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Dark Empire

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Krimi/Thriller

Weißer als Schnee

C. S. Montanye
Weißer als Schnee

In der Unterwelt der großen Metropole war es üblich, dass Slim Hanley seit Langem einen Groll gegen einen Neuling hegte, der bekanntlich Mike, die Maus genannt wurde. Wie es dazu gekommen war oder warum Hanley die Maus hasste, schien niemand gründlich zu verstehen, aber es war Klatsch in den Cafés, Spielhöllen und Spelunken. Slim beabsichtigte, die Maus zu kriegen und ihn zu erwischen.

Wären die Umstände der Feindschaft bekannt gewesen, hätten jeder der Anwesenden verstanden, dass Weiterlesen

Und auf der anderen Seite – Mord! Die Auflösung

Betty Pierce
Und auf der anderen Seite – Mord!

Wie gut sind Sie im Lösen von Rätseln? Hier ist eine kleine Rätselgeschichte, in der alle Anhaltspunkte präsentiert werden.

Der Mann saß halb auf einem großen Stuhl in seinem Schlafzimmer. In seiner rechten Schläfe befand sich ein schwarzes Loch, aus dem Blut in sein Gesicht geflossen war, das den Kragen und die Schulterpartie seines Morgenmantels durchtränkte und auf den Boden tropfte. Unter seiner schlaffen rechten Hand, die Weiterlesen

Rückhand mit Schnitzel

Rückhand mit Schnitzel
Eine Crimestory von Mike Bauser

Berlin, Kottbusser Tor, Dienstag kurz nach fünf.

Der Nachmittag geht zu Ende, genauso wie der Arbeitstag vieler Berufstätiger.

In zwei Stunden ist es dunkel, denkt Robert Hecktheuer und beschleunigt seine Schritte, dann werden diese Wichser wieder aus ihren Löchern kriechen.

Er schlägt den Kragen seiner Jacke hoch, nimmt den Kopf zwischen die Schultern und humpelt so schnell, wie es sein steifes Bein zulässt, in die schmale Seitenstraße hinein, in der er schon seit fünfzehn Jahren wohnt.

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Reklame muss sein!

W. Granville Schmidt
Reklame muss sein!
Eine Gaunergeschichte
Aus: Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens, 1914, Band 2

»So, das hätten wir hinter uns! Achtzehn Monate in diesem Kasten nehmen doch bös’ mit.«

Der Sprecher, ein ungefähr dreißigjähriger Mann mit scheuem Blick und verschlagenen Gesichtszügen, warf noch einen hasserfüllten Blick auf den düsteren Backsteinbau des Zentralgefängnisses und zog dann die schwere eiserne Ausgangspforte hinter sich ins Schloss.

Sein jüngerer Gefährte nickte und entgegnete in einem Anflug von Galgenhumor: »Vorteilhaft haben wir uns Weiterlesen

Ein psychologisches Problem

Ludwig Habicht
Ein psychologisches Problem
Eine Kriminalnovelle aus dem Jahr 1864

»Ich langweile mich entsetzlich hier«, begann in einer kleinen Gesellschaft von Juristen der junge Staatsanwalt Dr. jur. Heller. »Was habe ich zu richten? Nichts als Diebstähle, Gaunereien! Nicht ein einziger bedeutender Fall, kein psychologisches Problem!«

»Sie sind köstlich, Staatsanwalt«, scherzte ein alter Rat, »sollen sich die Leute totschlagen, um Ihnen psychologische Studien zu geben? Ich danke Gott, dass in unserer Provinz die Verbrecher noch nicht so schlau und verschlagen sind wie in Euren großen Städten.«
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Aus dem Tagebuch eines Kriminalkommissars

Kriminalbibliothek 19. Jahrhundert
Hermann Friedrich Friedrich
Aus dem Tagebuch eines Kriminalkommissars

Fall 1

Auf der Fährte des Mörders

Kein Beruf bietet mehr Gelegenheit, das Menschenherz mit all seinen verborgenen Tiefen und Leidenschaften gründlich kennenzulernen, als der des Kriminalbeamten. Seine Lebensaufgabe ist, bei allen Verbrechen, die geschehen, dem Urheber und dessen inneren Beweggründen nachzuspüren. Da fällt dann vor dem scharf beobachtenden Blick manche Weiterlesen

Liebe

Liebe

Meine Frau und ich waren schon seit mehr als zwanzig Jahren verheiratet. Es gab gute und weniger gute Zeiten, was aber meiner Meinung nach auch normal ist. Keine Beziehung ist perfekt und unsere war es vermutlich auch nicht. Kinder waren uns verwehrt geblieben. Damit musste allerdings mehr meine Frau kämpfen als ich. Meine Rolle war natürlich die des Ernährers und ich gab alles, um dieser gerecht zu werden. Mein Beruf als Buchhalter mochte sicherlich kein sehr spannender sein. Zumindest für Außenstehende. Denn ich war Teil einer Agentur und wir hatten nur einen einzigen Kunden: den vermutlich größten Gangsterboss der Vereinigten Staaten von Amerika. Meine Stärke war nicht nur die Diskretion, die so ein Beruf mit sich bringen musste, sondern meine Veranlagungstechniken. Steueroasen waren dabei nur ein kleiner Teil. Ich hatte ein riesiges, sehr undurchsichtiges Geflecht aus Scheinstrukturen in ganz Europa geschaffen. Die Finanzbehörde mochte vielleicht Weiterlesen