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Dark Empire

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Vergessene Werke

Deutsche Märchen und Sagen 65

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

68. Der Zwerglein Hilfe

In einem westflandrischen Dorf fällt die Kirmes just in die Erntezeit. Es geschah einmal, dass in einem Hof des Dorfes die Knechte und Mägde alle beim Einernten helfen mussten, während im Dorf die Musik lustig spielte, alle Jungen und Mädchen am Tanzen waren oder an den Buden auf dem Markt herumspazierten. Sie arbeiteten alle, dass ihnen der Schweiß in Strömen vom Leib lief, aber trotzdem sahen sie ein, dass sie doch nicht fertig werden konnten und dass der Spielmann seine Geige an den Nagel hängen würde, ohne dass sie ein Tänzchen gemacht Weiterlesen

Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 24

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Die Bergwerke auf dem Rammelsberg

Am Fuße des Rammelsberges stand vorzeiten eine Mühle. Eines Morgens, vor Tagesanbruch, wollte die bei dem Müller dienende Magd Feuer im Herd anzünden, konnte aber das Feuerzeug nicht finden. Als sie nun überall umhertastete, kam sie auch an das Fenster und gewahrte beim zufälligen Hinausblicken in der Nähe ihrer Wohnung auf dem Rammelsberg ein Feuer. Schnell lief sie dorthin, um sich einige Kohlen zu holen. Als sie aber näher kam, sah sie mehrere Männer mit langen, weißen Bärten am Feuer sitzen. Da wurde ihr angst und bange und schon war sie auf dem Sprung, umzukehren; aber nach kurzem Besinnen fasste sie sich ein Herz, trat zu den Männern und Weiterlesen

Rübezahl, der Herr des Gebirges – Folge 62

Rübezahl, der Herr des Gebirges
Volkssagen aus dem Riesengebirge
Für Jung und Alt erzählt vom Kräuterklauber
Verlag Carl Gustav Naumann, Leipzig, 1845

62. Wie sich Rübezahl in die deutsche Einheit verliebt.

Es ist schon lange her, da ging einmal ein Bauer auf die Iser hinauf, sich Bauholz zu suchen, denn sein Haus war gar baufällig und er konnte ohne Gefahr nicht mehr wohl darin hausen. Wie er nun so von Berg zu Berg suchte, wo er taugliches Holz fände, begegnete ihm Rübezahl und fragte ihn, was er hier suche.

Der Mann erzählte ihm die Sache, wie er nun schon lange herumgelaufen sei und doch keine tauglichen Stämme Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 64

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

66. Zwerge auf dem Hopfensöller

Die Erdmännlein oder Zwerge sind nicht alle einer Art. Einige sind gütig und traulich, werden darum Hausgeister genannt. Diese halten sich nachts gewöhnlich auf dem obersten Stock auf und scheinen Dienstbotenwerk zu verrichten. Man soll meinen, sie kletterten die Treppe herunter, öffneten die Türen, legten Feuer an, holten Wasser und deckten den Tisch, doch tun sie im Grunde nichts von dies allem. Da sie aus einigen Zeichen wissen, was noch geschehen wird, so hört man sie häufig lange voraus das tun, was später eintreffen soll.
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Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 23

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Der große Christoph und die Clus bei Goslar

Als der Dom, den Kaiser Heinrich III. im Jahre 1039 zu Goslar erbauen ließ, noch in alter Pracht sich erhob, konnte man ein riesiges hölzernes Bild dort sehen. Es war der große Christoph, der im Harz, besonders zwischen Goslar und Harzburg, umhergegangen war. Ihn hatte man dort mit dem Christkindchen auf dem Rücken abgebildet.

Riesengroß und von ungeheurer Kraft wurde er zwar von vielen gefürchtet, allein von anderen wieder hoch verehrt. Besonders aber waren es die Schneider, die einen wütenden Hass auf den großen Christoph geworfen hatten. Warum eigentlich, darüber schweigt die Sage. Das aber erzählt sie, dass dereinst, als der Gefürchtete über Weiterlesen

Rübezahl, der Herr des Gebirges – Folge 61

Rübezahl, der Herr des Gebirges
Volkssagen aus dem Riesengebirge
Für Jung und Alt erzählt vom Kräuterklauber
Verlag Carl Gustav Naumann, Leipzig, 1845

61. Wie Rübezahl jemanden wieder einmal eine Nase drehte, aber eine schöne.

Vor Alters war es Sitte, dass die an Schlesien grenzenden böhmischen Städte sich besondere Boten hielten, die nach Hirschberg und anderen schlesischen Städten über das Gebirge wanderte und allda für andere dort Geschäfte abmachten. So ging auch ein solcher Bote von Przichowitz nach Hirschberg, und jedes Mal den Tag vorher, ehe es in Hirschberg Wochenmarkt war.
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