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Kommissar Rosic – Band 1.08

Rodolphe Bringer
Kommissar Rosic
Band 1
Der Dolch aus Kristall
Kapitel 8: Der elfte Fahrgast

»Nun gut, fassen wir die Lage zusammen«, forderte Monsieur Chaulvet. »Im Zug B-14 wurde ein Mann ermordet. Am Bahnhof, während der blutbefleckte Waggon auf dem Abstellgleis stand, hat der Mörder die Leiche enthauptet und ist in den Zug 234 gesprungen, der daneben stand. Den Kopf hat er in die Isère geworfen. Nun versichert uns aber der Schaffner – und daran gibt es keinen Zweifel –, dass dieser ermordete Fahrgast sich im Moment der Abfahrt gar nicht im Zug befand.«

Der Schlafwagenschaffner nickte zustimmend.

»Andererseits ist aus eben diesem B-14 ein Mann an der Passage du Robinet herausgesprungen, das heißt eine knappe halbe Weiterlesen

Sagen der mittleren Werra 107

Von der Kingskutte bei Möhra

»Ich habe drei Jahre als Knecht drüben in Möhra gedient«, erzählte ein alter Hirte, »und manchen Schweißtropfen in der Kingskutte verloren; ich kenne sie wie meine Westentasche.«

Sie liegt kaum einige Büchsenschüsse weit auf der Höhe hinter Möhra, rechts am Fußpfad nach Ettenhausen. Sie ist höchstens an der tiefsten Stelle mannstief und einige dreißig Schritte lang und breit. Es bleibt eine kuriose Sache, dass die salztrockene Kingskutte an heißen Sommertagen – wenn man glaubt, im Feld müsse alles verbrennen und Quellen sowie Bäche versiegen – auf einmal voll Wasser wird. Oft sickert es ebenso schnell wieder in den Boden, wie es gekommen ist; oft steht es aber auch so lange, dass die Sommerfrucht darin abstirbt. Wahr ist es: Wenn die Kingskutte voll Wasser steht, steigt das Getreide im Preis, und sollte es auf den Dächern wachsen.

Der Wehdborn in Möhra

Vor einem der Bauernhäuser, dicht an der Gemeindeschenke zu Möhra, steht neben der Wehd – einem kleinen gemauerten Bassin Weiterlesen

Westward! Ho! – Erinnerungen eines Trappers – Kapitel 60

Heimkehr – Schlussbetrachtung

Am 9. Oktober erreichten wir auf unserer Heimreise Belle Vue, wenige Meilen oberhalb der Mündung des Platte River. Aufgrund starker Regenfälle blieben wir hier acht Tage lang. In dieser Zeit löste sich unsere Gesellschaft, die aus etwa achtzig Männern bestand, auf, und jeder suchte sich die für ihn beste Reisemöglichkeit in Richtung des Bundesstaates Missouri. Einige heuerten auf den Mackinaw-Handelsbooten an, die vom oberen Missouri kamen; andere bauten oder kauften Kanus, um den Fluss hinab zu reisen, und wieder andere machten sich zu Fuß auf, um ihre Reise zu vollenden. Eine kleine Gruppe, mich eingeschlossen, ritt zu Pferd weiter und verließ Belle Vue am siebzehnten. Wir hatten eine kalte, nasse Reise durch eine fruchtbare, hügelige Prärielandschaft, die von kleinen, bewaldeten Wasserläufen durchzogen war, bis wir am 28. das Cantonment Leavenworth erreichten.

Wir blieben dort zwei Tage, um unsere Pferde und uns selbst auszuruhen. Am 31. setzten wir unsere Reise fort, nachdem wir einer Parade der dort stationierten United States Dragoons unter dem Kommando von Colonel Dodge beigewohnt hatten. Unser Weg führte uns erneut durch dasselbe offene, wellige Land, das von bewaldeten Flussläufen durchzogen war; dabei bemerkten wir, dass die bewaldeten Flussniederungen, durch die diese Gewässer fließen, mit unserem Vorankommen immer breiter und üppiger wurden.
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Mörder und Gespenster – Band 1 – 24. Teil

August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Muttermörder

Kapitel 5

Seitdem sich diese Ereignisse zugetragen hatten, war das Haus, das Heinrich Walter von seinen Eltern geerbt hatte und das nach seinem gewaltsamen Tod an entfernte Erben gekommen war, zum Sitz unheimlichen Spuks geworden. Noch kurze Zeit wurde es bewohnt, dann aber scheute sich ein jeder, hineinzuziehen, und es stand leer, obgleich die Eigentümer es in einem freundlichen Zustand erhielten, um Bewohner anzulocken.

Die Hauptursache dieses Rufes lag in der Erscheinung eines alten Mütterchens, das, wie die Sage ging, niemandem etwas zuleide tat, aber doch die Leute auf seltsame Weise erschreckte. Mussten die Mägde zur frühen Arbeit aufstehen, gab es eine Wäsche Weiterlesen

Marc Jordan – Band 1 – Kapitel 2

Marc Jordan
Heldentaten des größten französischen Detektivs
Band 1
Die Entführung einer Jungfrau
Kapitel 2
Lebendig oder tot!

Einige Tage vor dieser Szene war ein großer brasilianischer Edelmann, der Herzog von la Riviera, mit schmerzverzerrtem Gesicht zum Chef der Sicherheitspolizei in Paris gekommen, um eine ungeheuerliche und höchst geheimnisvolle Geschichte zu erzählen.

Er hatte eine Tochter namens Carmencita, die kaum sechzehn Jahre alt und von so umwerfender Schönheit war, dass niemand sie erblicken konnte, ohne sich in sie zu verlieben; Augen wie schwarzer Samt, ein Teint wie ein reifer Granatapfel und so elegante, vollkommene Formen, dass sie den berühmtesten Meisterwerken an Perfektion in nichts nachstand.

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