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Hanno Berg – Samstagnachmittagskrimis

Willkommen zu den Samstagnachmittagskrimis

Ein ruhiger Samstagnachmittag. Die Woche liegt hinter euch, der Kaffee dampft in der Tasse, und draußen zieht die Welt entschleunigt vorbei. Es ist die perfekte Zeit für ein Verbrechen – oder besser gesagt: für zehn.

In seiner Sammlung Samstagnachmittagskrimis lädt Hanno Berg euch dazu ein, einen Blick hinter die Fassaden des Alltäglichen zu werfen. Seine Kurzgeschichten sind meisterhaft gewobene Schlaglichter auf das Menschliche, das Dunkle und das überraschend Abgründige. Sie brauchen keine hunderte Seiten, um Spannung zu erzeugen – oft reicht ein einziger Moment, eine falsche Entscheidung oder ein unscheinbares Detail, um ein ganzes Leben aus den Angeln zu heben.

Zehn Geschichten. Zehn Abgründe.

Das Foto

Der Bauunternehmer Alfred Henrich erzählt auf seiner Geburtstagsfeier vor seinen Schulfreunden stolz von einer großen Summe Bargeld im heimischen Tresor und wird noch am selben Abend in seinem Haus ermordet.


Septembermond

In dem Glauben, seine Frau plane nach der Lektüre eines Fortsetzungsromans seine Vergiftung mit einem angeblich tödlichen Medikament, versucht ein Mann, ihr zuvorzukommen und sie stattdessen auf dieselbe Weise umzubringen.

Der Stich

Nach dem tödlichen Messerattentat auf einen Lagermeister gerät dessen Sohn unter Verdacht, während die Polizei ein vorsätzliches Falschgeständnis eines Bekannten irrig als Versuch deutet, den Sohn zu decken.

Das Genie

Um eine Erpressung zu verhindern, vergiftet ein Professor seine brillante Doktorandin und fälscht von ihrem Laptop aus ein elektronisches Alibi, doch ihr feinsinniger Assistent bemerkt anhand eines korrekturbedürftigen Fehlers in der geschickten Arbeit die Täuschung und erpresst den Mörder seinerseits.

Der Auftrag

Um Rache für eine jahrelang verborgene Untat zu nehmen, wendet sich eine Frau an einen mächtigen Gangsterboss, damit dieser seinen eigenen Auftragskiller durch eine inszenierte Zwangslage zur Selbsttötung bewegt.

Stadtklinik

Nach dem Mord an einem gefeierten Seriendarsteller bringt erst eine zufällige Entdeckung beim Fernsehen die Ermittler darauf, dass das gegenseitige Alibi zweier verdächtiger Schauspieler-Kollegen auf einer Lüge basiert.

Fremde DNA

Um der Überführung durch einen massenhaften DNA-Test zu entgehen, schmuggelt der Mörder eines Mädchens heimlich die Speichelprobe seines alibi-ungeprüften Freundes ein, ohne zu ahnen, dass ausgerechnet dessen Genmaterial bereits bei der Polizei aktenkundig ist.

Die Bilder des Herrn Herwig

Nach dem gewaltsamen Tod seines wohlhabenden Vaters tauscht ein Mann heimlich zwei millionenschwere Picasso-Gemälde aus der elterlichen Villa gegen billige Drucke aus, um den wahren Wert des Erbes vor seiner Schwester zu verbergen und den Gewinn für sich allein zu behalten.

Karottensalat

Nachdem ein vermögender Mann durch eine unbedachte Lüge von der Untreue seiner Ehefrau erfährt, täuscht er ihr eine unheilbare Krankheit vor und überzeugt sie, ihm in Holland Sterbehilfe zu leisten, um sie in eine tödliche Falle zu locken.

Das Geständnis

Um als bildender Künstler berühmt zu werden und seine Akte teuer zu verkaufen, gesteht ein erfolgloser Maler inszenatorisch eine unaufgeklärte Mordserie im Vertrauen darauf, dank präziser Informationen eines befreundeten Journalisten später ein unumstößliches Alibi präsentieren zu können.

Hanno Berg versteht es, mit feiner Klinge zu erzählen. Seine Kriminalgeschichten sind kompakt, ohne an Tiefe zu verlieren, pointiert und stets nah an den Figuren. Sie sind die perfekte Lektüre für zwischendurch: kurz genug für eine Kaffeepause, aber packend genug, um euch noch lange nach dem Umblättern zu beschäftigen.

Macht es euch bequem. Schlagt die erste Seite auf – und lasst euch von Hanno Berg auf eine kriminalistische Reise entführen, die euren Samstagnachmittag garantiert unvergesslich macht.

Leseprobe aus Das Foto

Al­fred Hen­rich wur­de 60. Er war seit drei Jah­ren Wit­wer, da sei­ne Frau an ei­nem Schlag­an­fall gestor­ben war und hat­te auch kei­ne Kin­der. Zu sei­nem run­den Ge­burts­tag hat­te er acht Freun­de ein­ge­la­den, zu de­nen er seit der Schu­le ein gu­tes Ver­hält­nis hat­te.

Man saß in sei­nem Wohn­zim­mer, plün­der­te das Buf­fet und ließ sich das Bier und vor al­lem den Wein schme­cken, den er als Ken­ner sehr gut aus­ge­sucht hat­te. Als die Stim­mung auf dem Hö­he­punkt war, er­zähl­te er von sei­nem letz­ten Ge­schäft, denn er war Bau­un­ter­neh­mer und hat­te zu­letzt ein Ge­mein­de­haus für die Lu­kas­kir­che ge­baut.

»Wir ha­ben 18 Mil­li­o­nen um­ge­setzt«, er­zähl­te der Haus­herr nicht ohne Stolz. »Mein Rein­ge­winn nach Steu­ern be­lief sich auf 1,2 Mil­li­o­nen.«

»Nicht schlecht!«, sag­te sein Freund Rudi Mül­ler. »Und was hast du mit dem Geld ge­macht? Vers­of­fen und zu den Nut­ten ge­bracht, glau­be ich, ich ken­ne dich doch, Alfred Hen­rich! Oder stimmt das etwa nicht?«

Wäh­rend die an­de­ren Teil­neh­mer des Män­ner­abends über Ru­dis Witz lach­ten, schüt­tel­te der Gast­ge­ber den Kopf.

»Ich bin doch nicht be­scheu­ert und haue so viel Geld auf den Kopf, Leu­te! Nein, die Hälf­te habe ich gut an­ge­legt, und die an­de­re Hälf­te habe ich hier in mei­nem Tre­sor. Ich will mir näm­lich in den nächs­ten Ta­gen eine Vil­la im Tes­sin zu­le­gen, die ich na­tür­lich auch bar be­zah­len möch­te.«

»Hast du Fo­tos von die­ser Vil­la, die du uns zei­gen kannst, Al­fred?«, frag­te Rein­hard Schock, den das Pro­jekt sehr in­te­res­sier­te.

»Die habe ich eben­falls im Tre­sor«, ant­wor­te­te Al­fred Hen­rich. »War­tet, ich hole sie!«

Mit die­sen Wor­ten stand er von sei­nem Ses­sel auf, nahm den Tre­sor­schlüs­sel aus der Ja­cken­ta­sche und öff­ne­te den Tre­sor, der hin­ter ei­nem Bild im Wohn­zim­mer ver­steckt war. Dann nahm er die Fo­tos he­raus, ver­schloss ihn wie­der und häng­te das Bild da­vor.

Alle stimm­ten ih­rem Freund zu, dass es sich um eine ganz tol­le Vil­la han­del­te, und be­glück­wünsch­ten ihn zu die­sem Kauf. An­schlie­ßend tran­ken sie noch ein biss­chen mehr und un­ter­hiel­ten sich über dies und das, bis ge­gen 22:00 Uhr fast alle nach Hau­se fuh­ren. Der letz­te Gast, Bern­hard Zu­ber, blieb bis um 22:30 Uhr. Dann war Al­fred Hen­rich al­lein. Als er sein Glas aus­ge­trun­ken hat­te und zu Bett ge­hen woll­te, klin­gel­te es an der Haus­tür. Je­mand muss­te et­was ver­ges­sen ha­ben. Schwer­fäl­lig ging er durch den Flur und öff­ne­te.


Die vollständige Sammlung steht als PDF, EPUB, MOBI und AZW3 zur Verfügung.

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