle um die zwanzig Jahre alt, trugen Ledergamaschen an den Beinen und hielten eine Reitgerte in der Hand. Sie kamen gerade von ihrer Reitstunde zurück.
Das wäre weiter nicht bemerkenswert gewesen, hätte nicht das Gespräch zweier junger Männer, die sich auf Deutsch unterhielten, plötzlich die Neugier des Polizisten geweckt, der diese Sprache sehr gut verstand.
Inspektor Pinson – 02
Inspektor Pinson
Nach den Texten, die 1907 in der illustrierten Volks-Familienzeitschrift MON BONHEUR erschienen sind
Wie starb Dmitri Tcherkow?
Von Jacques Bellême
Der Bahnhofsvorsteher nahm gerade mit dem Wachtmeister der Gendarmerie im Café des Voyageurs einen Aperitif zu sich, als sie Herrn Pinson vorbeigehen sahen. Niemand in der kleinen Stadt wusste, dass er Inspektor bei der Sûreté war, aber jeder kannte ihn, da er sozusagen jeden Sonntag regelmäßig zu Besuch kam, um seine hochbetagte Mutter zu sehen, die sich schon vor langer Zeit nach Mainville zurückgezogen hatte. Man wusste zwar, dass ihn seine Arbeit in Paris festhielt, aber das war auch schon alles. Jeder kannte und schätzte ihn, denn er war nicht arrogant, gab jedem freundlich die Hand und lehnte es nie ab, ein Getränk anzunehmen oder eines auszugeben.
Er ließ sich also nicht lange bitten, als der Bahnhofsvorsteher ihn einlud, sich an seinen Tisch zu setzen, und erkundigte sich auch gleich nach dem werten Befinden des Wachtmeisters Planteau und dessen Gattin.
Inspektor Pinson – 01
Inspektor Pinson
Nach den Texten, die 1907 in der illustrierten Volks-Familienzeitschrift MON BONHEUR erschienen sind
Das spurlose Verschwinden von Professor Kowalski
Von Jacques Bellême
Die Laboratorien des Bakteriologen Professor Kowalski befanden sich seit fast zwei Jahren auf einem großen Anwesen in der Umgebung von Paris, das ein großzügiger Spender dem Gelehrten zur Verfügung gestellt hatte. Dieser, dessen Forschungen die wissenschaftliche Welt in Erstaunen versetzt hatten, hatte – obwohl gebürtiger Pole – sein gesamtes Studium in Frankreich absolviert, und seine Entdeckungen hatten ihm höchste Auszeichnungen und größte Ehren eingebracht.
Das Gut La Chesnaye, von seinem Besitzer schon lange vernachlässigt, hatte sich in einem Zustand fortgeschrittenen Verfalls befunden, als Kowalski es übernahm. Obwohl er selbst nur über begrenzte Mittel verfügte, wurden dem Professor weitere Gelder zur Verfügung gestellt, damit er seine Forschungen fortsetzen und erfolgreich zum Abschluss bringen konnte.
Er führte dort ein recht zurückgezogenes Leben, das er mit seinem Assistenten Charles Baudon und einigen Studenten teilte, die Weiterlesen
Jim Jackson – Ein zwölfjähriger Detektiv
Jim Jackson
Detektivgeschichten
Ein zwölfjähriger Detektiv
Wir hatten im vorherigen Kapitel den kleinen Jim dabei zurückgelassen, wie er darüber nachdachte, wie er den Mörder des alten Italieners Escassiori ausfindig machen könnte.
Jim hatte sich noch nicht bewegt, als seine Mutter aufstand. Sie pflegte ihn gewöhnlich bis kurz vor der Zeit schlafen zu lassen, zu der er zur Schule musste, da sie als verwöhnende Mutter wusste, wie süß den Kindern die letzten Minuten in der Wärme des Bettes erscheinen.
Sie ging ihren täglichen Hausarbeiten nach, als sie sich umdrehte und sah, dass ihr Sohn sich bereits anzog.
»Schon auf?«, fragte sie.
Jim Jackson – Der Drehorgelspieler
Jim Jackson
Detektivgeschichten
Der Drehorgelspieler
Während Jim Jackson auf seinem Schmerzenslager liegt und den infamen Notthingham verflucht, der ihn mit einer Bombe verletzt hat, wollen wir ein wenig über die Kindheit unseres Helden sprechen und von dem ersten Kriminalfall berichten, in den er verwickelt wurde. Wir werden sehen, wie ein dramatischer Mord seine Berufung besiegelte, als er kaum zwölf Jahre alt war.
Jims Vater war ein sogenannter Businessman. Durch zahlreiche Geschäfte hatte er in kurzer Zeit ein enormes Vermögen erworben, es jedoch nach einem unglücklichen Spekulationsgeschäft an der Börse ebenso schnell wieder verloren. Der Verlust von so viel Geld hatte den Vater so tief erschüttert, dass er einen Schlaganfall erlitt. Trotz der fürsorglichen Pflege, die ihm zuteilwurde, starb er, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.
Seine Frau, die als Witwe mit dem kleinen, damals erst zehnjährigen Jim zurückblieb, war tief betrübt, denn sie hatte den Mann Weiterlesen
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