Professor Zamorra – Das Schloss der Dämonen
Professor Zamorra
Band 1
Das Schloss der Dämonen
Von Robert Lamont (Susanne Wiemer)
Bastei Verlag, erschienen am 02.07.1974
Fackelschein geisterte über die Wände. Feuchte, modrige Kälte hing in der Luft, der Geruch nach Leder, rostigem Eisen und nassem Gestein. Dicht vor dem Gesicht des Mannes loderte eine Pechfackel, beleuchtete seine schweißnasse Stirn, die zuckenden Lippen, die verzerrten Züge.
Der Mann lag ausgestreckt auf einer Holzpritsche, die Arme über den Kopf gehoben. Breite Lederriemen fesselten seine Hand- und Fußgelenke, ein dickes Tau lief von den Fesseln über eine altmodische Winde, und das Seil war straff gespannt. Der Mann keuchte. Den breitschultrigen, muskulösen Hünen, der die Winde bediente, konnte er nicht sehen. Aber er hatte das Schaben gehört, das nervenzerfetzende Quietschen, und in seinem gemarterten Schädel schien sich das Geräusch fortzupflanzen, bis es sich wie ein Weiterlesen
Das Haus der geheimnisvollen Uhren
Das Haus der geheimnisvollen Uhren
Zwischen Retro-Grusel und CGI-Spektakel
Dass Eli Roth, bekannt für kompromisslose Horrorfilme wie Hostel, 2018 die Regie eines Familienfilms übernahm, war überraschend. Das Ergebnis ist eine visuelle Hommage an das Kino der 1980er-Jahre. Der Film verbindet altersgerechten Grusel geschickt mit Fantasy-Elementen. Ein stimmungsvoller Soundtrack unterstreicht den Retro-Stil und erinnert an Klassiker wie Gremlins oder Poltergeist. Durch diese bewusste Nostalgie positioniert sich der Film als zeitgemäße Neuinterpretation bekannter Genre-Konventionen und spricht damit sowohl junge als auch ältere Zuschauer an.
Die beiden erwachsenen Hauptdarsteller sind das Herzstück des Films. Jack Black verkörpert den exzentrischen Jonathan Barnavelt mit Energie und körperbetonter Komik. Er meistert emotionale wie lustige Szenen authentisch und vermittelt väterliche Wärme. Cate Blanchett bildet den idealen Gegenpol. Als Mrs. Zimmermann überzeugt sie mit eleganter Ironie, schnellen Dialogen und einer überzeugend dargestellten, verborgenen Trauer. Owen Vaccaro als trauerndes Waisenkind Lewis leistet einen soliden Beitrag, tritt aber neben den etablierten Hollywood-Akteuren naturgemäß zurück. Die harmonische Zusammenarbeit der drei Weiterlesen
Catherine Parr – Band 2 – Kapitel 5.2
Luise Mühlbach
Catherine Parr
Band 2
Drittes Buch
Die Schleife der Königin
Historischer Roman, M. Simion, Berlin 1851
5. Die Nacht der Intrigen
2. Der General Loyolas
Ja, da am Fenster sieht sie ihn noch; dort drüben zeichnet sich seine hohe Gestalt, einem Schatten gleich, an den Bäumen ab. Nun ist sie verschwunden, nun ist er fort, und sie – sie ist allein! Allein mit ihren Schmerzen und ihren bittersüßen Erinnerungen.
Und sie wirft sich zur Erde nieder, ringt ihre Hände zum Himmel, und ein Ächzen dringt aus ihrer Brust hervor, wie es nur der Weiterlesen
Aus dem Reiche der Phantasie – 1. Teil
Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 8
Die Ansiedlung auf dem Meeresgrund
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901
Kapitel 1
Im Taucheranzug
»Die Wunder der Meerestiefe möchte ich einmal sehen«, sagte Richard vor dem Schlafengehen. »Es steht mir zwar frei, mir zu wünschen, mich im Wasser in jeder Tiefe genau wie an der Erdoberfläche bewegen zu können und meine Lungen in Kiemen zu verwandeln, aber das will ich nicht. Das ist unnatürlich. Solche Dinge begreift man oft selbst im Traum nicht und wundert sich dann darüber – wie ich schon in früheren Träumen manchmal bemerkt habe. Ich will mich daher nur an Möglichkeiten halten, auch wenn die Fantasie sonst noch so kühn arbeitet. So wünsche ich mir also ein Taucherkostüm, von dem ich annehme, dass ich Weiterlesen
Kommissar Rosic – Band 1.15
Rodolphe Bringer
Kommissar Rosic
Band 1
Der Dolch aus Kristall
Kapitel 15: Bobs Tochter
Rosic war in seiner kleinen Villa in den Hügeln von Sainte-Foy zurückgekehrt. Er hatte seine Tochter umarmt, ebenso Gladys, die Freundin und Anstandsdame seiner Tochter. Schließlich hatte er sich genießerisch seine Hausschuhe angezogen und sich in dem kleinen Esszimmer der Villa zwischen den beiden jungen Frauen an den Tisch gesetzt – vor einen dieser vorzüglichen Lyoner Eintöpfe, die so wunderbar nach der guten alten französischen Küche duften.
»Ach, Kinder … wie schön es doch hier ist!«, seufzte Rosic. »Besonders wenn man vier Tage lang keine halbe Stunde Schlaf bekommen hat und nur von einem Zug ins Auto gesprungen ist … Ach, was für ein anstrengender Beruf!«

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