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Märchen und Sagen

Sagen der mittleren Werra 109

Vom Geldbirnbaum bei Unterrohn

Auf dem sogenannten Schlösschen am Haspelsgraben, wo sich zuweilen eine weiße Frau zeigen soll, stand noch vor wenigen Jahren ein riesiger Feldbirnbaum. In der Gegend nannte man ihn nur den Geldbirnbaum, weil unter ihm ein großer Schatz vergraben lag.

Einst spielten mehrere Kinder aus Unterrohn in seiner Nähe. Da erblickte ein Junge unter dem Baum einen alten Topf, der bis an den Rand mit blanken Talermünzen gefüllt war. Doch als er die anderen mit den Worten »Herrje, was ist das! Schnell, schnell!« herbeirief, versank der Topf ebenso rasch wieder vor seinen Augen im Boden.

Von den Wichtelmännchen am Haspelsgraben bei Unterrohn

»Sie wissen doch«, so erzählt die alte Tiefenorter Botenfrau, »dass sich zwischen Unterrohn und Tiefenort von den Werrawiesen aus ein kleines Tal bergauf zieht, das man Haspelsgraben nennt. Rechts auf der Ecke des Berges stand einmal ein altes Schloss, von dem heute nur noch der tiefe Graben, Kalk und Ziegelsteine übrig sind. Dort in der Gegend wohnen immer noch Wichtelmännchen. Wie ich von alten Leuten gehört habe, sollen sie mittlerweile allerdings mehr als zehn Fuß tief unter der Erde stecken.
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Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 35

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

IX. Schmiedeberg und Umgegend

1.Der Stadtname

Die Stadt Schmiedeberg erhielt ihren Namen durch die Ansiedlung einer großen Anzahl von Schmieden rund um das Eisenbergwerk; eigentlich soll er Schmiede am Berg bedeuten.

Nach einer anderen Sage soll der Ort zuerst Smedewerge geheißen haben, weshalb er demnach eigentlich Schmiedewerke geschrieben werden müsste.

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Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 34

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

VIII. Hirschberg und Umgebung

14. Das städtische Goldbergwerk

Um 1569 besaß Hirschberg ein eigenes Goldbergwerk beim Dorf Grunau. Die einheimischen Bauern verjagten die Bergleute jedoch mehrfach, da diese ihren Grund zerstörten. Im Dreißigjährigen Krieg verschütteten und ebneten sie die Schächte schließlich vollständig, sodass der genaue Ort heute vergessen ist.

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Deutsche Märchen und Sagen 200

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

278. Gottliebe

Im Jahre unseres Herrn 1074 wohnte in der Grafschaft Boulogne zu Longfort ein braver Ritter namens Hemfried mit seiner Frau Ogine. In ihrer Ehe hatten die beiden drei Töchter: Ogine, Adele und Godelieve (Gottliebe), die ihren Eltern an Tugend und Gottesfurcht in nichts nachstanden. Vor allen zeichnete sich jedoch die Jüngste, Gottliebe, als ein Vorbild an Heiligkeit aus. Sie liebte die Armen so sehr, dass sie ihnen alle Speisen und Getränke gab, deren sie habhaft werden konnte; nicht selten sparte sie sich selbst das Essen am Munde ab, um es den Bedürftigen zu bringen.

Der Hofmeister ihres Vaters war damit jedoch gar nicht zufrieden, da es häufig an Speisen fehlte, wenn Herr Hemfried sich zu Tisch setzen wollte. Er forschte nach, wo das Essen blieb, und als er erfuhr, dass Gottliebe es stets den Armen gab, passte er scharf auf, um Weiterlesen

Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 33

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

VIII. Hirschberg und Umgebung

7. Der Zweikampf

Im Herbst 1621 überrannten wilde Kriegerhorden das schöne Hirschberger Tal. Als sie am 22. November vor die Stadt zogen, fanden sie die Bürger jedoch gut gerüstet auf den Mauern vor. Einen überraschenden Überfall hätten die feindlichen Scharen gern gewagt, vor einer regelrechten Erstürmung schreckten sie jedoch zurück. Stattdessen boten sie den Städtern einen Zweikampf zwischen einem ihrer Krieger und einem Bürger an.
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