Des Teufels eigener Reiter
Des Teufels eigener Reiter
Das blutige Erbe von Arkansas Dave
Der Wilde Westen war kein Ort für Chorknaben, aber selbst unter den härtesten Desperados gab es Gestalten, bei deren Namen ehrbaren Bürgern das Blut in den Adern fror. Einer von ihnen war David Rudabaugh. Die Geschichte verpasste ihm später die Beinamen Arkansas Dave oder Dirty Dave – angeblich wegen seines strengen Körpergeruchs und seines ungepflegten Äußeren, aber das ist wohl Geschmackssache der Historiker. Popkulturellen Ruhm brachte ihm erst Hollywood im Spätwestern Young Guns II. Doch der echte Rudabaugh brauchte keine Kinoleinwand: Er war ein eiskalter Outlaw, der sein Leben lang auf Kriegsfuß mit dem Gesetz stand.
Geboren wurde der Knabe wohl am 14. Juli 1854 als David Radenbach in Fulton City, Illinois. Im Zuge der großen Westexpansion wurde aus dem deutschen Namen ganz pragmatisch Rudabaugh – man schrieb eben, wie man es hörte. Nachdem der Vater im Bürgerkrieg geblieben war, zog die Mutter die Familie über Kansas nach Ohio und wieder zurück nach Kansas. Doch Dave hielt es nicht am heimischen Herd. Mitte der 1870er Jahre tauchte er in Arkansas auf – und fand schnell Gleichgesinnte für das ganz Weiterlesen
Deutsches Sagenbuch – 001
Ludwig Bechstein
Deutsches Sagenbuch
Leipzig, Verlag von Georg Wigand, 1853
1. Vom deutschen Rheinstrom
Heilige Wasser rinnen von den Bergen des Himmels – so singt es die Edda, das uralte Götterlied. So entspringt auch der Rhein, der heilige Strom des deutschen Vaterlandes, dem Gottesberg (St. Gotthard). Aus Eispalästen und dem Schoß der Alpen fließt er als Strom des Segens herab. Schon die Alten sagten über ihn: »Die Donau ist aller Wasser Frau, doch kann der Rhein mit Ehren ihr Mann sein.«
Die Urbewohner seiner Ufer hielten seine Flut für so wunderbar, dass sie ihm neugeborene Kinder übergaben, um deren eheliche Geburt zu prüfen. Rechtmäßige Abkömmlinge trug die Strömung sanft an das Ufer zurück; uneheliche Kinder jedoch zog er mit ungestümen Wellen und reißenden Wirbeln in die Tiefe – als zorniger Rächer und Richter über die Unreinheit. Andere Anwohner brachten dem heiligen Strom mit Pferden ihr Liebstes als Opfer dar.
Der Mythos Tempelritter – Teil 3.20
Einst waren sie im Hochmittelalter die mächtigste Organisation auf Gottes Erden. Sie waren führend im Bankwesen, sie besaßen die größte Flotte des Abendlandes. Zeugen ihrer schier übermächtigen Größe und ihres Reichtums findet man noch heute: Der Newport Tower in Newport, Rhode Island, der als Leuchtturm der Templer gilt; Santa Mariá de Eunate in Spanien, welche die Templer nach dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem erbauten; Temple Church in London, die den Templern als englisches Hauptquartier diente; die Klagemauer sowie der Tempelberg in Jerusalem, wobei aufgrund der derzeitigen religiösen und politischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und Palästina es dort unmöglich erscheint, umfangreiche Ausgrabungen Weiterlesen
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 32
Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung
VIII. Hirschberg und Umgebung
1. Der Stadtname
Die Stadt Hirschberg soll ihren Namen von einem heidnischen Fürsten erhalten haben, welcher im 10. Jahrhundert am Zusammenfluss von Bober und Zacken jagte. Derselbe geriet durch einen ungewöhnlich starken Hirsch in Lebensgefahr, erlegte denselben aber glücklich und stiftete an dem Ort eine Stadt, welcher er einen Hirsch in das Wappen gab. Daraus ist der Name Hirschberg entstanden.
2. Die Entstehung der Stadt
Als König Boleslaus Chrobri von Polen sich im Jahre 1004 mit seinem Kriegsheer in das Gebirge geflüchtet hatte, nachdem er von Uhldarich von Böhmen geschlagen worden war, kam er an den Zusammenfluss von Bober und Zacken und befahl seinem Rat Panchelenik, dort eine Burg zu erbauen. Nach dem Erbauer wurde die Burg Pancheleni genannt. Als am Fuße derselben sich Häuser fanden, nannten die Bewohner aber ihren Ort Pancheleni und den Berg Hausberg. Pancheleni (Pan Gelink heißt auf Deutsch Herr Hirsch) soll später in Hyrezberg umgewandelt worden sein und die Burg hieß das Bolkenhaus.
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Sagen der mittleren Werra 105
Im Jahr 1688 am 12. des Monats Juni pflügte Hans Peter Luck von Möhra auf dem Acker seines Vaters, der links am Weg nach Etterwinden an dem sogenannten Seeb gelegen war, als er dort unvermutet eine starke Quelle zu Tage gehen sah. Der erstaunte Bauer rief den in der Nähe weidenden Schäfer herbei, erweiterte mit dessen Hilfe die Öffnung des Sprudels und gewahrte nun, wie derselbe in der Tiefe aus einem kellerähnlichen Gewölbe hervorquoll. Das Wasser war molkig, hatte einen seltsamen Geschmack und färbte die Erde umher mit einem gelblichen Schlamm. Die aufgefundene Quelle wurde bald näher bekannt, und man entdeckte in ihr ein so vortreffliches Heilmittel gegen allerlei Leibesübel, dass von Nah und Fern viele dorthin eilten und für ihre Gepressten Genesung suchten und fanden. Die Feldbirnbäume in der Nähe hingen bald voll von Krücken, welche die geheilten Lahmen aus Dankbarkeit hier zurückgelassen hatten.
Als die Gemeinde solches Wunder sah, erwachte in ihr der Eigennutz, und sie gedachte die Quelle zu ihrem Vorteil auszubeuten. Sie beschloss ein Häuschen über den segensreichen Born zu setzen und einen Opferstock daneben zu errichten, um das so gewonnene Geld dann unter sich zu verteilen, und führte das auch aus. Darüber aber zürnten die gütigen Berggeister, die solchen Weiterlesen


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