Ausschreibung

Dark End

Archive

Folgt uns auch auf

Phänomene und Legenden

Elbsagen 27

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

27. Der Spielmann am Niederpoyritzer Damm

In der Nähe des Dorfes Niederpoyritz bei Pillnitz war einmal ein Reitersmann erschlagen worden. Weil er ohne Beichte und Absolution dahingefahren ist, kann sein Geist keine Ruhe finden und erschreckt zur Mitternachtszeit die Vorübergehenden. Einmal war zu dieser Stunde ein Prager Fiedler dorthin gekommen, ein kecker Bursche, der den Teufel selbst nicht fürchtete. Der hatte sich an dem dort befindlichen Erlenbusch niedergesetzt, seine Fiedel Weiterlesen

Aus dem Wigwam – Das Totenfeuer

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Das Totenfeuer

enn ein Indianer den Weg alles Fleisches gegangen ist und den ewigen Schlaf begonnen hat, so legen seine Anverwandten den Leichnam in einen Sarg von Birkenrinde und stellen denselben so lange auf ein hohes Gerüst, bis der Körper vollständig verwest ist. Damit der Geist, der sich nach der Meinung der Indianer noch einen Monat lang bei seiner ehemaligen Hülle aufhält, keine Not leide, werden rundum Körbe voller Speisen und vollgestopfte Tabakpfeifen aufgehangen. Ist es Winter, so wird während dieser Zeit ein mächtiges Feuer unterhalten, damit der Geist nicht friere und der Körper gegen hungrige Wölfe geschützt sei.

Den Ursprung dieses Totenfeuers erzählt sich der Odschibwä-Stamm auf folgende Art:
Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 31

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der wilde Fraustein

Der wilde Fraustein befindet sich im Wald zwischen Grünberg und Laubach. Man sieht daselbst einen sehr großen, platten Stein, in welchem eine Vertiefung ist, die dem Griff einer menschlichen Hand gleicht. Ehedem wohnte nämlich da ein wilder Mann und eine wilde Frau, die man bei einem ungeheuren Topf oft ihre Arbeit verrichten und kochen sah. Der Mann verließ aber die Frau, ging fort ins Wirtshaus und kam nicht wieder, sodass die Frau in ihrem Zorn ihm den Felsblock nachwerfen wollte. Davon behielt er den Eindruck ihrer Hand bis auf den heutigen Weiterlesen

Elbsagen 26

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

26. Der Pesthändler bei Pirna

Ende Mai im Jahre 1669 war ein Mann mit drei Säcken zu einem Schiffer zwei Meilen von Dresden bei Pirna gekommen und hatte von ihm über die Elbe gesetzt zu werden begehrt. Der Schiffer hatte einen von den Säcken angefasst, um ihn in den Kahn zu legen, allein er konnte ihn seiner Schwere wegen nicht bewältigen, und doch hatte jener sie alle drei auf den Buckel genommen und war damit fortgegangen, als wären sie nichts. Als er nun Weiterlesen

Elbsagen 25

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

25. Die Sagen von den Zwergen im Cottaer Spitzberg

Das früher den Burggrafen von Dohna gehörige Rittergut Cotta liegt am südöstlichen Rand der Sächsischen Schweiz an einem Kalkmergelberge mit Basaltspitze an der nach Teplitz führenden Chaussee etwa eine Stunde von Pirna entfernt. Dieser sogenannte Cottaer Spitzberg, von dem man eine reizende Aussicht genießt, überragt den Ort selbst noch um 400 Fuß. In diesem sollen noch heute einige Zwerge, sogenannte Querkse, hausen, die Weiterlesen

Aus dem Wigwam – Der Jungfernfels

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Der Jungfernfels

ie lieblichen Ufer des Pepinsees in Mississippi waren von jeher der Lieblingsaufenthalt der Indianer. In der Mitte dieses Sees steht ein großer Felsen, der sogenannte Maiden Rock an den sich folgende Sage knüpft:

Sechzig Meilen unterhalb des erwähnten Sees steht das alte Dakotadorf Wabascha, wo viele Jahre vorher, ehe das Blassgesicht jene Gegend entheiligte, der mächtige Häuptling Keora lebte. Keora hatte eine wunderliebliche Tochter, Wenona oder die Erstgeborene genannt. Als dieses Mädchen einst einsam im Wald spazieren ging, gesellte sich ein blühender jungerMann zu ihr, mit dem sie sich so angenehm unterhielt, dass er ihr versprechen musste, sie am folgenden Tag wieder an einem bezeichnten Ort zu treffen. Der junge Krieger hieß Talangamana oder der rote Flügel, Weiterlesen