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Sagen der mittleren Werra 85

Vom Hohlenstein bei Altenstein

Eine der schönsten Zierden des Naturparks um Altenstein ist der riesige Dolomitpfeiler, der sich am oberen Rand des Berges erhebt, an dessen Fuß sich die bekannte Glücksbrunner Höhle befindet. Es ist dies der Hohlenstein, dessen Gipfel ein kleines, von dem verstorbenen Herzog Georg er­bautes japanisches Häuschen krönt und eine weite Rundsicht über die herrliche Gegend gewährt. Seinen Namen hat er von einer nach Osten offenen tiefen Höhlung, die sich nach Westen bis auf eine enge Felsenspalte schließt. Hier ist eine Windharfe angebracht.

Ein Greis aus Schweina teilte mir nachstehende, fast verklungene Sage über den Hohlenstein so mit: »Unsere Alten«, begann er, »haben immer erzählt, zu der Zeit, als der Werragrund und auch die Gegend bei Schweina und noch gar weithin alles ein großer wilder See gewesen sei und die Menschen nur auf den Bergen gewohnt hätten, da wären die Lust- und Wassergeister einmal uneins gewor­den und sei eine so schreckliche Zeit gekommen, dass die Men­schen sich selbst auf den höchsten Bergen vor der argen Auf­regung der Gewässer nicht mehr sicher geglaubt hätten. Da sollen sich denn nun die, welche hier oben auf dem Berg wohnten und noch nicht vom Wasser mit fortgerissen waren, in ihrer Not auf den Hohlenstein geflüchtet und an den Berggeist gewandt haben, dass er sich ihrer Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 188

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

252. Schatz zu Orbe

Zwei Männer aus Orbe im Elsass sahen in einem Garten ein Kästchen aus der Erde steigen, in dem sie zuversichtlich glaubten, einen großen Schatz zu finden. Sie gingen darauf zu, um es zu nehmen, aber da ver­schwand das Kästchen wieder und sank unter die Erde zurück.

Das erzählten zwei Mönche einer nahegelegenen Abtei, die es von den Männern selbst gehört hatten, dem Dom Calmet und fragten ihn um seinen Rat, aber er wusste ihnen wenig darauf zu antworten.

253. Magister Videns

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Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 41

Hans Kuck nimmt Belitz ein

Herzog Hans von Sagan ohne Leut’ und Land
Hat sich bei Drossen das Maul verbrannt.

So sangen die Kinder später hinter dem Herzog Hans von Sagan her, als er, heruntergekommen, im Elend in Frankfurt seine letzten Lebensjahre verbrachte. Es gab aber eine Zeit, als Markgraf Johann von Brandenburg als Statthalter der Mark für seinen Vater Albrecht Achill des Herzogs Hans von Sagan nicht recht Herr werden konnte, welcher seine Ansprüche auf die Erbschaft des Herzogs von Glogau mit den Waffen geltend machte. In dieser Zeit Weiterlesen

Sagen der mittleren Werra 84

Von den Hunden von Wenkheim auf Altenstein

Vor vielen Jahrhunderten soll es geschehen sein, dass in Steinbach eine arme, aber sonst tugendsame Frau mit einem Drilling einkam. Zum Unglück der Frau aber wirtschaftete gerade auf Schloss Altenstein, oder wie dies früher genannt wurde, dem Markgrafenstein, eine zwar züchtige, aber auch strenge und herzlose Burgfrau, die, als sie von dem Vor­fall hörte, jene Frau deshalb des Ehebruchs anklagte, ihr den Prozess machen und trotz aller Beteuerung der Wöchnerin, dass sie von keinem anderen als dem ihr angetrauten Mann wisse, hinrichten ließ.

Da soll es nun vorgekommen sein, dass die Frau, als sie auf dem Richtplatz anlangte, nachdem sie allda nochmals ihre Unschuld beteuerte, die hartherzige Burgherrin verfluchte und ihr dabei wünschte, dass sie binnen Jahres­frist statt mit 3 mit 13 Kindern einkommen möge und dies zwar zum Zeichen, dass sie hier den Tod unschuldig erleide.

Und so geschah es denn wirklich; die Burgfrau wurde noch im Laufe des Jahres von 13 zwar kleinen, aber doch frischen und gesunden Weiterlesen