Al Capone – Band 46
Al Capone
Band 46
Capone gegen KKK
1. Kapitel
Das Gespensterhaus
In einer Entfernung von ungefähr zwölf Kilometern von Chicago beginnen die ersten Ausläufer eines großen Höhenzuges, der von Eichen und Tannen bewachsen ist.
In diesem Gebirge zieht sich ein meilenlanges Tal hin, in das die Sonne fast nie hineinscheint und das infolgedessen ein düsteres Aussehen hat. In diesem Tal steht ganz einsam ein halb zerfallenes Bauernhaus, dessen Tür durch einen Balken verrammelt ist. Die Gitter an den Fenstern sind schon verrostet und man bemerkt keine Spur von Menschen.
Die einfachen, abergläubischen Bewohner dieses Höhenzuges gehen ungern an diesem halb zerfallenen Hause vorbei; sie nennen es das Haus der Gespenster. In Amerika sind die Menschen noch abergläubischer als in Europa. Auch dort glaubt man an Geschichten von Verschwundenen und Geistern, und es gibt eine ganze Menge Menschen, die immer von der Furcht vor übernatürlichen Dingen besessen sind.
Aber andererseits gibt es auch Leute, die sich nichts aus diesen Erzählungen machen und genau wissen, dass dieses Haus durchaus nicht immer von Geistern bewohnt ist.
Am Haus entlang verläuft eine schlecht in Ordnung gehaltene Landstraße, auf deren einer Seite schon der dichte Wald anfängt.
Es ist mitten in der Nacht. Ein zweisitziges Automobil fährt langsam auf dieser Chaussee dahin.
Am Firmament ist nicht ein einziger Stern zu sehen; nicht einmal der Mond lässt sein mildes Licht über der Landschaft leuchten.
Die Dunkelheit ist so stark, dass man nicht einmal seine eigene Hand vor den Augen sehen kann.
Das Licht aus den beiden Scheinwerfern des Autos durchschneidet die Finsternis wie mit zwei langen Messern.
Bevor der Wagen in das Tal einbiegt, macht er plötzlich halt.
Der Mann, der den Wagen gelenkt hat, drosselt den Motor nicht ab, zieht aber die Handbremse an, so dass er die Gewissheit hat, dass der Wagen nicht plötzlich weiterfährt. Er erhebt sich dann von seinem Sitz und steigt aus.
Jetzt geschehen verschiedene recht seltsame Dinge.
Obgleich es doch sehr dunkel ist, zieht dieser Mann eine Maske aus der Tasche und legt sie über sein Gesicht.
Dann tastet er seine Taschen ab, nimmt zwei Selbstladepistolen heraus und legt sie auf den Sitz seines Wagens.
Dann tastet er noch einmal seine sämtlichen Taschen ab. Als er festgestellt hat, dass er sonst keine Waffe mehr bei sich hat, wendet er sich entschlossen dem Wald zu, der wie ein fester Wall die Stelle umgibt, wo sich die graue Masse des Gespensterhauses erhebt.
Kaum hat er ein paar Schritte gemacht, als auf einmal sein Wagen, den er mitten auf der Chaussee hat stehen lassen, davonfährt.
Unser Mann, der etwa fünfunddreißig bis sechsunddreißig Jahre alt sein mag, dessen Gestalt stattlich ist und Kraft verrät, dessen Gesicht wir aber nicht beschreiben können, da er es ja durch eine Maske verbirgt, weiß ganz genau, dass eine fremde Hand seinen Wagen lenkt.
Auf dem ganzen Weg gab es kein anderes Automobil als nur das seine, das nun mit beträchtlicher Geschwindigkeit die Chaussee entlangfährt. Und trotzdem läuft er nicht zurück.
Die vollständige Story steht als PDF, EPUB, MOBI und AZW3 zur Verfügung.
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