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Im Original Max Klose

Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 32

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

VIII. Hirschberg und Umgebung
1. Der Stadtname

Die Stadt Hirschberg soll ihren Namen von einem heidnischen Fürsten erhalten haben, welcher im 10. Jahrhundert am Zusammenfluss von Bober und Zacken jagte. Derselbe geriet durch einen ungewöhnlich starken Hirsch in Lebensgefahr, erlegte denselben aber glücklich und stiftete an dem Ort eine Stadt, welcher er einen Hirsch in das Wappen gab. Daraus ist der Name Hirschberg entstanden.

2. Die Entstehung der Stadt

Als König Boleslaus Chrobri von Polen sich im Jahre 1004 mit seinem Kriegsheer in das Gebirge geflüchtet hatte, nachdem er von Uhldarich von Böhmen geschlagen worden war, kam er an den Zusammenfluss von Bober und Zacken und befahl seinem Rat Panchelenik, dort eine Burg zu erbauen. Nach dem Erbauer wurde die Burg Pancheleni genannt. Als am Fuße derselben sich Häuser fanden, nannten die Bewohner aber ihren Ort Pancheleni und den Berg Hausberg. Pancheleni (Pan Gelink heißt auf Deutsch Herr Hirsch) soll später in Hyrezberg umgewandelt worden sein und die Burg hieß das Bolkenhaus.
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Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 31

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

8. Der Schatz im Burgkeller

Hinter dem Haupteingang der Burg Lähnhaus zeigt sich an der linken Seite im Gebüsch ein halbverfallenes Kellerloch, aus welchem ein kalter Modergeruch steigt. Dieses Loch soll der Eingang zu einem unermesslichen Schatz sein, der seit Jahrhunderten dort in der Tiefe ruht. Die Reichtümer sind aber von einem geisterhaften Ritter bewacht, der bei Mondschein oft aus dem Kellerloch hervorlugt. Der Ritter wird entweder Hans oder Konrad genannt. Unter Hans von Czedliz, der 1465 in den Besitz der Burg kam, wurde sie zu den gefürchtetsten Raubschlössern des Landes gerechnet.

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Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 30

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

VII. Lähnhaus
1. Der Burgname

Die Burg Lähnhaus ist an Stelle einer verfallenen heidnischen Veste von Herzog Boleslaus (III.) dem Schiefmäuligen (1102–1139) erbaut worden. Von dem Erbauer wurde die Burg Spörnchen genannt. Die alte Burg hat aber Wlan geheißen und das Volk, welches sich immer noch dieses alten Namens erinnerte, soll Wlen und endlich Lähn daraus gemacht haben.

2. Die Birke im Stadtwappen

Unter der Burg Lähn liegt das Städtchen gleichen Namens. Dasselbe führt eine Birke in seinem Wappen, welche es zum Andenken in demselben aufgenommen haben soll, weil es in uralten Zeiten aus einem Dorf Birkenau hervorgegangen sei, ehe es von Heinrich dem Bärtigen Stadtrechte erhielt.
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Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 29

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

13. Der Hedwigsberg

Beim Dorf Röchlitz liegt der Hedwigsberg. Einst soll dort ein heidnischer Tempel gestanden haben. An dessen Stelle ließ Herzog Heinrich der Bärtige später die Racklitzburg erbauen. Die dortige Kapelle nannte er nach seiner frommen Gemahlin Hedwigskapelle, wodurch der Berg schließlich den Namen Hedwigsberg erhielt. Die Überreste der Burg und der Kapelle sind noch heute zu sehen.

14. Der Hedwigsbrunnen

Am Fuße des Hedwigsberges bei Röchlitz liegt der Hedwigsbrunnen. Er soll seinen Namen ebenfalls von der heiligen Hedwig erhalten haben. Die Heilige badete oft in dieser Quelle, wodurch das Wasser der Sage nach wundertätig und heilkräftig wurde.
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Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 28

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

11. Der Zauberer vom Geiersberg

Über der Rabendocke ragt der Geierberg bei Goldberg empor. Dort hatte einst ein mächtiger Zauberer sein Schloss er­baut, aus dem er über die Täler hinwegschaute und das mensch­liche Leben und Treiben beobachtete. Er half mit Rat und Tat den Armen und Kranken, schützte die Unschuld und belohnte die Tugend.

Der Burgherr auf der Rabendocke aber war der wilde Geier, ein böser Geselle, der von seinem Söller auf Weiterlesen