Einbrecher aus Leidenschaft – Das Schicksal der Faustina – Teil 1
E. W. Hornung
Einbrecher aus Leidenschaft
Das Schicksal der Faustina
Teil 1
Mar—ga—rì,
e perzo a Salvatore!
Mar—ga—rì, Ma l’ommo è cacciatore!
Mar—ga—rì, Nun ce aje corpa tu!
Chello ch’ è fatto, è fatto, un ne parlammo cchieù!
Ein Straßenpiano ergoss seine metallische Musik durch unsere offenen Fenster, während eine blecherne Stimme die Worte hinzufügte, die ich mir seither besorgt habe und oben abdrucke, damit sie von denjenigen wiedererkannt werden, die ihr Italien besser kennen als ich. Sie werden mir nicht dafür danken, dass ich sie an eine Melodie erinnere, die vor Kurzem in jenem Land Weiterlesen
Die Sage des Billy the Kid – Kapitel 13
Walter Noble Burns
Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 13
Ein Fremder aus dem Panhandle
Aus den Ländereien des Mesa kommend, ritten eines Tages im Februar 1878 drei wettergegerbte Männer auf der Texas Road in das alte Fort Sumner ein. Über ihren Sattelknöpfen ruhten lange Büffelgewehre; Bratpfannen und anderes Kochgeschirr klirrten an ihren Sätteln, und ihre mageren, zotteligen Ponys sahen aus, als hätten sie seit langer Zeit weder Hafer noch einen Striegel gesehen.
Kaum hatten sie ihre Ponys am Pecos River angebunden, war von etwas Essbarem die Rede. Daher durchsuchten sie sorgfältig ihre Taschen und fischten einen Dollar und fünfunddreißig Cents in Fünf- und Zehn-Cent-Stücken zusammen. Sie schlenderten in die Stadt, wo ihnen appetitliche Düfte aus einem Restaurant in die Nase stiegen.
Die Geheimnisse Londons – Band 1- Kapitel 17
George W. M. Reynolds
Die Geheimnisse Londons
Band 1
Kapitel 17
Eine Höhle des Schreckens
Wie schmutzig, ungesund und abstoßend die gesamte Umgebung der West Street (Smithfield), Field Lane und Saffron Hill heute auch erscheinen mag, so war sie vor einigen Jahren doch noch weitaus schlimmer. Es gab damals nur wenige Senkgruben; und kaum eine der existierenden verfügte über einen Abfluss. Die Abdeckereien von Cow Cross und die Betriebe in der Castle Street, in denen Pferdefleisch zu Futter für die Hunde und Katzen der Metropole verkocht wird, verströmen heute, wie damals, einen üblen und krank machenden Gestank, der von einem empfindlichen Magen unmöglich ertragen werden könnte. An den Fenstern dieser Betriebe hängen die Knochen der Tiere zum Bleichen und beleidigen das Auge ebenso sehr, wie der entsetzliche Gestank des Fleisches abstoßend auf die Nerven wirkt. Oft werden in jeder dieser Stätten täglich über sechzig Pferde geschlachtet; und Weiterlesen
American Indian Weekly Nr. 2 – Aufgespürt in seinem Versteck – Kapitel 6
American Indian Weekly
Nummer 2, 1910
Aufgespürt in seinem Versteck
oder Die Verfolgung des Mitternachtsräubers
von Colonel Spencer Dair
Kapitel 6
Die Rächer werden aufgehalten
Nach einem einstündigen, harten Ritt stießen die Rächer auf den Kadaver eines Ochsen, der mitten auf dem Pfad lag.
Der Anblick des verendeten Tieres schien den Besitzer der Double Cross-Ranch schier um den Verstand zu bringen.
»Seht euch diesen Ochsen an!«, brüllte er. »Nie hat besseres Vieh auf den Ebenen gegrast! Und hier liegt es nun, zu Tode gehetzt! Verflucht seien diese Teufel! Ich werde sie dafür büßen lassen, dass sie meine Rinder geraubt und sie dann so mörderisch Weiterlesen
Deutsches Sagenbuch – 001
Ludwig Bechstein
Deutsches Sagenbuch
Leipzig, Verlag von Georg Wigand, 1853
1. Vom deutschen Rheinstrom
Heilige Wasser rinnen von den Bergen des Himmels – so singt es die Edda, das uralte Götterlied. So entspringt auch der Rhein, der heilige Strom des deutschen Vaterlandes, dem Gottesberg (St. Gotthard). Aus Eispalästen und dem Schoß der Alpen fließt er als Strom des Segens herab. Schon die Alten sagten über ihn: »Die Donau ist aller Wasser Frau, doch kann der Rhein mit Ehren ihr Mann sein.«
Die Urbewohner seiner Ufer hielten seine Flut für so wunderbar, dass sie ihm neugeborene Kinder übergaben, um deren eheliche Geburt zu prüfen. Rechtmäßige Abkömmlinge trug die Strömung sanft an das Ufer zurück; uneheliche Kinder jedoch zog er mit ungestümen Wellen und reißenden Wirbeln in die Tiefe – als zorniger Rächer und Richter über die Unreinheit. Andere Anwohner brachten dem heiligen Strom mit Pferden ihr Liebstes als Opfer dar.
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