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Marshal Crown – Band 35

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Burgen und Schlösser

Bau und Einrichtung von Burgen im Mittelalter – Teil IV

Kriegerisches Leben in der Burg

Kommandant

Hatte der Besitzer einer Burg in derselben zugleich seinen Wohnsitz, so ist es selbstverständlich, dass er darin den Oberbefehl führte, wobei ihm gewöhnlich ein Burgvogt zur Seite stand. Zur Leitung der Verteidigung bedurfte es damals keiner besonderen Kriegskenntnis; die persönliche Tapferkeit entschied das meiste.

Wohnten in einer Burg mehrere Glieder eines und desselben Adelsgeschlechts, so führte das Haupt der Adelsfamilie den Befehl. Es kam nämlich häufig vor, dass die Stammburg in gemeinschaft­lichen Besitz verblieb, besonders wenn ihr Name zugleich Stammes­name geworden und keine der sich abzweigenden Linien geneigt war, einen anderen Namen und damit auch wohl ein geändertes Wappen anzunehmen. Nur die Ländereien und Weiterlesen

Bau und Einrichtung von Burgen im Mittelalter – Teil III

2. Die Hauptburg

b.) Bergfried

Das für die innere Verteidigung der Hauptburg wichtigste und oft auch das älteste Gebäude war der große Turm. Er ragte über alle anderen Gebäude hervor, war kräftig, nach allen Seiten hin verteidigungsfähig und muss als der eigentliche Kern der ganzen Burganlage betrachtet werden. Der Besitz der ganzen Burg beruhte auf dem Besitze dieses Turmes. Wir sehen das besonders dort, wo der Turm den ersten Eingang, den östlichen und west­lichen Vorhof, den Zugang in die Hauptburg, den Burghof und den Zutritt in das Herrenhaus beherrscht. Ein Turm wurde für unumgänglich notwendig erachtet und fehlte in keiner Burg. Man nannte ihn bald Bergfried, bald Tom, hoher Tora, dicker Turm. Weiterlesen

Bau und Einrichtung von Burgen im Mittelalter – Teil II

2. Die Hauptburg

a.) Umfassung

Aus dem Zwinger gelangte man zu der eigentlichen Burg, dem Kernwerk des ganzen Baus und dem festesten Punkt der ganzen Anlage. Auf die Verteidigungsanstalten der Hauptburg wurde jegliche Vorsicht und Mühe angewendet. Der vor ihr befindliche Graben war womöglich noch tiefer als die anderen, und hinter ihm erhob sich die Burgmauer.

Burgmauer

Die Burgmauer war oft beträchtlich hoch und außerordentlich dick, um den Belagerungswerkzeugen besseren Weiterlesen

Bau und Einrichtung von Burgen im Mittelalter – Teil I

 

I. Die Herrenburg
1. Die Vorburg

Dynasten

Die Herrenburgen waren die Sitze der Landesfürsten oder Dynasten.

Zu den Dynasten gehörten anfänglich die Grafen, welche bei dem Verfall der alten Gauverfassung in den Besitz eigener, ihnen untertäniger Landgebiete mit verschiedenen Hoheitsrechten gelangten, und später die Herren oder Barone, welche so wie nun auch die Grafen mit großen Lehensgütern begabt wurden. Die Grafen und Barone bildeten als Herrenstand den hohen Adel und die Mittelstufe zwischen den Fürsten und den bloßen Rittern. Der Titel Baron wurde erst gegen Ende des 12. und im 13. Jahrhunderts üblich. Als er jedoch im 16. Weiterlesen

Bau und Einrichtung von Burgen im Mittelalter – Einleitung

Herleitung des Wortes Burg

Der Name Burg wird in deutscher Sprache auf verschiedene Wurzelwörter zurückgeführt. Er wird hergeleitet von Berg, auf welchem die Burg gewöhnlich lag, oder von dem Wort Bergen d. h. in Sicherheit bringen; oder auch von dem veralteten Byrgen, was so viel wie verschließen bedeutet. Letztere Mutmaßung findet darin einige Begründung, dass auch das Wort Schloss von schließen abstammt.

Der Ausdruck Schloss bezeichnet aber im Mittelalter gewöhnlich nur ein festes und verschlossenes Wohnhaus, während im Wort Burg mehr der Begriff eines festen Platzes liegt, der auch eine kriegerische Bestimmung und Anordnung hatte und nicht nur als Wohnsitz eines oder mehrerer Geschlechter, sondern auch noch zur Aufnahme und Verwendung einer bewaffneten Besatzung eingerichtet war.

Das Wort Burg ist indessen viel älter als die deutschen Burgen. Bei den byzantinischen Griechen bedeutet Weiterlesen

Über mittelalterliche Burgen – Teil 3

Hartmann von Kroneberg im 14. Jahrhundert

Hartmann von Kroneberg im 14. Jahrhundert

Selten fehlte, als sich die Burgen nach und nach vergrößerten, eine wohlversehene Rüstkammer. Doch darf man dort nicht immer einen Vorrat von Turnierrüstungen und ritterlichen Wehren suchen, sondern meist nur Spieße, Hellebarden, Armbrüste mit ihren Bolzen, Schwerter und einfache Schutzwaffen. Man erkennt diese Rüstkammern, auch wenn sie längst ausgeleert sind, an den zahlreichen hölzernen Pflöcken in der Wand. Ein Inventar des Schlosses Freiberg bei Füssen im Allgäu fängt mit der Rüstkammer an und zählt darin fünf blaue Harnische, vier weiße, drei gereifte lichte mit allem Zubehör an Hauben, Bärten, Armrohren, Beinschienen, Handschuhen und dergleichen auf. Dann kommen die Jagd- und Fischgerätschaften in Menge, was im hinteren Turm, was in des Herrn »khamer«, in der Kammer neben der oberen Stube, was an Ornamenten in der Kapelle und so fort sich befand. Ein älteres Inventar dieses im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Schlosses führt die Jahreszahl 1539. Hierin wird auch einer kupfernen Badewanne gedacht.

Da noch so zweifelhafte Begriffe über die älteste Bewaffnung existieren, diese aber mit der Einrichtung alter Burgen Hand in Hand geht, so soll hier eine flüchtige Einfügung folgen. In den ersten Jahrhunderten des Mittelalters, als antike Formen noch vorherrschend waren, hatte auch die Waffentracht kaum etwas von dem früheren Gebrauch eingebüßt. Der römische Helm, das kurze Schwert, der Schuppenharnisch aus Horn und Metall, Weiterlesen