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Mythen & Wirklichkeiten

Elbsagen 53

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

53. Der Basilisk von Torgau

In Torgau, einer sehr anmutig an der Elbe gelegenen Stadt, befindet sich an einer Wand in den Kellern des Rathauses ein in Stein gehauener Basilisk. Damit soll es folgende Bewandtnis haben.

Im 16. Jahrhundert hielt sich in einem Brunnen der Stadt ein Basilisk auf, der von dort aus alle Gewässer in der Stadt vergiftete. Um dieses schreckliche Übel zu beseitigen und das Tier zu töten, setzte man große Belohnungen Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 64

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

66. Zwerge auf dem Hopfensöller

Die Erdmännlein oder Zwerge sind nicht alle einer Art. Einige sind gütig und traulich, werden darum Hausgeister genannt. Diese halten sich nachts gewöhnlich auf dem obersten Stock auf und scheinen Dienstbotenwerk zu verrichten. Man soll meinen, sie kletterten die Treppe herunter, öffneten die Türen, legten Feuer an, holten Wasser und deckten den Tisch, doch tun sie im Grunde nichts von dies allem. Da sie aus einigen Zeichen wissen, was noch geschehen wird, so hört man sie häufig lange voraus das tun, was später eintreffen soll.
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Aus dem Wigwam – Der Vogel der Ewigkeit

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor

Der Vogel der Ewigkeit

er Vogel der Ewigkeit wohnte über den Sternen. Unter ihm war nichts als ein unabsehbarer Ozean, in dem sich kein lebendes Wesen regte. Doch als einst das Wasser desselben unversehens mit seinen Flügeln berührte, schoss plötzlich die Erde hervor und war so frisch und grün wie im herrlichsten Sommer. So weit sein Auge reichte, erblickte er himmelhohe Berge und fruchtbare Täler, die im üppigsten Pflanzenschmuck standen. Nirgends aber sang ein Vogel, noch graste ein Hirsch; auch gab es nirgends Menschen.

»Das muss anders werden!«, sagte der Vogel zu sich und flog auf die höchste Spitze des Donnerberges. Dort setzte er sich nieder, kratzte sich mit seinen mächtigen Krallen den Kopf und besann sich, was zu tun sei. Zuletzt fiel ihm ein, Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 52

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Werwolf in Bobenhausen

In einem Frühjahr hatte sich einmal eine Nachtigall nach Bobenhausen verirrt und erfüllte mit ihrem himmelsüßen Gesang alle Abend die Gärten auf der Ostseite des Dorfes, sodass jedermann hinauslief und das in der hohen Gebirgsgegend so seltene Vöglein hören wollte. Aus derselben Veranlassung hatte sich auch eine Frau, die ihr Kind auf dem Rücken trug, zu später Stunde dahin begeben. Wie sie in die Nähe des ehemaligen Bleichgartens der Pfarrei kam, wo es nach dem Geschwätz der Leute niemals ganz just gewesen sein sollte, sah sie in der Weiterlesen

Der Konstanzer Hans Teil 27

W. Fr. Wüst
Der Konstanzer Hans
Merkwürdige Geschichte eines schwäbischen Gauners
Reutlingen, 1852

Siebenundzwanzigstes Kapitel

Hans’ weitere Bekenntnisse

Hans war weit entfernt, die Ursachen seiner Gaunerei nur außer sich zu suchen. Wenn er auch seine schlechte Erziehung und sein Krämerleben als erste vorbereitende Ursache nannte, so warf er doch die Hauptschuld nicht auf seine Eltern und auf die Umstände, sondern auf sich selbst. »Denn«, sagte er aufrichtig, »als ich ins Weiterlesen

Elbsagen 52

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

52. Luther und der Teufel

Im Jahre 1527 wurde Marie, die Schwester des Kurfürsten Johann, mit einem Herzog von Pommern in der Schlosskirche zu Torgau vermählt. Luther vollzog die Trauung. Als das Brautpaar die Ringe wechselte, fiel einer zur Erde. Alle Anwesenden erschreckten sich über dieses Unglück weissagende Vorzeichen. Luther, selbst bestürzt, fing an, in der Rede zu stocken, fasste sich aber schnell. Getrost umherschauend, rief er laut: »Hörst du, Teufel? Weiterlesen