Jim Jackson – Enthauptet
Jim Jackson
Detektivgeschichten
Enthauptet
Die Aufgabe des New Yorker Sicherheitsdienstes bestand darin, die amerikanischen Milliardäre besonders zu schützen. Die Polizisten wussten, dass diese steinreichen Männer Neid erweckten und Kriminelle von den Reichtümern in ihren prunkvollen Anwesen angelockt wurden.
Jim Jackson war eine Zeit lang bei dieser Abteilung eingesetzt, die man die Milliardärsgarde nannte. Er glaubte nicht, dass den Öl-, Minen- oder Eisenbahnkönigen in ihren von Dienstboten bewachten Anwesen Gefahr drohte, sondern nachts auf der Straße, wenn sie heimkehrten.
Hatte man nicht erst kürzlich gesehen, wie ein dreister Bandit den Platz eines Chauffeurs einnahm, einen Gentleman dreißig Kilometer weit aus New York entführte und so schnell fuhr, dass ein Absprung lebensgefährlich gewesen wäre? An einem Weiterlesen
Das verlassene Haus
Beulah Poynter
Das verlassene Haus
I
Der strömende Regen, der seit einer Stunde unaufhörlich niederging, peitschte uns ins Gesicht. Der Wind pfiff durch die Bäume um uns herum und rüttelte so heftig an unserem kleinen Wagen, dass an ein Weiterkommen kaum noch zu denken war. Ein gleißender Blitz, gefolgt von einem ohrenbetäubenden Donnerkrachen, ließ mich auf meinem Sitz zusammenzucken und die Hände über den Ohren zusammenschlagen.
»Das war’s wohl!«, rief mein Bruder, der vergeblich versucht hatte, das Auto sicher durch den Sturm zu steuern. »Da liegt ein Baum mitten auf der Straße!«
Er hielt an und richtete den Suchscheinwerfer auf das dunkle Hindernis. Es war ein riesiger Baum, der offenbar vom Blitz getroffen worden war und die gesamte Fahrbahn blockierte.
Das Gespensterbuch – Zwölfte Geschichte – Teil 3
Das Gespensterbuch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink
München 1913
Nikolaus Gogol
Wij, der Fürst der Dämonen – Teil 3
Der Hauptmann war schon alt. Er hatte einen grauen Schnurrbart und saß, den Kopf auf beide Hände gestützt, mit einem Ausdruck dumpfer Trauer am Tisch. Er mochte fünfzig Jahre alt sein; aber der tiefe Gram in seinen Zügen und die bleiche, schlechte Farbe bewiesen, dass sein Herz ganz plötzlich gebrochen und vernichtet, und dass all seine frühere Fröhlichkeit und das laute sorglose Leben für immer zerstört war. Als Choma mit dem alten Kosaken in das Zimmer trat, nahm der Hauptmann die eine Hand vom Gesicht und nickte unmerklich mit dem Kopfe; Choma und der Kosak verbeugten sich tief vor ihm und blieben ehrfurchtsvoll an der Tür stehen.
Zehn Geschichten aus Meister Hämmerlings Leben und Denkwürdigkeiten – Teil 5.2
Zehn Geschichten aus Meister Hämmerlings Leben und Denkwürdigkeiten
Memoiren eines Scharfrichters aus den Zeiten des Mittelalters
Herausgegeben von Wilhelm von Chézy
Benzs Ausfahrt 2. Teil
Nie hatten die Mauern der Abdeckerei einen so trübseligen Bewohner umschlossen wie den jungen Nürnberger. Vor Unlust und Heimweh vergingen ihm Essen, Trinken und Schlafen. Bald wandelte er wie ein hohläugiges Gespenst umher. Er mied die Gesellschaft seiner neuen Gefährten und schien sich nur in der Einsamkeit wohlzufühlen. Nach vielen vergeblichen Aufmunterungsversuchen überließen die anderen ihn schließlich gern seiner Abgeschiedenheit, da sie meinten, dass mit dem mürrischen Burschen nichts anzufangen sei.
Als er eines Abends nach Feierabend im kleinen Garten hinter dem Haus seinen Gedanken nachhing, trat die Frau seines Meisters in ihrer Kammer vor den Spiegel aus hell geschliffenem Stahl. Sie kämmte und lockte ihr Haar sorgfältig, wusch sich das Gesicht Weiterlesen
Bettgenosse aus der Hölle
Larry Moore
Bettgenosse aus der Hölle
Mitten in der Nacht erwachte Leona in jenem alten, dunklen Haus – nur um festzustellen, dass ihr Bett von einem Wesen heimgesucht worden war, dessen grauenhafte Gelüste nicht von dieser Welt waren!
Als Leona in die gelb gefleckten, achatfarbenen Augen von Talbot Rhone aufblickte, war ihr, als ergriffe ein eiskalter Griff ihr Herz.
»Du wirst mich also nicht heiraten?«, sagte er mit sonderbarer, gepresster Stimme. »Du bestehst darauf, in dieses unheimliche alte Haus zu ziehen?«
»Ich habe dir immer gesagt, dass ich dich nicht heiraten kann, Talbot. Und ich werde ganz sicher in das behagliche Heim ziehen, das ich geerbt habe«, entgegnete sie bestimmt.
Ihr Entschluss stand fest, obwohl sich die Kälte von ihrem Herzen weiter über ihren gesamten Körper ausbreitete.
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