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Zwanzig Jahre zwischen den Welten

Zwanzig Jahre zwischen den Welten

Es gibt Daten, die zunächst unscheinbar wirken. Der 5. Juni 2006 war so ein Tag. Kein Feiertag, kein Paukenschlag in den Abendnachrichten. Und doch wurde an diesem Tag ein digitales Fenster geöffnet, durch das seit nunmehr zwanzig Jahren Gespenster flüstern, Helden stolpern, Schatten lachen und Geschichten atmen: Geisterspiegel ging online.

Was damals begann, war mehr als der Start einer weiteren Website. Es war ein Versprechen – vielleicht kein bewusst formuliertes –, das sich bis heute einlöst: Geschichten eine Bühne zu geben, unabhängig von Marktlogik, Verkaufszahlen oder kurzlebigen Moden. In einer Zeit, in der das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, Blogs boomten und soziale Netzwerke ihre ersten Schritte machten, setzte Geisterspiegel auf Inhalte statt Effekte. Auf Worte statt Werbebanner. Auf Atmosphäre statt Aufmerksamkeitsökonomie.

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Hagen – Im Tal der Nibelungen

Hagen – Im Tal der Nibelungen
Ein deutsches Fantasy-Großprojekt im Kino? Da schrillten bei Genre-Fans reflexartig die Alarmglocken. Zu oft endete der Versuch, internationales Niveau zu erreichen, in sterilem CGI-Murks oder unfreiwillig komischer Ritterspiel-Romantik. Doch mit Hagen – Im Tal der Nibelungen wagen die Regisseure Cyrill Boss und Philipp Stennert etwas, das Seltenheitswert hat: Sie nehmen Wolfgang Hohlbeins Roman-Klassiker und bürsten den uralten Nibelungen-Mythos radikal gegen den Strich.

Das Ergebnis? Ein spektakulärer, mutiger und visuell berauschender Ritt, der am Ende vor allem an seiner eigenen Verwertungsstrategie stolpert.

Der größte Triumph des Films liegt in seiner Psychologie. Vorbei sind die Zeiten, in denen das Nibelungenlied brav in Gut gegen Böse unterteilt wurde.

Hagen von Tronje (Gijs Naber) ist kein finsterer Meuchelmörder aus dem Hinterhalt, sondern ein stoischer Pragmatiker. Getrieben von eiskalter Staatsräson und einer tief vergrabenen, unerfüllbaren Liebe zu Kriemhild, bekommen seine späteren Grausamkeiten Weiterlesen

Jim Jackson Detektivgeschichten – I

Heute beginnen wir mit der Veröffentlichung einer Reihe von Kurzgeschichten, die die Heldentaten eines Detektivs widerspiegeln. Der Name Jim Jackson, unter dem wir diesen bewundernswerten Polizisten unseren Lesern vorstellen, ist nicht der Name unseres Helden. Aus Bescheidenheit wollte er nicht, dass sein richtiger Name, der in der ganzen Welt berühmt ist, ausgesprochen wird. Aber wenn man seine Erlebnisse liest, wird man die Persönlichkeit dieses so geschickten, scharfsinnigen und mutigen Detektivs erahnen. Es gibt in der Tat nur einen einzigen Menschen auf der Erde, der all die Taten mit Energie, mit tiefer Intelligenz und kühnem Temperament vollbringen konnte, von denen wir berichten werden. Eine der großen Qualitäten von Jim Jackson ist auch, dass er seine Abenteuer in einem kurzen, energiegeladenen Stil ohne unnötige Abschweifungen erzählt. Der große Detektiv brachte es auf den Punkt, und das ist es, was unsere Leser an diesen abwechselnd dramatischen, ergreifenden oder heiteren, aber immer so spannenden Erzählungen schätzen, dass man, sobald man eine gelesen hat, gleich die nächste kennenlernen möchte.

Jede Geschichte wird in einem Kapitel abgeschlossen, und mit der Geschichte Die Verhaftung des Zugräubers beginnen wir mit den Abenteuern von Jim Jackson.

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Der Wolfdämon – Prolog

Albert W. Aiken
Der Wolfdämon
Oder: Die Königin von Kanawha
Prolog
Im Mondlicht auf der Waldlichtung

Hoch am Himmel thronte der große, runde Mond und ergoss eine Flut aus silbernem Licht über den Urwald am Ufer des Scioto River. Dieser wunderschöne Fluss wand sich wie ein glänzendes Band durch das fruchtbarste Tal des Westens – das große Mais-Tal der Shawnee. Es war das Land jener roten Krieger, die bei ihren Streifzügen jenseits des Ohio den Ebenen von Kentucky den unheilvollen Namen gegeben hatten: Das dunkle und blutige Land.

Während die Baumwipfel in ein silbrig-grünes Licht getaucht waren, herrschte unter dem dichten Blätterdach eine pechschwarze Finsternis. Die Stille der Nacht wurde nur von den seltsamen, wilden Lauten des Waldes durchbrochen – jenen ungezügelten Schreien der Natur, die in ihrer rohen Freiheit weit wunderbarer klingen als jeder Lärm der Zivilisation. Klagend wogten die Winde Weiterlesen

Die Hexen von Lancashire Band 1 – Erstes Buch – Kapitel 2

Die Hexen von Lancashire
Erster Band
Ein Roman aus dem Pendle-Wald von William Harrison Ainsworth
Leipzig, 1849

Erstes Buch
Alizon Device
Zweites Kapitel
Die schwarze Katze und die weiße Taube

Mit einem Blick, in dem weit mehr bitterer Neid als schwesterliche Teilnahme lag, sah die kleine Jennet dem Triumphzug ihrer Schwester nach. Als die Mutter sie schließlich fest an der Hand ergriff, um sie mit nach draußen zu ziehen, riss sich das Mädchen los. Mit den mürrischen Worten, dass sie sich aus solch albernem Zeug nichts mache, flüchtete sie sich in das Innere des Hauses.

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