Archiv

Wolfgang Brandt

Rücksturz zur Erde: 60 Jahre Raumpatrouille Orion

Rücksturz zur Erde: 60 Jahre Raumpatrouille Orion

ES WAR ein historischer September im Jahr 1966. Während in den Vereinigten Staaten ein gewisser Captain Kirk zu seiner legendären Fünf-Jahres-Mission aufbrach, startete in der Bundesrepublik Deutschland ein völlig anderes, aber nicht minder ikonisches Raumschiff in den Kosmos. Exakt 60 Jahre ist es nun her, dass Commander Cliff Allister McLane und seine unerschrockene Crew zum allerersten Mal über die heimischen Röhrenbildschirme flimmerten. Es ist an der Zeit für eine ausführliche Retrospektive auf ein Stück deutscher Science-Fiction-Geschichte, das in seiner Einzigartigkeit bis heute unerreicht geblieben ist.

Als am 17. September 1966 um 20:15 Uhr unmittelbar nach der Tagesschau die erste Folge von Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion in der ARD ausgestrahlt wurde, stockte der Fernsehnation buchstäblich der Atem. So etwas hatte es in der hiesigen TV-Landschaft schlichtweg noch nie gegeben. Statt der gewohnten seichten Heimatfilme oder braven Fernsehkrimis taten sich plötzlich die unendlichen Weiten des Weltraums im heimischen Wohnzimmer auf. Das Publikum erlebte dieses Spektakel in brillanten, kontrastreichen Schwarz-Weiß-Bildern, untermalt Weiterlesen

Wölfe – Staffel 1, Episode 6 von 6

Wölfe
Staffel 1, Episode 6 von 6
Gespenster

Anne beschuldigt Cromwell des Verrats, als sie herausfindet, dass er in einer Krisenzeit versuchte, Mary und nicht Elizabeth zu beschützen. Doch Annes Macht schwindet rapide, und ihre Feinde sammeln sich. Anne gerät mit Jane Rochford in einen Streit, doch in ihrer Wut enthüllt Anne, dass der Musiker Mark Smeaton sowie die Adligen Francis Weston und Harry Norris ihr alle ihre Liebe gestanden haben – was den Tatbestand des Hochverrats erfüllt. Jane Rochford bereitet es großes Vergnügen, diese Vorfälle an Cromwell zu melden. Sie deutet zudem an, dass sich der ungesunde sexuelle Appetit ihres Ehemanns George Boleyn auch auf seine Schwester erstreckt. Cromwell ist von derartigen Anschuldigungen verblüfft, lässt Mark Smeaton jedoch zum Verhör vorführen. Töricht prahlt Smeaton mit seinen eigenen Heldentaten mit der Königin und beginnt unter Zwang, weitere Namen preiszugeben, darunter Norris, Weston und William Brereton. Cromwell hat nun genügend Informationen, um zu handeln, und diese Männer werden zusammen mit Anne und George Boleyn in den Tower of London gebracht. Als Cromwell jeden dieser Herren in seiner Zelle besucht, denkt er an den Untergang von Kardinal Wolsey zurück und erinnert sich daran, wie Norris, Weston, Weiterlesen

KI – Mensch gegen Maschine

Mensch gegen Maschine: Was Künstliche Intelligenz für die Zukunft des Lesens bedeutet

Stell dir vor, du liest einen fesselnden Roman, fieberst mit den Figuren mit und bist am Ende tief berührt. Doch auf der letzten Seite erfährst du: Kein Mensch hat dieses Buch geschrieben, sondern ein Computerprogramm.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction klang, ist heute Realität. Künstliche Intelligenz (KI) verfasst nicht mehr nur Wetterberichte oder Standard-E-Mails, sondern dichtet, erzählt Geschichten und schreibt Essays. Für die Literaturwelt ist das ein gewaltiger Umbruch. Doch was bedeutet es für die Kunst, wenn ein Algorithmus den Stift übernimmt? Wem gehört ein Text, der aus Milliarden fremder Daten zusammengemischt wurde? Und vor allem: Was heißt das für uns als Leserinnen und Leser?

Licht und Schatten: Die KI als Co-Autor

Die Reaktionen auf schreibende Computer sind völlig gespalten. Einerseits ist die KI ein fantastischer Assistent. Sie hilft Autorinnen und Autoren, wenn sie eine Schreibblockade haben, liefert Ideen für neue Welten oder übernimmt lästige Recherchearbeiten. Auch Verlage nutzen die Technik längst, um Texte schneller zu bearbeiten oder Klappentexte zu verfassen.

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Im Schatten des Vollmonds I

Im Schatten des Vollmonds I
Weshalb der Werwolf im Horror-Filmgenre benachteiligt ist

Im Vergleich zu anderen klassischen Filmunholden der Kinogeschichte werden Werwölfe, um aufrichtig zu sein, häufig vernachlässigt. Während sich Vampire und Untote auf zahlreiche legendäre Werke berufen können und Geister beziehungsweise Hexen ohnehin allerorts präsent sind, erweisen sich hervorragende Lykanthropen-Produktionen auf der großen Leinwand als eine Rarität. Die Gründe hierfür werden im folgenden Beitrag analysiert.

Allerdings zählt der Werwolf zu den ältesten sowie weltweit am häufigsten verbreiteten Wesen der volkstümlichen Überlieferung. Sein modernes Fundament erstreckt sich bis zur antiken griechischen Schrifttradition, bevor er sich zu einer zentralen Figur in europäischen mündlich überlieferten Erzählungen entwickelte und die Menschheit am Feuer mit Besorgnis erfüllte. Gegenwärtig begegnet man der Gestalt des Werwolfs in praktisch allen kulturellen Regionen – vom nordischen Úlfheðinn bis zum östlichen Werewolf – und unterstreicht die menschliche Leidenschaft für die Vermischung von Mensch und Tier. Allerdings treten Werwölfe auf der Leinwand deutlich seltener – und zumeist weniger erfolgreich – auf als erheblich neuere Nachtgeschöpfe wie zum Beispiel Weiterlesen

Unendliche Weiten, ewige Hoffnung: 60 Jahre Star Trek

Unendliche Weiten, ewige Hoffnung: 60 Jahre Star Trek

HEUTE, AM 8. September 2026, feiert die Popkultur einen beispiellosen Meilenstein. Exakt sechs Jahrzehnte ist es her, dass die allererste Episode von Star Trek über die amerikanischen Röhrenbildschirme flimmerte. Als The Man Trap (Das Letzte seiner Art) am 8. September 1966 um 20:30 Uhr Ortszeit auf NBC ausgestrahlt wurde, ahnte noch niemand, dass diese relativ günstige Science-Fiction-Produktion den Grundstein für eines der langlebigsten, einflussreichsten und faszinierendsten Franchises der Entertainment-Geschichte legen würde.

60 Jahre später blicken wir nicht nur auf eine TV-Serie zurück, sondern auf eine Philosophie, die unsere moderne Welt maßgeblich mitgestaltet hat.

INMITTEN DES Kalten Krieges, der Bürgerrechtsbewegung und der ständigen Angst vor der nuklearen Vernichtung schuf der ehemalige Pilot Gene Roddenberry eine Vision, die radikal anders war. Seine Zukunft war nicht postapokalyptisch oder dystopisch. Stattdessen zeigte Roddenberry eine geeinte Menschheit, die Armut, Rassismus und Krieg auf der Erde hinter sich gelassen hatte.

Auf der Brücke der U.S.S. Enterprise agierten ein Amerikaner (Captain Kirk), ein Russe (Chekov), ein Japaner (Sulu), ein Schotte (Scotty) Weiterlesen