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Im Original Johannes Wilhelm Wolf

Deutsche Märchen und Sagen 181

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

239. Rotmützchen

In Ostflandern halten die Knechte es sehr mit den Rotmützchen und diese helfen ihnen zu manch bösen Streichen. Wenn die Knechte nämlich ein Liebchen haben, welches ihnen nicht ganz hold ist, dann lassen sie sich das Mädchen nachts von den Rotmützchen aus dem Bett holen und in ihre Kammer oder in den Pferdestall bringen, in dem sie schlafen. Wenn das Mädchen nun erwacht, dann ist es so beschämt, dass es froh ist, zu schweigen und den Knecht, der es ihm angetan hatte, auf seiner Seite zu halten, damit er nur nicht von der Sache spreche. Dadurch ist schon manches Mädchen zu einer Heirat gezwungen worden.

240. Rübezahls Pferde

Ein vornehmer Kriegsobrist hat mir erzählt, Rübezahl sei einmal einem schwedischen Oberstleutnant in Gestalt einer vornehmen Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 180

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

238. Die roten Zwerge zu Gysephem

Zu Gysephem in der Ecke ist es nicht pleusch (richtig), und man hat oft von Spuken dort gehört. So hatte ein Mädchen auf dem dortigen Meierhof Lamstaps abends noch spät für sich genäht und war, nachdem sie die Haustür gut verschlossen hatte, ruhig zu Bett gegangen. Plötzlich hörte der Bauer ein Geräusch im Haus und sah von seiner Schlafkammer aus, dass alle Fenster im Erdgeschoss hell erleuchtet waren. Er rief der Magd zu, sie habe wohl die Tür nicht richtig zugemacht, und jetzt könne sie auch mal nachsehen, was unten sei, denn es gehe nicht mit rechten Dingen zu. Das Mädchen stand auf, ging die Treppe hinunter und fand, was es war. Denn es saßen wohl tausend rote Zwerge um die Tische, die dort aufgestellt waren, und amüsierten sich köstlich beim Essen und Trinken. Darüber erschrak die Magd so sehr, dass sie ohnmächtig zu Boden sank. Als sie nicht mehr aufstand, ging der Bauer selbst hinunter und fand dasselbe vor.
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Deutsche Märchen und Sagen 179

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

237. Der sprechende Bock

Ein Bauer kam in einer hellen Nacht durch den Beveren-Polder und wollte nach Hause zu. Ermüdet setzte er sich unterwegs nieder, um ein wenig auszuruhen. Es war an den Ruinen des alten Schlosses von Beveren (Waesland). Da hörte er plötzlich ein jämmerliches Blöken nahe bei sich. Er stand auf, ging darauf zu und fand ein blutjunges Böckchen, welches noch keine Stunde alt sein konnte.

»Armes Tierchen«, sprach er bei sich, »wie liegst du hier so verlassen!«

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Deutsche Märchen und Sagen 178

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

235. Kobold quält den Soldaten

Ein französischer Kürassierhauptmann, der in Flandern im Winterquartier lag, saß eines Morgens beim Frühstück, als einer seiner Reiter zu ihm kam und ihn bei allen Heiligen beschwor, ihm ein anderes Quartier anzuweisen, indem er jede Nacht von einem Kobold beunruhigt werde, der ihn nicht schlafen lasse. Dessen lachte der Hauptmann herzlich und schickte den Reiter weg. Ein paar Tage danach kehrte derselbe wieder und erneuerte seine Bitte; der Hauptmann wurde aber böse darüber und drohte ihn mit einer Tracht Schläge, wenn er es noch einmal wage, sich zu beklagen. Das dauerte wieder einige Tage; da kam der Reiter zum dritten Mal und erklärte, dass er sich Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 177

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

234. Die Kaboutermännchen zu Linden

Zu Linden bei Löwen liegt ein Meierhof, der auf dem Fundament eines alten Gebäudes aufgebaut ist. Noch nicht einer von all den Pächtern, die ihn bewohnten, hatte da Glück gehabt. Das Folgende erzählte unter anderen ein Landmann aus der Umgegend von dem Hof.

Wo er nun steht, da erhob sich ehedem ein schönes, großes Schloss, auf dem Kaboutermännchen hausten. Diese Kaboutermännchen sind so kleine Geschöpfchen, dass das größte kaum drei Fuß hoch ist. Für ein wenig Essen verrichten sie Geschäfte aller Art. Auch waren es so Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 176

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

233. Der Perückenmacher und die Kaboutermännchen

In Brügge wohnte vor langer Zeit einmal ein Perückenmacher, der mit vielen Gesellen arbeitete. Zu dem kam eines Morgens ein Herr, der wollte eine neue Perücke für den folgenden Tag haben, wo er dem Leichendienst eines Verwandten beiwohnen musste. Der Perückenmacher sprach aber, das wäre eine ganz unmögliche Sache, denn um eine gute und schöne Perücke zu machen, brauche er wenigstens zwei volle Tage. Der Herr bat und bat, aber der Perückenmacher blieb dabei, es wäre unmöglich. Eben wollte der Herr wieder fortgehen, als einer der Gesellen sich erhob und sprach: »Meister, ich nehme es auf mich, die Perücke bis morgen fertig zu machen.«

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