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Die Ribbon Society: Ursprung und konfessioneller Konflikt

Die Ribbon Society: Ursprung und konfessioneller Konflikt

Die Ribbon Society war ein katholischer Geheimbund, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts als militantes Gegengewicht zum protestantischen Orange Order entstand. Letzterer hatte seit seiner Gründung im Jahr 1796 in ganz Ulster massiv an Mitgliedern und politischem Einfluss gewonnen. In ihrer Tradition knüpfte die Ribbon Society an die Defenders und Whiteboys an – Gruppierungen, die bereits in früheren Phasen der unruhigen Geschichte Ulsters aktiv gewesen waren.

Das primäre Ziel der Gesellschaft war der Widerstand gegen die prekären Lebensbedingungen der katholischen Pachtbauern und Landarbeiter. Die Ungleichheit jener Ära war tief verwurzelt: Katholiken besaßen kaum Rechte, während skrupellose Grundbesitzer ihre Pächter oft willkürlich und ohne Vorwarnung von Haus und Hof vertrieben. Zudem belastete die Pflicht zur Zahlung von Zehntabgaben an die protestantische Staatskirche die Bevölkerung; eine Institution, von der die Katholiken weder geistlichen Beistand noch Gehör für ihre sozialen Nöte erfuhren.

Zusätzlichen Zündstoff bot eine großangelegte Kampagne zur Konvertierung irischer Katholiken zum Protestantismus – die erste Weiterlesen

Catherine Parr – Band 2 – Kapitel 4

Luise Mühlbach
Catherine Parr
Band 2
Drittes Buch
Die Schleife der Königin
Historischer Roman, M. Simion, Berlin 1851

4. Gammer Gurtons Nadel

Diese Wohnung John Heywoods lag in dem zweiten, dem inneren Hof des großen Palastes von Whitehall, und dieser Flügel desselben umfasste alle Wohnungen der königlichen höheren Diener, zu welchen der Narr des Königs, welcher Titel damals ebenso viel bedeutete, wie jetzt ein Kammerherrntitel, durchaus gerechnet wurde.

John Heywood durchschritt langsam und in tief-ernsten Gedanken diesen zweiten Hof, als plötzlich laute zankende Stimmen und der Weiterlesen

Nick Carter – Band 20 – Ein Kindesraub – Kapitel 1

Nick Carter
Amerikas größter Detektiv
Ein Kindesraub
Ein Detektivroman
Kapitel 1

Auf frischer Tat

Eine dringende Angelegenheit hatte Nick Carter, den berühmten Detektiv, nach New-Hamburg, einer Villegiatur am oberen Hudson, ungefähr siebzig Meilen von New York entfernt, geführt. Er hatte zur Rückfahrt den letzten fahrplanmäßigen Zug benutzen wollen, war aber länger aufgehalten worden, als er dies vorausgesehen, und hatte darum die Fahrgelegenheit versäumen müssen.

Übernachten wollte Nick in dem Städtchen auf keinen Fall, da er am nächsten Morgen als Zeuge vor Gericht erscheinen musste. Weiterlesen

Nordische Mythologie – Band 1 – Teil 2

Benjamin Thorpe
Nordische Mythologie, umfassend die wichtigsten Volksüberlieferungen und den Volksglauben Skandinaviens, Norddeutschlands und der Niederlande Zusammengestellt aus Original- und anderen Quellen. In drei Bänden
Band 1
London 1851

Abschnitt I.
Erster Teil

Eine Betrachtung der Mythologie des Nordens beginnt mit der Schöpfung. Am Anfang der Zeit existierte im Norden eine Welt namens Niflheim (Niflheimr), in deren Mitte ein Brunnen namens Hvergelmir lag, aus dem zwölf Flüsse1 entsprangen. Im südlichen Teil gab es eine andere Welt, Muspellheim (Muspellzheimr)2, eine helle und heiße, eine flammende und strahlende Welt, deren Grenze von Surt (Surtr) mit einem flammenden Schwert bewacht wurde.

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Sagen der mittleren Werra 104

Von der Hexe zu Möhra

In Möhra lebte vor noch nicht allzu langer Zeit eine Hexe, die in dem ganzen Dorf gefürchtet war, und der kein Mensch bei Leib und Leben auf eine ihrer Fragen mit Ja oder Nein geantwortet hätte; denn viele hatten deutlich gesehen, wie Hans oft des Nachts als ein mit einem Feuerschein umgebener schwarzer Klumpen durch den Schornstein zu ihr spill (d. h. auf Besuch) gegangen war.

Einmal hatte es jedoch eine junge Bauerntochter versehen, der Gefürchteten gerade mit Ja geantwortet und sich damit in die Gewalt der Hexe gegeben. Da merkte das Mädchen bald, was sie getan hatte, denn sie wurde von Stund an so krank, dass sie das Bett nicht mehr verlassen konnte. Dazu kam noch, dass sie während ihrer Krankheit jedes Mal in der dritten Nacht einen barbarischen Hasen zum Spillgast bekam, der sich zu ihr auf das Bett setzte und sie gar gewaltig ängstigte.

Als sie nun dieses ihrem Vater klagte und dieser öffentlich auf die Hexe loszog, wurde ihm noch dazu sein ganzes Vieh im Stall aufstößig, sodass es kein Futter mehr zu sich nehmen konnte.

Ja, bei dem nächsten nächtlichen Besuch fing der Hase sogar zu reden an und sprach: »Ja, ja, mein Liebchen, das wird wohl noch Weiterlesen