Einbrecher aus Leidenschaft – Wer zuletzt lacht
E. W. Hornung
Einbrecher aus Leidenschaft
Wer zuletzt lacht
Wie ich schon an anderer Stelle zu bemerken Gelegenheit hatte, sind die Glanzstücke unserer Unternehmungen – vom rein kriminellen Standpunkt aus betrachtet – für die lauteren Zwecke dieser Aufzeichnungen am wenigsten zu gebrauchen. In einem Fachblatt (sofern einem solchen Bedürfnis abgeholfen werden könnte) würden sie von versierten Meistern des Brecheisens und des Dietrichsatzes vielleicht geschätzt werden; als Berichte über lückenlose, aber bedeutungslose Erfolge fände man sie jedoch auf Anhieb zu banal und zu technisch, ganz zu schweigen davon, dass sie obendrein unappetitlich und unrentabel wären. Die letzteren Schimpfwörter und noch schlimmere sind in der Tat bereits angewendet worden – wenn schon nicht auf Raffles und all seine Werke, so doch zumindest von mehr als einem wackeren Führen einer tugendhaften Feder auf meine Schriften über ihn. Ich brauche wohl kaum zu betonen, wie herzlich ich dieser wahrlich frommen Meinung widerspreche. Weit davon entfernt, auch nur ein einziges Wort davon einzuräumen, behaupte ich vielmehr, dass ich der Welt die eindringlichste Warnung erteile. Raffles war ein Genie, und selbst er konnte daraus kein Kapital schlagen! Raffles besaß Erfindungsgeist, Tatkraft, unvergleichliche Kühnheit und Weiterlesen
Sagen der mittleren Werra 109
Vom Geldbirnbaum bei Unterrohn
Auf dem sogenannten Schlösschen am Haspelsgraben, wo sich zuweilen eine weiße Frau zeigen soll, stand noch vor wenigen Jahren ein riesiger Feldbirnbaum. In der Gegend nannte man ihn nur den Geldbirnbaum, weil unter ihm ein großer Schatz vergraben lag.
Einst spielten mehrere Kinder aus Unterrohn in seiner Nähe. Da erblickte ein Junge unter dem Baum einen alten Topf, der bis an den Rand mit blanken Talermünzen gefüllt war. Doch als er die anderen mit den Worten »Herrje, was ist das! Schnell, schnell!« herbeirief, versank der Topf ebenso rasch wieder vor seinen Augen im Boden.
Von den Wichtelmännchen am Haspelsgraben bei Unterrohn
»Sie wissen doch«, so erzählt die alte Tiefenorter Botenfrau, »dass sich zwischen Unterrohn und Tiefenort von den Werrawiesen aus ein kleines Tal bergauf zieht, das man Haspelsgraben nennt. Rechts auf der Ecke des Berges stand einmal ein altes Schloss, von dem heute nur noch der tiefe Graben, Kalk und Ziegelsteine übrig sind. Dort in der Gegend wohnen immer noch Weiterlesen
Die letzte Fahrt der Enora Time
Andreas Gruber
Die letzte Fahrt der Enora Time
Science-Fiction, Kurzgeschichten, Softcover, Goldmann, München, April 2026, 336 Seiten, 14,00 EUR, ISBN: 9783442497423
Autor Andreas Gruber hat die im vorliegenden Buch gesammelten Texte, die allesamt schon in anderen Publikationen erschienen sind, im Jahr 2025 komplett überarbeitet und mit persönlichen Anmerkungen versehen, die Hintergründe zur jeweiligen Entstehung offenbaren, was nicht nur eine Einordnung in den zeitlichen Veröffentlichungsrahmen zulässt, sondern z.B. Aufschluss zu Inspiration und Motivation des Autors gibt.
Andreas Gruber ist kein Unbekannter und in vielen Genres bewandert. Man kennt ihn als Krimi- und Thrillerautor wie auch als Verfasser unheimlicher Romane.
Wie er zur Science-Fiction kam, erzählt der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller in seinem launigen Essay zu Beginn des Buches: Mein Zugang zur Science-Fiction.
Aus den Geheimakten des Welt-Detektivs – Band 13 – 6. Kapitel
Aus den Geheimakten des Weltdetektivs
Band 13
Das Spitzenkleid der Königin
6. Kapitel
Das verhängnisvolle Ballspiel
»Finden Sie nicht auch, Harald, dass heute ein herrlicher Tag ist? Und wäre es nicht schade, ihn zwischen den dumpfen Mauern von Dumbarton Castle zu vergeuden?«
Diese Frage richtete Cora Dessalines an dem Tag, der den soeben geschilderten Ereignissen folgte, an Lord Dumbarton, der ihr beim Lunch gegenübersaß.
»In der Tat, meine Teure«, antwortete der Lord ebenso zerstreut, wie er schon während der gesamten Mahlzeit gewesen war. »Die Sonne scheint heute ganz besonders hell, und ein Spaziergang im Park wäre vielleicht zu empfehlen.«
Der Detektiv – Band 32 – Der sprechende Kopf – Kapitel 5
Walter Kabel
Der Detektiv
Band 32
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Der sprechende Kopf
Kapitel 5
Der Zettel
Ich lag auf dem einen Wandsofa und richtete mich nun schwerfällig auf.
Die große Lampe an der Decke brannte. Allmählich wurde ich wieder vollständig Herr meiner Sinne.
Ich schaute mich um. Ich war nicht gefesselt. Mir gegenüber auf dem anderen Sofa saß Harst, ebenfalls mit freien Gliedern.
Fünf Maskierte zählte ich, die rechts von uns an dem runden Tisch Platz genommen hatten. Vor ihnen lagen griffbereit Revolver. Weiterlesen
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