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Im Original Max Klose

Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 28

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

11. Der Zauberer vom Geiersberg

Über der Rabendocke ragt der Geierberg bei Goldberg empor. Dort hatte einst ein mächtiger Zauberer sein Schloss er­baut, aus dem er über die Täler hinwegschaute und das mensch­liche Leben und Treiben beobachtete. Er half mit Rat und Tat den Armen und Kranken, schützte die Unschuld und belohnte die Tugend.

Der Burgherr auf der Rabendocke aber war der wilde Geier, ein böser Geselle, der von seinem Söller auf Weiterlesen

Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 27

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

8. Das Ringsingen

Im Jahre 1553 wurde Goldberg von der Pest verheert. Alle Bürger bis auf sieben erlagen der schrecklichen Krankheit. Diese zogen in feierlicher Prozession auf den Markt zu dem Bild der Dreifaltigkeit und gelobten, an jedem Neujahrsfest auf dem Markte ein Lied zu Gottes Lob und Preis zu singen, dass er sie gnädig vor der tückischen Krankheit bewahrt habe. Was nun die Alten gelobten, das haben die Nachkommen gehalten:

Das Lied ertönt noch heute
An jedem Neujahrsfest.
Und Gott beschützt die Bürger
Von Goldberg vor der Pest.

9. Wallenstein zu Goldberg

Als Wallenstein auf dem Gymnasium zu Goldberg seine erste Ausbildung genoss, zeigte er sich schon stolz und herrisch. Seine Mitschüler mieden ihn und von seinen Lehrern war ihm namentlich der Lehrer Fechner abhold, von dem er mehrfache Züch­tigungen erfuhr. Einst soll Wallenstein unter einem Baum bei dem Gymnasium eingeschlafen sein, als die anderen Schüler sich belustigten. Dort hatte er einen sonderbaren Traum. Die Bäume verneigten sich vor ihm bis zur Erde und die Steine wichen er­schreckt vor ihm zurück.

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Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 26

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

6. Das Goldberger Gespenst

Ein Goldberger Schneider hatte Herzog Boleslaw dem Kahlen (1278) Unrecht getan. Der Herzog befahl, den Übeltäter hinzurichten. Der Goldberger Rat wusste jedoch, dass der Mann unschuldig war, und ließ ihn entkommen. Als der Herzog später nach Goldberg kam, begegnete ihm der Schneider in der Stadt und schritt trotzig an ihm vorüber. Der Fürst schalt zornig den erschrockenen Rat und fragte, weshalb sein Befehl nicht vollzogen worden sei. Der Rat erwiderte in seiner Verlegenheit, der Schneider sei wohl hingerichtet worden, doch seitdem gehe der unschuldig Gerichtete als Geist umher und schimpfe auf den Weiterlesen

Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 25

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

5. Das Jüngstenläuten

In Goldberg herrschte die alte Sitte, dass die jüngsten Zunftmeister die Glocken läuteten, wenn ein Gewitter aufkam. Wie diese Sitte entstanden ist, erzählt die folgende Sage:

Auf der Burg am Willenberg, von der heute noch Ruinen sichtbar sind, residierte im 12. Jahrhundert ein frommer Burgherr, der die Städter schätzte und die Wegelagerer hasste. Als Kaiser Friedrich I. (auf Veranlassung von Papst Gregor VIII.) den Dritten Kreuzzug unternahm, schloss sich der Willenberger dem Weiterlesen

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Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

VI. Goldberg und Schönau

1. Der Name Goldbergs

Die Stadt Goldberg soll ihren Namen von den reichen Goldbergwerken erhalten haben, die in ihrer Umgebung betrieben wurden und alle sieben Tage 150 Pfund Gold lieferten. Der Rat der Stadt erhielt jedes Mal ein Pfund davon.

2. Die Entstehung Goldbergs

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