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Detektiv Nobody

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 18

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 3

Die Water Street und die nähere Umgebung mit ihren Boardinghäusern, Kneipen und Tingeltangels ist in New York das Paradies der Seeleute. Gegenwärtig war eine sehr stille Zeit. New York war mit Seeleuten überfüllt, es kamen und gingen keine Schiffe, und die regelmäßig fahrenden Linien haben ihre ständige Besatzung.

Ein Bild von dieser faulen Sommerzeit gab die Gaststube von Tiedemanns Boardinghaus. (Ein Boardinghaus ist eine Matrosenherberge, der Wirt heißt Boarding-Master; in Deutschland wird er Heuerbaas genannt, und diese Herbergsväter sind in aller Welt auch Deutsche.)

Es sah traurig genug aus in der Gaststube. Von den Dutzend Matrosen und einigen Steuerleuten, welche bei Tiedemann im Logis lagen, spielten drei Mann Karten; sie spielten um Nasenstüber … um Hosenknöpfe, wollen wir lieber sagen. Die anderen hockten untätig Weiterlesen

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 17

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 2
Flederwisch und Wetterhexe

Bisher war Nobody immer nur in der Maske irgendeiner Gestalt erschienen, die dem alten Herrn unbekannt war. Dies war das erste Mal, dass sich Nobody in einen Mann verwandelt hatte, den Mr. World von Grund auf kannte – er kannte doch seinen Paddy, seinen Kassenboten, dem er nun schon seit über zehn Jahren die größten Geldsummen und die wichtigsten Einschreibebriefe anvertraute. Er hätte dies auch noch vor einer Minute getan, denn das war doch sein stotternder Kassenbote gewesen.

Kurz und gut, der alte Herr war nicht nur starr vor Staunen, als sich sein Kassenbote plötzlich so verwandelte, sondern er entsetzte sich förmlich wie vor einem nicht wegzuleugnenden Gespenst.

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Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 16

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 1
Flederwisch und Wetterhexe

Seit einem halben Jahr hatte Mr. H. P World die Angewohnheit angenommen, beim Sprechen sich immer schmunzelnd die Hände zu reiben, und er hatte allen Grund dazu.

Bisher war er in New York nur ein lumpiger Millionär gewesen, welcher von allen denen, bei denen der wirkli­che Mensch erst mit der hundertsten Million beginnt, ver­ächtlich über die Achsel angesehen wurde. Aber nicht lange mehr, so würde auch Mr. World zu dieser exklusiven Gelda­ristokratie gehören, die Einkünfte eines hundertfachen Mil­lionärs hatte er bereits! Was allein diese Annoncen ein­brachten! Vier Seiten Unterhaltung, vierzig Seiten Annon­cen und Reklamen, die Zeile zwei Dollar! Und wenn er dieses ideale Ziel eines jeden echten Yankees nicht mehr er­reichte, dann doch ganz bestimmt seine Kinder und Kindes­kinder. Die Gründung einer neuen Weiterlesen

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 15

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 2, Teil 10

»Ein Mann wünscht Sie zu sprechen, Sir Clane. Er sieht aus wie ein Fischer oder Seemann.«

Schon seit langer Zeit war der Rechtsanwalt rastlos in seinem von zwei Gaslampen erleuchteten Arbeitszimmer auf und ab gewandert, als ihm sein Diener diese Meldung machte.

»Bringt er eine Nachricht über Keigo Kiyotaki?«, fragte er hastig.

»Ich weiß nicht, Sir …«

»Oder ist sonst nichts über den Japaner eingelaufen? Ist sein Aufenthalt noch nicht ermittelt worden?«
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Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 14

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 2, Teil 9

Deacons Haus war entsiegelt worden und wurde von einer richterlichen Kommission betreten – höchst vorsichtig, denn Nobody hatte sich nicht weiter ausgelassen. Er blieb bei seiner Behauptung, der Mörder stecke noch in der Wohnung. Nun glaubte jeder der Herren, den Mörder plötzlich hinter einer Ecke hervorspringen zu sehen.

»Hier riecht es aber übel«, meinte ein Herr, als das erste Zimmer geöffnet wurde.

»Nein, hier stinkt es sogar ganz tüchtig«, sagte Nobody trocken.

Als nun aber die Tür des Zimmers, in dem der Mord geschehen war, aufgeschlossen wurde, schlug ihnen eine wahre Pestlust entgegen.

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