Lanterns – Wenn Kleinstadt-Krimi auf kosmische Superhelden trifft
Lanterns – Wenn Kleinstadt-Krimi auf kosmische Superhelden trifft
Mit der ersten Episode von Lanterns, ausgestrahlt am 17.08.2026 auf HBO Max, schlägt das runderneuerte DC-Universe unter James Gunn einen Ton an, den man von Helden in Spandex-Anzügen bisher kaum kannte. Die Showrunner Chris Mundy (Ozark), Damon Lindelof (Watchmen) und Tom King verfrachten das galaktische Erbe der Green Lanterns geradewegs in die eisige Provinz von Nebraska. Das Ergebnis ist kein buntes CGI-Spektakel, sondern ein geerdeter Mystery-Thriller, der atmosphärisch stark an Formate wie True Detective erinnert.
Ein Puzzle aus drei Jahrzehnten
Erzählerisch macht es sich die Pilotepisode nicht leicht. Statt linear abzulaufen, springt die Handlung elegant zwischen drei Zeitebenen hin und her, um das zentrale Mysterium und die komplexe Beziehung der Hauptfiguren aufzubauen.
Den emotionalen Anker bildet das Jahr 1996. Ein junger John Stewart sitzt gebannt vor dem Fernseher und Weiterlesen
Rücksturz zur Erde: 60 Jahre Raumpatrouille Orion
Rücksturz zur Erde: 60 Jahre Raumpatrouille Orion
ES WAR ein historischer September im Jahr 1966. Während in den Vereinigten Staaten ein gewisser Captain Kirk zu seiner legendären Fünf-Jahres-Mission aufbrach, startete in der Bundesrepublik Deutschland ein völlig anderes, aber nicht minder ikonisches Raumschiff in den Kosmos. Exakt 60 Jahre ist es nun her, dass Commander Cliff Allister McLane und seine unerschrockene Crew zum allerersten Mal über die heimischen Röhrenbildschirme flimmerten. Es ist an der Zeit für eine ausführliche Retrospektive auf ein Stück deutscher Science-Fiction-Geschichte, das in seiner Einzigartigkeit bis heute unerreicht geblieben ist.
Als am 17. September 1966 um 20:15 Uhr unmittelbar nach der Tagesschau die erste Folge von Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion in der ARD ausgestrahlt wurde, stockte der Fernsehnation buchstäblich der Atem. So etwas hatte es in der hiesigen TV-Landschaft schlichtweg noch nie gegeben. Statt der gewohnten seichten Heimatfilme oder braven Fernsehkrimis taten sich plötzlich die unendlichen Weiten des Weltraums im heimischen Wohnzimmer auf. Das Publikum erlebte dieses Spektakel in brillanten, kontrastreichen Schwarz-Weiß-Bildern, untermalt Weiterlesen
Im Schatten des Vollmonds I
Im Schatten des Vollmonds I
Weshalb der Werwolf im Horror-Filmgenre benachteiligt ist
Im Vergleich zu anderen klassischen Filmunholden der Kinogeschichte werden Werwölfe, um aufrichtig zu sein, häufig vernachlässigt. Während sich Vampire und Untote auf zahlreiche legendäre Werke berufen können und Geister beziehungsweise Hexen ohnehin allerorts präsent sind, erweisen sich hervorragende Lykanthropen-Produktionen auf der großen Leinwand als eine Rarität. Die Gründe hierfür werden im folgenden Beitrag analysiert.
Allerdings zählt der Werwolf zu den ältesten sowie weltweit am häufigsten verbreiteten Wesen der volkstümlichen Überlieferung. Sein modernes Fundament erstreckt sich bis zur antiken griechischen Schrifttradition, bevor er sich zu einer zentralen Figur in europäischen mündlich überlieferten Erzählungen entwickelte und die Menschheit am Feuer mit Besorgnis erfüllte. Gegenwärtig begegnet man der Gestalt des Werwolfs in praktisch allen kulturellen Regionen – vom nordischen Úlfheðinn bis zum östlichen Werewolf – und unterstreicht die menschliche Leidenschaft für die Vermischung von Mensch und Tier. Allerdings treten Werwölfe auf der Leinwand deutlich seltener – und zumeist weniger erfolgreich – auf als erheblich neuere Nachtgeschöpfe wie zum Beispiel Weiterlesen
Unendliche Weiten, ewige Hoffnung: 60 Jahre Star Trek
Unendliche Weiten, ewige Hoffnung: 60 Jahre Star Trek
HEUTE, AM 8. September 2026, feiert die Popkultur einen beispiellosen Meilenstein. Exakt sechs Jahrzehnte ist es her, dass die allererste Episode von Star Trek über die amerikanischen Röhrenbildschirme flimmerte. Als The Man Trap (Das Letzte seiner Art) am 8. September 1966 um 20:30 Uhr Ortszeit auf NBC ausgestrahlt wurde, ahnte noch niemand, dass diese relativ günstige Science-Fiction-Produktion den Grundstein für eines der langlebigsten, einflussreichsten und faszinierendsten Franchises der Entertainment-Geschichte legen würde.
60 Jahre später blicken wir nicht nur auf eine TV-Serie zurück, sondern auf eine Philosophie, die unsere moderne Welt maßgeblich mitgestaltet hat.
INMITTEN DES Kalten Krieges, der Bürgerrechtsbewegung und der ständigen Angst vor der nuklearen Vernichtung schuf der ehemalige Pilot Gene Roddenberry eine Vision, die radikal anders war. Seine Zukunft war nicht postapokalyptisch oder dystopisch. Stattdessen zeigte Roddenberry eine geeinte Menschheit, die Armut, Rassismus und Krieg auf der Erde hinter sich gelassen hatte.
Auf der Brücke der U.S.S. Enterprise agierten ein Amerikaner (Captain Kirk), ein Russe (Chekov), ein Japaner (Sulu), ein Schotte (Scotty) Weiterlesen
Captain Marvel – Ein mäßig inspirierter Lückenbüßer im MCU
Captain Marvel – Ein mäßig inspirierter Lückenbüßer im MCU
In den 1990er-Jahren kämpft die von Kree-Außerirdischen ausgebildete Kriegerin Vers ohne Erinnerung an ihre Vergangenheit in einem galaktischen Krieg gegen die gestaltwandlerischen Skrulls. Nach einer gescheiterten Mission bruchlandet sie im Jahr 1995 auf der Erde und trifft dort auf den S.H.I.E.L.D.-Agenten Nick Fury.
Gemeinsam versuchen sie, das Geheimnis um ihre gelöschten Erinnerungen zu lüften. Dabei entdeckt Vers, dass sie in Wahrheit die menschliche Air-Force-Pilotin Carol Danvers ist. Sie erkennt, dass sie von den Kree getäuscht wurde und ihre gewaltigen Superkräfte aus einem Experiment mit dem Tesserakt stammen. Carol stellt sich gegen ihre früheren Lehrmeister, entfesselt ihre vollen kosmischen Kräfte, rettet die flüchtenden Skrulls und bricht schließlich auf, um im Weltall für Gerechtigkeit zu sorgen.
Mit charmanter Besetzung, humorvollen 90er-Jahre-Referenzen und solidem Unterhaltungswert wagt Marvel seinen ersten Solo-Superheldinnenfilm. Doch hinter der feministischen Fassade leidet Captain Marvel unter einem zerfahrenen Drehbuch, blassen Charakteren und optischem Durchschnitt.
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