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Literatur

Das schwarze Schiff – Kapitel 11

Beadle’s Half Dim Library
John S. Warner
Das schwarze Schiff
Kapitel 11

Wieder im Hafen

Die Zeit hatte mit ruhiger Hand das Requiem vieler Jahre geläutet. Die Wolken des Krieges verdunkelten das Land nicht mehr. Die Krieger hatten ihre Schwerter beiseitegelegt, denn in jedem Haus herrschte Frieden. Amerika war frei und hatte seinen Platz unter den Nationen eingenommen – mit dem Versprechen, eine große und mächtige Republik zu werden.

Es war früher Frühling. Die ersten Blumen begannen, ihre Schönheit zu entfalten. Die Knospen, das Zwitschern der Vögel und die duftende Luft versprachen die intensive Freude, mit der eine großzügige Vorsehung alles um sich herum zu überschütten schien.

Die Aufmerksamkeit des Lesers wird erneut auf die Landzunge in der Nähe des Flusses Medway gelenkt. Weit draußen auf dem blauen Weiterlesen

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 16

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 1
Flederwisch und Wetterhexe

Seit einem halben Jahr hatte Mr. H. P World die Angewohnheit angenommen, beim Sprechen sich immer schmunzelnd die Hände zu reiben, und er hatte allen Grund dazu.

Bisher war er in New York nur ein lumpiger Millionär gewesen, welcher von allen denen, bei denen der wirkli­che Mensch erst mit der hundertsten Million beginnt, ver­ächtlich über die Achsel angesehen wurde. Aber nicht lange mehr, so würde auch Mr. World zu dieser exklusiven Gelda­ristokratie gehören, die Einkünfte eines hundertfachen Mil­lionärs hatte er bereits! Was allein diese Annoncen ein­brachten! Vier Seiten Unterhaltung, vierzig Seiten Annon­cen und Reklamen, die Zeile zwei Dollar! Und wenn er dieses ideale Ziel eines jeden echten Yankees nicht mehr er­reichte, dann doch ganz bestimmt seine Kinder und Kindes­kinder. Die Gründung einer neuen Weiterlesen

Der hinkende Teufel – Kapitel 3

Alain-René Lesage
Der hinkende Teufel
Pforzheim 1840

Drittes Kapitel
Wohin der hinkende Teufel den Studenten führt und was er ihm zuerst zeigt

Asmodi hatte seine Schnelligkeit nicht umsonst gerühmt. Er durchflog die Luft wie ein von starker Hand abgeschossener Pfeil und ließ sich schließlich auf dem Turm der San-Salvador-Kirche nieder. Nachdem er wieder festen Fuß gefasst hatte, sagte er zu seinem Gefährten:

»Nun, Señor Leandro, ist es nicht eine falsche Redensart, wenn man einen holprigen Wagen ein Teufelsfuhrwerk nennt?«

»Allerdings«, antwortete Zambullo höflich, »denn dieses Fuhrwerk ist lieblicher als eine Sänfte und dabei so förderlich, dass man keine Zeit hat, sich auf der Reise zu langweilen.«

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Dämonische Reisen in alle Welt – Kapitel X, Teil 2

Johann Konrad Friederich
Dämonische Reisen in alle Welt
Nach einem französischen Manuskript bearbeitet, 1847.

Kapitel X, Teil 2

Hätte man das peinliche Gesetzbuch seit dreißig Jahren befolgt, hätte man Dutzende von Ministern, Hunderte von Präfekten und Unterpräfekten und Tausende von Regierungsagenten wegen Bestechung anklagen und verurteilen müssen. Mehr als ein königlicher Prokurator und mehr als ein Richter hätten ihren eigenen Prozess instruieren und sich selbst verurteilen müssen. Und um ganze Gemeinden und Gewerbe zu bestechen, verspricht der Unterpräfekt, der an nichts, nicht einmal an den Teufel glaubt, dieser Dorfkirche einen schönen Heiligen, einen Schutzpatron, in Öl gemalt. Er lässt die erstaunten Wähler an dem Ufer eines Flüsschens oder Baches zusammenkommen und befragt sie, wo die Brücke am passendsten zu bauen wäre. Er lässt sie das Bild bereits sehen. Den Schankwirten, den Kaffeewirten, den Fleischern, den Bäckern, den Gastgebern – den Wählern – kündigt er einen Kasernenbau an. Alle diese Leute sehen schon wütende, hungrige und durstige Regimenter im Anmarsch, die Bier, Wein und Branntwein fässerweise leeren Weiterlesen

Varney, der Vampir – Kapitel 59

Thomas Preskett Prest
Varney, der Vampir
oder: Das Blutfest

Ursprünglich als penny dreadful von 1845 bis 1847 veröffentlicht, als es zum ersten Mal in Buchform erschien, ist Varney, der Vampir ein Vorläufer von Vampirgeschichten wie Dracula, die es stark beeinflusst hat.

Kapitel 59

Die Warnung – Der neue Aktionsplan – Die unerwartete Nachricht von Varney

Diese Vorgänge hatten den Großteil der Nacht in Anspruch genommen. Selbst wenn die drei Personen, die auf dem Boden der sogenannten Spukkammer von Bannerworth Hall lagen, nun bereit gewesen wären, sich zur Ruhe zu begeben, hätten sie nur noch wenig Zeit gehabt, bevor das Tageslicht hereinströmte und sie zum geschäftigen Treiben des Wachseins erweckte.

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