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Literatur

Berliner Polizei- und Kriminalgeschichten in humoristischer Färbung – 3. Geschichte

Jodocus Donatus Hubertus Temme
Berliner Polizei- und Kriminalgeschichten in humoristischer Färbung
Verlag von A. Hofmann & Comp., Berlin 1858

Seidene Strümpfe

Ich war Staatsanwalt in Berlin. Ein Berliner Staatsanwalt lernt allerlei Menschen und allerlei Dinge kennen.

Eines Morgens ließ sich ein Herr Müller bei mir melden.

Der Kladderadatsch hatte damals seinen Schultze und Müller noch nicht erfunden. Schultze und Müller waren daher, zwar keine eigent­lichen Eigennamen mehr, aber doch noch immer, auch in Berlin, sehr reputierliche Namen, auf die namentlich ein Berliner Bürger sich etwas zugutetun konnte.

Ich ließ den Herrn Müller eintreten.
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Der Märkische Eulenspiegel 10

Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe

Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin

Wie Clauert ein altes Weib versuchte, ob sie auch fluchen könnte

Als Clauert einmal zu Sebekow entlaufen war, kam er noch an demselben Tag vor ein anderes Dorf in dem Land Mecklen­burg. Da saß ein altes Weib in einem Garten und raufte das Unkraut aus. Clauert grüßte das Weib ganz freundlich und sie erwiderte den Gruß noch viel freundlicher.

Weil nun Clauert sehr wohl wusste, dass sowohl Manns- als auch Weibspersonen in jenem Land heftig schelten und fluchen, so fragte Weiterlesen

Carrier, der Erzteufel – Teil 17

Carrier, der Erzteufel, in eine Menschenhaut eingenäht, der in wenigen Monaten in der französischen Stadt Nantes mehr als fünfzehntausend Menschen von jedem Alter und Geschlecht erwürgen, ersäufen, erschießen, martern und guillotinieren ließ, ein blutdürstiges Ungeheuer und höllischer Mordbrenner
Zur Warnung vor blutigen Revolutionen
Von Dr. F. W. Pikant (Friedrich Wilhelm Bruckbräu)
Verlag der J. Lutzenbergerschen Buchhandlung, Altötting, 1860

Rettung

Als Vernet in den Strom gesprungen war, um den versinkenden Margot zu retten, tauchte er in dem Augenblicke unter, als die Kugeln der drei Schützen ihn verfehlten, die deshalb glaubten, ihn getroffen zu haben. Mit der linken Hand Margot am Rockkragen haltend, schwamm er möglichst nahe unter dem weit in das Wasser vorragenden Ufergebüsch, um nicht gesehen zu werden, und erreichte die Fischerhütte des Thouvin, der, mit seinem Bruder fortwährend auf der Lauer stehend, sie empfing und bis in die späte dunkle Nacht verbarg. Dann führte Thouvin und sein Bruder, entschlossen, nicht mehr zurückzukehren, Margot, Vernet und Frau Armaran in ihrem Weiterlesen

Das schwarze Schiff – Kapitel 3

Beadle’s Half Dim Library
John S. Warner
Das schwarze Schiff
Kapitel 3

Das Treffen von Freunden und Feinden

Zu der Zeit, als die BLACK SHIP in den kleinen Hafen einlief, war im Haus von Mister Snowden eine fröhliche Gesellschaft versammelt. Die Ankunft von zwei britischen Offizieren mit ihren Begleitern hatte die übliche Ruhe des Ortes gestört; alles war nun voller Leben und Lebhaftigkeit. Ihre Anwesenheit in seinem Haus wurde so gut wie möglich geheim gehalten, da das ganze Land in Aufruhr war und Mister Snowden befürchtete, dass seine Gäste angegriffen werden könnten, wenn bekannt würde, wer sie waren. Clara war sehr besorgt. Sie wusste, dass Merton jeden Moment auftauchen würde, und wenn er auf die Offiziere traf, gäbe es mit Sicherheit einen Aufruhr. Sie rief eilig den bereits erwähnten Neger, gab ihm eine Notiz mit Anweisungen, wo er die beiden Seeleute finden konnte, und bat ihn, ihnen zu sagen, dass sie sie dem Lieutenant vorlegen sollten, sobald er ankam. Dies gelang ihm, als sie dem Schiff ein Signal gaben. Sobald Merton an Land gegangen war, wurde ihm die Notiz ausgehändigt.
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