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Spannungswelten

Tür des Todes – Kapitel 6

John Esteven
Tür des Todes
Kapitel 6

Renaissance-Studien

Eine gefühlskalte Person hätte eine solche Niederlage, wie sie Norse ereilt hatte, einfach achselzuckend abgetan oder sie mit Prahlerei überspielt. Er jedoch ertrug sie tapfer. Er zeigte keinerlei Regung. Nicht, dass er die Demütigung nicht spürte, sondern weil er sie tief empfand – zutiefst existenziell. Ich glaube, er war für eine Weile im wahrsten Sinne des Wortes wie gelähmt. Doch dann wandte er sich ruhig an Roose.

»Haben Sie die Vorderseite des Hauses patrouilliert?«

»Ja, Sir.«

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Die Geheimnisse Londons – Band 1- Kapitel 16

George W.M. Reynolds
Die Geheimnisse Londons
Band 1

Kapitel 16
Der Beginn des Unglücks

Es war acht Uhr am Morgen nach der Szene in der Hölle. Während Richard sich noch im Gewahrsam der Polizei befand, eilten Sir Rupert Harborough und der ehrenwerte Arthur Chichester in einem stattlichen Cabriolet, das Ersterem gehörte, in Richtung Markham Place.

Das Gespräch dieser Herren während der Fahrt wird dazu dienen, ein wenig Licht auf ein oder zwei vorangegangene Vorfälle zu werfen, die dem Leser vielleicht etwas rätselhaft erschienen sind.

»Ich frage mich, was letzte Nacht aus ihm geworden ist«, sagte Chichester.

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Catherine Parr – Band 2 – Kapitel 4

Luise Mühlbach
Catherine Parr
Band 2
Drittes Buch
Die Schleife der Königin
Historischer Roman, M. Simion, Berlin 1851

4. Gammer Gurtons Nadel

Diese Wohnung John Heywoods lag in dem zweiten, dem inneren Hof des großen Palastes von Whitehall, und dieser Flügel desselben umfasste alle Wohnungen der königlichen höheren Diener, zu welchen der Narr des Königs, welcher Titel damals ebenso viel bedeutete, wie jetzt ein Kammerherrntitel, durchaus gerechnet wurde.

John Heywood durchschritt langsam und in tief-ernsten Gedanken diesen zweiten Hof, als plötzlich laute zankende Stimmen und der Weiterlesen

Auf den Spuren der Wegbereiter 09

George Bird Grinnell
Auf den Suren der Wegbereiter
Originaltitel: Trails of the Pathfinders. New York. Charles Scribner’s Sons. 1911

Kapitel 10

Lewis und Clark Teil 3

Sie hatten nun den Milk River und den Dry Fork passiert, und im Tagebuch heißt es: »Das Wild ist nun in gewaltigen Mengen vorhanden, besonders die Elche und Büffel; letztere sind so zahm, dass die Männer gezwungen sind, sie mit Stöcken und Steinen aus dem Weg zu treiben.« Bären gab es im Überfluss, und fast jeden Tag wurde einer erlegt.

Sie näherten sich den Bergen, und die Frühjahrsstürme, die hier bis Mitte Juli andauern, machten ihnen mit heftigen Regenfällen und schlechter Sicht zu schaffen. Am 10. erreichten sie die Mündung des Musselshell River. Sie drangen weiter vor und fanden sich nach kurzer Zeit in den Badlands des oberen Missouri wieder. Nun waren sie gezwungen zu treideln: Eine Anzahl von Männern ging mit einer Weiterlesen

Die Schwarzmäntel – Band 1

Paul Féval
Die Schwarzmäntel
Originaltitel: Les Habits Noirs
Band 1

Anstelle eines Vorwortes

Lange bevor moderne Mafia-Epen oder Superhelden-Comics die Popkultur beherrschten, erschuf der französische Autor Paul Féval mit seinem Zyklus Les Habits Noirs ein literarisches Universum, das den Grundstein für den modernen Kriminalroman legte. Zwischen 1863 und 1875 veröffentlicht, entfaltet Féval eine düstere Vision der Gesellschaft, in der das Verbrechen nicht mehr nur das Werk Einzelner ist, sondern ein unsichtbares, perfekt organisiertes Imperium.

Im Zentrum steht die titelgebende Geheimgesellschaft – die Les Habits Noirs; die Schwarzmäntel. Dabei handelt es sich nicht um gewöhnliche Straßendiebe, sondern um eine kriminelle Elite, die alle sozialen Schichten durchdringt. Vom Aristokraten im Ballsaal Weiterlesen