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Gator, der Söldner

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Horror

Das Mordloch

Das Mordloch

Vor etwa dreihundert Jahren lag auf dem Anwesen von Lord Cassilus zwischen Ayrshire und Galloway ein großes Moor, das von keinen Bäumen und keiner Vegetation gesäumt wurde.

Es wurde gemunkelt, dass dort ahnungslose Reisende überfallen und ermordet worden seien und dass keine Untersuchung jemals enthüllte, was mit ihnen geschehen sei. Die Menschen in einem nahegelegenen Dorf glaubten, dass sie mitten in der Nacht manchmal einen plötzlichen Schrei der Qual hörten. Ein Schäfer, der sich verlaufen hatte, erklärte einmal, dass er drei mysteriöse Gestalten gesehen hatte, die miteinander kämpften, bis eine von ihnen mit einem schrecklichen Schrei plötzlich in die Erde sank. Dieser Ort war so furchteinflößend, dass schließlich niemand dort blieb, außer einer alten Frau und ihren beiden Söhnen, die zu arm waren, um zu fliehen, wie es ihre Nachbarn getan Weiterlesen

Review: Tageslicht

Torsten Rybka
Tageslicht
Eine Horror-Kurzgeschichte
Erstveröffentlichung auf dem alten Geisterspiegel am 23. Oktober 2006

»Leben? Du willst so leben … wie früher?«
Eine Faust traf Helmut mitten ins Gesicht, die Wucht des Schlages schleuderte ihn durch den Raum.
»Leben, wieder als Mensch? So wie früher? Arbeiten … nach Hause kommen … Familie haben …? Das kannst du vergessen!«
»Aber …«
»Was aber? Nichts aber!«, zischte Helmuts Gegenüber.
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Review: Kinderwunsch

Sieglinde Breitschwerdt
Kinderwunsch
Erstveröffentlichung auf dem alten Geisterspiegel am 13. 10.2006

Konstanze kauerte auf der Couch und brütete stumpf vor sich. Seit Tagen quälten sie düstere Gedanken – waren gegangen und wieder aufgetaucht. Nervös nagte sie auf ihrer Unterlippe, immer wieder huschte ihr Blick zur Uhr. In einer Stunde war Mitternacht. Sollte sie Rokavo anrufen? Sollte sie ihm sagen, dass sie wirklich bereit war? In ihrer Verzweiflung hatte sie vor ein paar Wochen diesen Magier aufgesucht und ihn um Hilfe gebeten. Ein eisiger Finger strich über ihr Rückgrat, als sie zurückdachte – doch Einzelheiten dieser Begegnung waren ihr entfallen. Erst später, als sie längst zu Hause war, bemerkte sie eine kleine blutende Wunde auf ihrer linken Brust und ein merkwürdiges, fünfeckiges Weiterlesen

Psychroalgia

PsychroalgiaPsychroalgia

Marc drückte das Gaspedal des Mercedes Sprinter bis zum Anschlag durch, denn er wollte auf gar keinen Fall später als nötig zu Hause ankommen. Nicht an diesem besonderen Tag. Die lang erwartete Aussprache mit seiner Frau stand heute Abend auf dem Programm. Heute würde er Nägel mit Köpfen machen, sagte er sich. Er hatte ihr Desinteresse ihm gegenüber mehr als satt und das ewige Genörgel über seinen, wie sie es auslegte, dauernden Alkoholgenuss ebenfalls. Sollte sie doch gehen. Andere Mütter haben auch schöne Töchter, dachte er spöttisch und lächelte in sich hinein. Ihre dreizehnjährige Ehe, die eigentlich nur noch einer Wohngemeinschaft glich, sank somit auf den absoluten Nullpunkt. Eine Lösung musste gefunden werden, bevor die Situation völlig aus dem Ruder lief. Das tatsächlich er der treibende Keil war, der die Tür ihrer Beziehung versperrte, kam ihm nicht in den Sinn. Aber das würde sich an diesem Abend klären, schwor er sich.
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Das Geisterflämmchen

Die-Geister-Zweites-BuchChristoph Wilhelm Meißner
Die Geister
Zweiter Band
Berlin 1805, bei Oehmigke jun., überarbeitet 2016

Das Geisterflämmchen

Mutig trabte Theodor vorwärts, um noch vor Abend den Ort seiner Bestimmung zu erreichen. Aber kaum hatte er die Hälfte des Weges im Rücken, so verirrte er sich in den vielerlei Fußstegen, die sich einander durchkreuzten. Es war ihm nicht möglich, so weit sein Blick reichte, irgendeinen sichtbaren Gegenstand um sich her zu entdecken, als die tote, graue Heide, die ihn umgab, dass er endlich ganz ungewiss wurde, welchen Weg er nehmen sollte.
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Der lebhafte Traum

Die-Geister-Zweites-BuchChristoph Wilhelm Meißner
Die Geister
Zweiter Band
Berlin 1805, bei Oehmigke jun., überarbeitet 2016

Der lebhafte Traum

Durch den langen und ehemals so gefährlichen Spessart reiste einst ein Mann ganz allein. Der Tag sank hinter die Hügel, der Himmel trübte sich, der Wind erhob sich heulend, schlängelnde Blitze spalteten die Wolken, fürchterlich brüllte der Donner, und der Regen fiel in Strömen herab.

Vergebens suchte unser armer Wanderer, der vor Kälte und Nässe starrte, sich zu schützen. Vom Hals seines Weiterlesen