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Storys & Lyrik

Das Mahlen der Finsternis

Das Mahlen der Finsternis

Der Westen blutet, das Licht verreckt,
vom Schattenleichentuch jäh zugedeckt.
Kein sanftes Gehen – die Nacht bricht ein,
um Fleisch und Welt vom Sein zu befrei’n.
Sie saugt das Bunte aus der Welt,
bis nur das fahle Skelett noch hält.

Es ist nicht die Schwärze, die mich erstickt,
nicht das Dunkel, das stumm von den Wänden nickt.
Es ist der Abgrund, der im Herzschlag gähnt,
und sich nach meiner Auslöschung sehnt.
Ein hohles Schweigen, das die Ordnung frisst,
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Schlafgast aus der Hölle

Larry Moore
Schlafgast aus der Hölle

In der tiefsten Nacht erwachte Leona in jenem alten, dunklen Haus – und musste feststellen, dass ihr Bett von einem Wesen heimgesucht worden war, dessen grausige Leidenschaften nicht von dieser Welt waren!

Als Leona in die gelbgefleckten Achat-Augen von Talbot Rhone blickte, meinte sie den Griff eisiger Finger an ihrem Herzen zu spüren.

»Du willst mich also nicht heiraten«, sagte er in einem seltsamen, gepressten Ton. »Du bestehst darauf, in diesem unheimlichen alten Haus zu leben?«

»Ich habe dir immer gesagt, dass ich dich nicht heiraten kann, Talbot, und ich werde ganz sicher in dem komfortablen Heim leben, das ich geerbt habe«, behauptete sie bestimmt, fest in ihrem Entschluss, obwohl sich die Kälte von ihrem Herzen über ihren ganzen Körper ausbreitete. »Als Arzt hast du mir versichert, dass ich mich in einem Zustand der Erschöpfung befinde, dass Weiterlesen

Der Galgen

I. W. D. Peters
Der Galgen

Morgen früh, bei Sonnenaufgang, werde ich wegen Mordes an einem Mann gehängt.

Bei Sonnenaufgang am neunten Juni, meinem Hochzeitstag. Ich soll am Hals aufgehängt werden, bis ich tot bin. Ich bin froh, dass dieser Staat noch nicht die Hinrichtung durch Elektrizität eingeführt hat. Ich ziehe es vor, meine letzten Augenblicke im Freien unter dem Himmel zu verbringen.

Der Bau des Galgens ist abgeschlossen; die Arbeiter sind weg, und es scheint sicher, dass die Hinrichtung bei Sonnenaufgang stattfinden wird. Doch jeder Schritt auf dem Korridor lässt mir das Herz bis zum Hals schlagen. Gladys arbeitet an einer Begnadigung. Ich bete darum, dass sie keinen Erfolg hat.

Der Gouverneur ist auf einem Angelausflug, fernab von Eisenbahn und Telegraf. Wenn sie ihn in den nächsten Stunden nicht ausfindig machen, werde ich gehängt. Gott gebe, dass sie ihn nicht finden!

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Felsenherz der Trapper – Teil 02.3

Felsenherz, der Trapper
Selbst Erlebtes aus den Indianergebieten erzählt von Kapitän William Käbler
Erstveröffentlichung im Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1922
Überarbeiteter Text
Band 2
Das Geheimnis der Llano Estacado
3. Kapitel
Der Geisterbüffel der Llano Estacado

Zur selben Zeit, als Felsenherz in der Schlucht seinen Braunen tränkte und seinen eigenen Durst löschte, näherten sich von Osten her drei Reiter. Ihre Pferde strauchelten vor Erschöpfung. Hinter ihnen, auf kaum weniger mitgenommenen Mustangs, jagten etwa fünfzehn Mescalero als unerbittliche Verfolger heran.

Die drei Fliehenden waren Lord Robert Barnley und seine beiden Führer, die er vor vier Wochen in Fort Reno für teures Geld Weiterlesen

Eine Reise ins Jahr 2000 – Kapitel 18

William Wallace Cook
Eine Reise ins Jahr 2000
Kapitel 18

Das Geheimnis der Truhe

Noch bevor die Sonne ganz aufgegangen war, suchte Tiburos seinen Freund Tibilus auf, um ihm seine Glückwünsche auszusprechen. Staatsgeschäfte hatten Tiburos bis zum späten Vorabend in Anspruch genommen, und diese frühe Morgenstunde war die erste Gelegenheit, die er für ein ruhiges Gespräch mit seinem Freund gefunden hatte.

»Sei gegrüßt, Freund Tibilus«, sagte Tiburos, als er das Zimmer betrat, in dem Tibilus ruhte, und herzlich seine Hand ergriff.

»Sei gegrüßt, Tiburos«, erwiderte lächelnd der neue Head Center. »Ich habe schon darauf gewartet, dass du kommst und mir sagst, was du von dem Kampf hältst.«

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