Archiv

Literatur

Der mysteriöse Doktor Cornelius – Band 2 – Episode 8 – Kapitel 6

Gustave Le Rouge
Der mysteriöse Doktor Cornelius
Band 2

Achte Episode
Das Geisterauto
Sechstes Kapitel
Madame Sibylla

Es war Frühherbst, und der kanadische Wald, der im Winter unter seiner Schneedecke und seinem Eismantel so melancholisch wirkt, bot nun den majestätischen Anblick seiner Lichtungen und seiner von riesigen Bäumen gesäumten Alleen, in denen schon bei den ersten Strahlen der Morgensonne Tausende von Vögeln laut zwitscherten.

Das Laub begann sich in schönen Kupfer- und dunklen Orangetönen zu färben, die weiße Rinde der Birken leuchtete in der Ferne sanft wie silberne Säulen.

Weiterlesen

Der Detektiv – Band 32 – Der sprechende Kopf – Kapitel 4

Walter Kabel
Der Detektiv
Band 32
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Der sprechende Kopf
Kapitel 4
Der Hinterhalt

In diesem Haus verschwand der Chinese, und zwar in einer breiten, offenen Einfahrt. Er ging nach rechts und öffnete eine Pendeltür, die ebenfalls mit denselben Plakaten beklebt war.

Harst flüsterte mir zu: »Machen wir kehrt!«

Wir setzten uns auf eine Bank in den Anlagen, die die Pagode umgeben. Von dort aus hatten wir das grellbunt bekleisterte Haus Weiterlesen

Das Geisterreich – Erscheinungen guter Geister – Teil 3

Das Geisterreich
im Zusammenhang mit dem diesseitigen Erdenleben
Enthält eine Sammlung der interessantesten Geistererscheinungen, Ahnungen und Mahnungen von Sterbenden und Verstorbenen und dergleichen
Nach wahren Begebenheiten
Verlag J. Lutzenberger, Burghausen
Erster Teil
Erscheinungen guter Geister

Der Todesruf

Für die Wahrheit der nachfolgenden Erzählung bürgt uns Gustav Sellen, welcher als Offizier in Griechenland mitgefochten hat und Zeuge der Begebenheit war, die wir mit seinen eigenen Worten wiedergeben wollen.

Weiterlesen

Martin Conrath: Kohle, Stahl und Mord – Das Totenhaus

Martin Conrath: Kohle, Stahl und Mord – Das Totenhaus

Das Buch beginnt damit, dass jemand anfängt, Tagebuch zu schreiben. Er ist im Erwachsenenalter, will aber seine vergangenen Jahre aufbereiten und schreibt auf, was er seit seinem ersten Schultag erlebt hat.

Der Ich-Erzähler des Tagebuchs bleibt dabei in allen Passagen seiner Aufzeichnungen, die sich durch den ganzen Roman hinziehen, unbekannt und kommt am Ende in der Gegenwart an. Mit der Zeit wird klar, dass hier der Haupttäter der Verbrechen, die nach und nach geschildert werden, sein Leben aufschreibt.

Es beginnt damit, dass er zusammen mit seinem Vater, der sich extra frei genommen hat, und seiner Mutter zu Fuß zur Einschulung geht. Dabei treffen sie auf einen betrunkenen Mann, der sie anpöbelt und anrempelt. Der Vater des Jungen aber will Streit vermeiden und schlägt deshalb nicht zu, obwohl er Bergmann und stark wie ein Bär ist.

Während der Vater seine Lieben zum Gehen animieren will, packt ihn der Fremde am Kragen. Der Vater wehrt sich noch immer nicht. Da stößt ihn der Fremde weg und sagt: »An dir mache ich mir die Hände nicht schmutzig, du Feigling.«

Weiterlesen

Kopmann to Bergen – 3. Kapitel

Heinrich Smith
Kopmann to Bergen
Eine Erzählung aus dem Seemannsleben
Verlag Otto Spamer, Leipzig, 1902

3. Kapitel
Ein Hänseltag des Kontors Kopmann to Bergen

»Was soll nur mit mir werden?«, sagte Anton Bünger zu sich selbst, als man ihn in das Gefängnis zurückführte. Er fragte keinen anderen danach, würde auch keine Ant­wort erhalten haben. Aber gegen Abend wurde es ihm von selber klar, denn der Wärter kam und sagte, er komme nun zur ersten Buße in das Kämmerlein.

Dies war die erste, wenn auch leichte Pein, welche die Neuen zu bestehen hatten. Man führte sie in eine ein­same Kammer, in welche nicht der geringste Lichtstrahl drang, ließ sie auf einen Schemel niedersitzen und gab ihnen ein Stück Brot und einen Krug Weiterlesen