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Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern … Teil 10

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern, Zauberern und Gaunern
Dem Ende des philosophischen Jahrhunderts gewidmet
Adam Friedrich Böhme, Leipzig, 1796

Ein Rezeptbuch macht einen Soldaten zum Doktor.

In Chemnitz warf sich 1788 ein gemeiner Soldat als Arzt auf, da er ein altes Rezeptbuch auf einer Auktion gekauft hatte, woraus er seine Kunst schöpfte. Er kurierte auch fast alles, was ihm vorkam, aus einerlei Büchse; und doch gab es Leute genug, die sich von ihm kurieren lassen wollten. Die wahren Ärzte versuchte er bei seinen Kunden dadurch verächtlich zu machen, dass er jedem, der einen von ihnen gebraucht hatte, zu schwitzen eingab, um, wie er sagte, die Arznei des Doktors erst aus dem Leib zu schaffen, weil sonst die seine nicht wirken könne.

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern … Teil 9

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern, Zauberern und Gaunern
Dem Ende des philosophischen Jahrhunderts gewidmet
Adam Friedrich Böhme, Leipzig, 1796

Gliederschmerzen werden durch Sympathie auf immer gestillt.

Ein Bauer hatte die heftigsten Gliederschmerzen. Sein Bader konnte ihn nicht davon befreien. Darum wollte er sich durch Sympathie heilen lassen. Er kam zu einem, der sich darauf verstand. Dieser riet ihm, des Nachts zwischen 12 und 1 Uhr einen Totenkopf vom Kirchhof zu holen und sich aus dessen Scheitel ein Pulver zu bereiten. Der Bauer, voll von Gespenstergedanken, kletterte über die Mauer des Kirchhofs und näherte sich dem Beinhaus. Er stand aber wie angewurzelt, als er von fern die vom Mond beleuchteten Totengebeine sah. Die Liebe zum Leben Weiterlesen

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern … Teil 8

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern, Zauberern und Gaunern
Dem Ende des philosophischen Jahrhunderts gewidmet
Adam Friedrich Böhme, Leipzig, 1796

Das Osterodische Wunderkind

Auf seiner mit obrigkeitlicher Erlaubnis aufgebauten Lügen- und Betrugsbude erklärte in Osterode ein Marktschreier das siebte Kind des Hufschmieds Dörge für ein Wunderkind und log ihm die Eigenschaft und Kraft an, dass es alles heilen könne, was es berühre, sodass man sogar seinen Exkrementen Wunderkraft zuschrieb, seinen Urin und das Wasser, worin es gewaschen worden war, trank, und die mit seinem Kot beschmutzten Tücher auf Schäden legte. Das Schlimmste aber war, dass selbst der Herr Superintendent in Osterode von dem Weiterlesen

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern … Teil 7

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern, Zauberern und Gaunern
Dem Ende des philosophischen Jahrhunderts gewidmet
Adam Friedrich Böhme, Leipzig, 1796

Ein Sohn weint über die Begräbnisart seines Vaters.

Zu D… einem W…schen Dorf erhängte sich ein Schuhmacher. Der Pfarrer des Ortes versuchte die Gemeinde zu bewegen, auf dem Gottesacker dem Unglücklichen ein Plätzchen zu gönnen. Umsonst! Er wandte sich deswegen an die Regierung und wurde von diesem erleuchteten Kollegium kräftig unterstützt. Allein die Bauern waren auf keinen Fall zu bewegen. Man musste dem Vorurteil nachgeben. Der Unglückliche wurde an der Seite eines kleinen Gehölzes begraben. Als nun sein Sohn bei der Beerdigung bitterlich weinte und sagte, man hätte seinem Vater Weiterlesen

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern … Teil 6

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern, Zauberern und Gaunern
Dem Ende des philosophischen Jahrhunderts gewidmet
Adam Friedrich Böhme, Leipzig, 1796

Wie die E. einen Erhängten behandeln

Ein W. Untertan wurde den 10. Mai 1789 morgens früh auf dem Gebiet der Stadt E. an einem Baum hängend gefunden. Die E. Obrigkeit ließ den Erhängten durch starke Mannschaft mit geladenem Gewehr sogleich auf demselben Platz bewachen. Man dachte so wenig an ein Rettungsmittel, dass sogar der W. Obrigkeit, welche durch das Gefühl der Menschheit bewegt, Leute zur Rettung abschickte, die Abschneidung des Strickes als ein vermeintlicher Eingriff in Gerechtsame, verweigert wurde. Nachdem endlich in E. die Beratschlagung, was mit dem Weiterlesen

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern … Teil 5

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern, Zauberern und Gaunern
Dem Ende des philosophischen Jahrhunderts gewidmet
Adam Friedrich Böhme, Leipzig, 1796

Striedicke hebt das Geld, was ein Müller liegen hat.

Der Sattler Striedicke hatte ehedem schon einen mansfeldischen Prediger, einen übrigens sehr braven Mann, zu überreden gewusst, ihn zur Hebung eines Schatzes zu unterstützen. Der gute Mann hatte seinen Heldenglauben durch einen Verlust von 180 Taler und durch einen Verweis, den er vom Konsistorio erhielt, büßen müssen. Striedicke aber hörte dennoch nicht auf zu behaupten, dass ihm ein Schatz bestimmt sei. Kurze Zeit vor Weihnachten 1785 verbreitete sich auf einmal das Gerücht, dass er ihn nun gefunden habe. Vernünftige Leute Weiterlesen