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Hanno Berg

Die drei Schwestern

Hanno Berg
Die drei Schwestern

 

I

 

Judith Erler war gerade gestorben. Ihre älteste Tochter Hannah hatte im Krankenhaus an ihrem Sterbebett gesessen, während die beiden jüngeren Töchter, Nele und Dorit, zu tun hatten und deshalb nicht am Bett ihrer Mutter sitzen konnten.

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Wahrer Erfolg

Hanno-Berg-Wahrer-ErfolgHanno Berg

Wahrer Erfolg

I

Julius Nottebaum grübelte. Er war einfach kein Genie wie Bach oder Beethoven, obwohl er seit seiner frühen Kindheit mit klassischer Musik zu tun gehabt hatte. Sein Vater war Leiter vom Orchester des Stadttheaters gewesen und hatte ihn als Kind zur musikalischen Grundausbildung geschickt. Im Anschluss daran hatte er das Klavierspielen von der Pike auf gelernt. Aber er war kein Klaviervirtuose geworden, wie es sein Vater gern gesehen hätte. Auch dazu hatte es ihm an Talent gefehlt, wie auch schon dem Vater selbst. Der hatte deshalb den großen Traum gehabt, dass seinem Sohn eine solche Karriere vergönnt sein möge. Der Vater hatte getrunken, weil er Weiterlesen

Das schwarze Smartphone

Das schwarze Smartphone

I

»Guten Tag, Frau Doktor, ich habe Ihnen einen USB-Stick voller Fotos mitgebracht. Darauf können Sie sehen, was Ihr Mann so treibt, wenn er nicht bei Ihnen ist. Tut mir ja leid für Sie, aber nun wissen Sie wenigstens, woran Sie sind und können reagieren.«

Frauke nahm den Stick aus der Hand des Privatdetektivs entgegen, den sie beauftragt hatte, ihren Mann einige Wochen zu überwachen. Ihre Freundin Mareike, ebenfalls Doktorin der Medizin, allerdings Fachärztin für Frauenheilkunde und nicht für Psychiatrie und Psychotherapie wie sie selbst, hatte sie darauf gebracht. Sie hatte vor zwei Jahren ihren Exmann überwachen lassen und so herausgefunden, dass er sie mit jeder halbwegs hübschen jungen Frau betrogen hatte. Dann hatte sie sich von ihm, einem Banker, scheiden lassen, finanziell gut dabei Weiterlesen

Der silberne Bilderrahmen

Der silberne Bilderrahmen

I

Es klingelte. Martha Weiser ging zur Haustür und öffnete.

»Guten Tag, Frau Weiser! Mein Name ist Mertes, und dies ist Frau Czerny von der Allgemeinen. Ich selber bin Hauptkommissar bei der hiesigen Polizei. Dürfen wir reinkommen?«

Martha Weiser schaute sich die beiden Leute, die sich gerade vorgestellt hatten, genauer an. Hauptkommissar Mertes war etwa fünfundvierzig Jahre alt, groß, schlank, trug eine Nickelbrille und kurzes angegrautes Haar. Frau Czerny von der Zeitung hatte langes braunes Haar, war mittelgroß, schlank, hatte braune Augen und war höchstens fünfunddreißig Jahre alt.
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Der Gipfel

Der Gipfel

I

Schurre musste unbedingt diesen Gipfel bezwingen. Seit er das Bild des Magnon, das Bild des höchsten Berges des Landes, im Haus Johannes Burgers gesehen hatte, ließ ihn dieser Gedanke nicht mehr los. Der Berg übte seitdem eine solche Faszination auf ihn aus, dass ihm das Vorhaben, diesen Gipfel zu erklimmen, als das Wichtigste erschien, was er in seinem Leben tun musste. Er hatte zuvor schon öfter Berge des gleichen Massivs erstiegen, und dies war ihm immer leicht gefallen, doch noch nie hatte ihn ein Gipfel so sehr gereizt wie der Magnon.
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Kidnapping

I

»Sind Sie die Frau von Doktor Schilling, dem Minister?«, fragte die junge Sprechstundenhilfe die attraktive und elegante Frau, die gerade vor ihr stand und um einen Termin bei Dr. Vant, dem Gynäkologen, bat.
»Ja, auch wenn Sie das eigentlich nichts angeht«, gab die Dame zur Antwort. »Was ist jetzt, hat Dr. Vant Zeit für mich?«
»Einen Augenblick, meine Dame, ich sage dem Herrn Doktor sofort Bescheid, dass Sie da sind«, entgegnete die Sprechstundenhilfe eifrig, nahm den Telefonhörer ab und wählte eine Nummer. »Herr Doktor, hier ist Frau Dr. Schilling, die Frau des Innenministers. Sie möchte Weiterlesen