Archiv

Vergessene Werke

Die Virginier – Erster Band – 15. Kapitel

William Makepeace Thackeray
Die Virginier
Erster Band
Wurzen, Verlags-Kontor, 1858
15. Kapitel

Ein Sonntag in Castlewood

Der zweite Tag nach Harrys Ankunft in Castlewood war ein Sonntag. Die zum Schloss gehörende Kapelle war gleichzeitig die Dorfkirche. Eine Tür vom Haus aus führte zu einem großen Prunkgestühl, welches die Familie einnahm, und hier nahmen sie nach gegebener Zeit alle der Reihe nach ihre Plätze ein, während eine recht zahlreiche Gemeinde aus dem Dorf die Bänke darunter füllte. Einige wenige alte, staubige Banner hingen vom Kirchendach, und Harry fand Gefallen an der Vorstellung, dass sie von Gefolgsleuten seiner Familie in den Kriegen des Commonwealth getragen worden waren, an denen seine Vorfahren, wie er wohl wusste, einen loyalen und glanzvollen Anteil genommen hatten.

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Der hinkende Teufel – Kapitel 5 – 1. Teil

Alain-René Lesage
Der hinkende Teufel
Pforzheim 1840

Fünftes Kapitel – 1. Teil
Fortsetzung der Liebesgeschichte des Grafen von Belflor

Don Luis ging sehr früh zum Grafen, der sich immer noch unentdeckt wähnte, und daher über diesen Besuch höchlich verwundert war. Er kam dem Alten entgegen, umarmte ihn mehrere Male hintereinander und sagte: ›Ich bin unendlich erfreut, Euch bei mir zu sehen. Wolltet Ihr mir vielleicht eine Gelegenheit bieten, Euch zu dienen?‹

›Herr Graf‹, antwortete Don Luis, ›ich wünschte, mit Euch allein zu sein.‹

Belflor ließ seine Bedienten abtreten. Sie setzten sich und nun nahm der Alte das Wort. ›Herr Graf‹, sagte er, ›meine Ehre und meine Ruhe machen eine Erklärung nötig, um die zu bitten ich gekommen bin. Ich habe Euch heute früh aus Leonores Zimmer Weiterlesen

Wundersame Abenteuer zweier Scholaren durch die Welt – Kapitel 2

Ralph Alexander, Serge Patrice

Wundersame Abenteuer zweier Scholaren durch die Welt

Zusammenfassung des bisherigen Geschehens

Im Jahre 1491, im Nachgang eines universitären Tumults, der mit der Ermordung des Rektors endete, wird Amaury de Preuilly-Montfort, ein Pariser Scholar, zu Unrecht inhaftiert. In den Kerkern des Grand-Châtelet erreicht ihn eine geheimnisvolle Botschaft: Seine Mutter schwebt in tödlicher Gefahr. In seiner Verzweiflung klammert er sich an die Hoffnung, die ihm ein Unbekannter bietet, der ihn im Gefängnis aufsucht und ihm die Flucht verspricht. Doch als der Moment der Freiheit greifbar scheint, enthüllt der Fremde sein wahres Gesicht. Er ist kein Retter, sondern sein Erzfeind – jener Verräter, der seine Familie ins Verderben stürzte, den Mord an seinem Vater und Bruder verantwortet und seine Mutter in eine dunkle Staatsaffäre gezogen hat. Grausam hat er Amaurys Hoffnung genährt, nur um ihn nun umso tiefer in die Abgründe der Verzweiflung zu stoßen. Die Rettung der Mutter scheint für Amaury endgültig verloren.

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Der Märkische Eulenspiegel 29

Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe

Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin

Wie Clauert früher schon einen anderen an seiner Stelle gefangen setzte

Auf dieselbe Weise hatte es Clauert zuvor auch zu Trebbin getrieben. Als er nämlich einmal wegen einiger Verbrechen neben einem Weib, die Reiderin genannt, zu Trebbin in Fesseln gelegt worden war und beide nun im Rathaus gefangen waren, kam der Stadtdiener des Abends zu ihnen, brachte Holz und Kohlen und machte ihnen ein Feuer, damit sie sich wärmen könnten. Eine solche Wohltat gedachte Clauert zu vergelten; er gab Geld her und ließ den Stadtdiener sogleich Bier holen. Clauert stellte sich, als ob er selbst am Weiterlesen

Die Virginier – Erster Band – 14. Kapitel

William Makepeace Thackeray
Die Virginier
Erster Band
Wurzen, Verlags-Kontor, 1858
14. Kapitel

Harry in England

Als der berühmte trojanische Wanderer der Königin Dido seine Flucht und Abenteuer schilderte, zeigte Ihre Majestät, wie wir lesen, größtes Interesse an dem faszinierenden Geschichtenerzähler, der so beredt von seinen Gefahren berichtete. Es folgte eine Geschichte, die rührender war als alle vorangegangenen Ereignisse im Leben des frommen Äneas, und die arme Prinzessin hatte Grund, den Tag zu bereuen, an dem sie jenem glatten und gefährlichen Redner gelauscht hatte.

Harry Warrington besaß nicht die Redegewalt des frommen Äneas, und seine betagte Tante war, wie wir vermuten dürfen, keineswegs Weiterlesen