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Das Geheimnis zweier Ozeane – Erster Teil – Kapitel 5.2.

Grigori B. Adamow
Das Geheimnis zweier Ozeane
Ein wissenschaftlich-phantastischer Roman
Originaltitel: Тайна двух океанов
Erster Teil
Ein außergewöhnliches Schiff
Kapitel 5.2.
Kursänderung – Fortsetzung

Alle blickten den Kapitän schweigend und voller Erstaunen an.

»Wir laufen nicht nach Gibraltar?«, fragte der Zoologe verwundert.

»Was ist los?«, fragte Gorelow mit Befremden und einer gewissen Ratlosigkeit.

Schon im nächsten Augenblick betrachtete er jedoch gleichgültig die Nägel seiner langen Finger.

»Sie wollten etwas sagen, Fjodor Michailowitsch?«, wandte sich der Kapitän an ihn.

»Nichts Besonderes, Nikolai Borissowitsch… ich bin bloß überrumpelt von dieser Information.«

»Ja, natürlich«, sprach der Kapitän und fuhr fort: »Die Sache beschränkt sich jedoch nicht auf eine Kursänderung. Der Befehl verlangt die Einhaltung maximaler Geheimhaltung der Fahrt. Daher warne ich Sie, Genossen, dass das U-Boot nicht nur keine Häfen anlaufen wird, sondern jegliche Begegnung mit Schiffen, die Annäherung an Küsten und das Auftauchen an die Oberfläche vermeiden wird. Das U-Boot wird sich ununterbrochen in Gefechts-Unterwasserposition befinden. In diesem Zusammenhang verbiete ich strengstens jedwede Handlungen, die das U-Boot verraten könnten. Die Marschtiefe wird die ganze Zeit über nicht weniger als dreihundert Meter betragen. In den Nachtstunden ist es verboten, die Scheinwerfer zu benutzen und die Blenden der Bullaugen zu öffnen.«

»Und wie steht es mit den wissenschaftlichen Arbeiten?«, fragte der Zoologe besorgt.

»Sie werden nicht darunter leiden, Arsen Dawidowitsch. Im Gegenteil, wenn Sie wollen, können wir die Zahl der Tiefseestationen erhöhen und auch den äquatorialen und südlichen Atlantik, einen Teil der Antarktis sowie den südlichen und tropischen Teil des Pazifischen Ozeans erforschen. Auf die Straße von Gibraltar und den Golf von Guinea werden wir verzichten müssen.«

»Das bedeutet, wir nehmen die Magellanstraße?«, fragte Gorelow.

»Möglich«, antwortete der Kapitän. »Uns steht darüber hinaus auch der Weg um Afrika zur Verfügung. Ein gewisser Unterschied in der Entfernung spielt keine Rolle.«

Der Zoologe fasste seinen Bart zu einer Faust zusammen.

»Schade«, seufzte er. »Der unterseeische Gibraltar-Rücken, die zwei Gegenströmungen in der Meerenge – die obere aus dem Atlantischen Ozean und die untere aus dem Mittelmeer – sind sehr wichtige Themen in unserem ozeanografischen Programm. Übrigens hoffe ich, sie werden durch die Probleme der neuen Gebiete mehr als wettgemacht. Ich werde mich sogleich, Nikolai Borissowitsch, an die Aufstellung des Arbeitsplans der Expedition für die neue Route machen. Würden Sie mir diese bitte mitteilen?«

Und der Zoologe zog ein Notizbuch und einen Bleistift aus der Tasche und schickte sich an, mitschreiben zu wollen.

»Ich werde sie Ihnen später übergeben, Arsen Dawidowitsch«, antwortete ihm der Kapitän nach kurzem Zögern.

»Verstehe«, willigte der Wissenschaftler ein und fragte sogleich erschrocken: »Aber unsere erste Station, in der Sargassosee, bleibt doch im Programm?«

In der Kajüte war ein leises Lachen zu hören.

»Oh ja!«, schmunzelte der Kapitän. »Bei welcher Route die PIONIER auch immer, die wird man nicht streichen müssen.«

Allen war die Ungeduld bekannt, mit welcher der würdige Zoologe das Eintreffen in diesem eigentümlichen, wenig erforschten Meer mit seiner fast unbekannten Fauna erwartete. Seit den ersten Tagen der Fahrt hatte der Zoologe nicht aufgehört, laut von jener süßen Minute zu träumen, in der er sich endlich an die Arbeit in den glasklaren Gewässern der Sargassosee machen könnte, wo sich die zoologischen und biologischen Forschungen besonders entfalten sollten.

»Hervorragend!«, meinte der Wissenschaftler zufrieden. »Wann treffen wir dort ein, Nikolai Borissowitsch?«

»In etwa zehn Stunden. Aber wir müssen dort nicht nur eintreffen – es ist ebenso notwendig, geeignete Orte für Ihre Arbeiten in verschiedenen Tiefen ausfindig zu machen, so etwas wie ein unterseeisches Plateau oder einen unterseeischen Berg. Und das ist gar nicht so einfach für die Sargassosee, die auf allen Karten mit enormen Tiefen verzeichnet ist – über sechstausend Meter … Damit, Genossen, wollen wir schließen.«

»Jedenfalls können wir morgen bereits an die Arbeit gehen«, sagte der Zoologe, sich die Hände reibend, während er gemeinsam mit den übrigen Teilnehmern der Besprechung auf die Tür zuging.

 

* * *

 

Gegen Mitternacht befand sich die PIONIER bereits innerhalb der Grenzen der Sargassosee und ging auf einen Zickzackkurs über, wobei sie die Fahrt auf zehn Zehntel steigerte.

Ultraschall-Scheinwerfer sandten ununterbrochen Bilder von allem, was sich voraus in den Tiefen des Wassers in einer Entfernung von bis zu zwanzig Kilometern befand, in den zentralen Gefechtsstand, auf den Bugstreifen und die Kuppel des Bildschirms; noch weiter abseits an beiden Bordwänden huschten in allen Richtungen um das U-Boot herum die Infrarot-Aufklärer und sandten ihre Meldungen auf denselben Bildschirm.

Die Sargassosee ist für ihre große Tiefe bekannt, und hier eine Basis für unterseeische wissenschaftliche Arbeiten in allen Schichten – sowohl nahe der Oberfläche als auch in großen Tiefen – ausfindig zu machen, war sehr schwer. Weder der Kapitän noch der Zoologe erwarteten, auf ein großes unterseeisches Plateau zu stoßen. Sie waren jedoch gewiss, dass sich in dem weiten Raum dieses Meeres, das genau in der »Bruchzone des Erdballs« liegt, wo in den uns am nächsten stehenden geologischen Epochen gigantische Gebirgsbildungsprozesse stattgefunden hatten, die auch in der Gegenwart nicht aufgehört hatten, einzelne Erhebungen befinden mussten – eine Art unterseeischer Berge, die weit über den Grund aufragten und sich mit ihren Gipfeln der Meeresoberfläche näherten.

Im zentralen Gefechtsstand des U-Bootes hatte Leutnant Krawzow die Morgenwache. Am Steuerpult stehend, blickte er häufig auf den Bildschirm, auf dem die Silhouetten großer und kleiner Fische sowie Ansammlungen langer Algen aufblitzten, die an der Oberfläche dieses Meeres trieben.

Der Leutnant war wie gewöhnlich sorgfältig, ja fast elegant gekleidet. Die vergoldeten Knöpfe auf dem weißen Rock glänzten; die Mützenkrabbe funkelte wie poliert; Manschetten und Kragen waren von blendender Weiße. Die mechanische Wäscherei auf dem U-Boot arbeitete vorzüglich, doch den Leutnant stellte sie offensichtlich nicht völlig zufrieden, und er hatte sich eine Vorrichtung aus einem flachen Stück Knochen ausgedacht, mit der er dem Kragen und den Manschetten einen unnachahmlichen Glanz verlieh.

Der Leutnant wandte den Blick vom Bildschirm ab und den Instrumenten des Kontrollpults zu, das an der Wand neben dem Steuerpult hing. Im Glas eines der Instrumente spiegelte sich für einen Moment ein glattrasiertes, backenknochiges Gesicht mit einer weichen, leicht platten Nase, schwarzen Koteletten, die bis zur Mitte der Ohren reichten, und fröhlichen braunen Augen unter spärlichen Augenbrauen wider.

Die zahlreichen Instrumente zeigten eine normale Funktion der Mechanismen und Maschinen des U-Bootes an. Es ging auf Mittag zu, und die Feder des Kursschreibers, den gewundenen Weg der PIONIER aufzeichnend, hatte es geschafft, auf der Karte fast die gesamte Sargassosee entlang des Meridians von Norden nach Süden zu durchmessen.

In der Ecke, nahe dem dichten Geflecht von Drähten, die am Steuerpult zusammenliefen, hantierte leise Marat. Er untersuchte aufmerksam einen der Drähte der Signalisierung und Verbindung mit der Kammer der Heck-Ultraschallkanone. Die Verbindung funktionierte schwach, mit Unterbrechungen, und Ptizyn, der jüngere Akustiker, der an dieser Kanone arbeitete, verlangte eine sofortige Reparatur. Eine ganze Stunde schon mühte sich Marat mit dieser Arbeit ab. Der Chef-Elektriker des U-Bootes, Militäringenieur zweiten Ranges Kornejew, hatte ihn schon mehrfach per Telefon angerufen, ihn angetrieben und schließlich sogar gerufen:

»Eine Schande, Genosse Bronstein! Eine solche Kleinigkeit erweist sich für Sie als schwieriger als Entwürfe von weltweitem Ausmaß! Ich gebe Ihnen noch fünfzehn Minuten. Wenn Sie in dieser Zeit nicht fertig werden, dann … dann übergeben wir die Arbeit Kramer! Jawohl! Denken Sie daran! Zum Schämen ist das!«

Marat war zutiefst gekränkt. Tatsächlich, zum Schämen. Besonders diese Drohung wegen Kramer. Und all das hatte der Leutnant gehört! Zwar ließ er sich nicht anmerken, dass er es hörte, und schwieg taktvoll, als sei er ganz in die Betrachtung des Bildschirms vertieft. All seine Aufmerksamkeit anspannend, machte sich Marat mürrisch, mit der Lupe vor dem Auge, an die Inspektion und Suche von vorn. Und auf dem ersten Meter vom Eingang … Nein, das war nun wirklich zu viel! Das war völlig unverzeihlich! Marat schlug sich in seinem Zorn sogar mit der Faust vor die Stirn und schalt sich laut einen Narren: Auf dem ersten Meter vom Eingang an war die Isolierung des Drahtes ein ganz klein wenig, für das Auge fast unsichtbar, beschädigt, und der Draht berührte mit seiner blanken Stelle benachbarte Metallteile der Instrumente.

»Was ist mit Ihnen, Marat?«, fragte der Leutnant.

»Gefunden!«, antwortete der junge Elektriker, freudig errötend.

»Aha, Gratulation! Das bedeutet, Kramer zieht den Kürzeren!«, frotzelte der Leutnant.

Nach zwei Minuten war alles in Ordnung. Ptizyn zeigte sich zufrieden, was er Marat auch per Telefon mitteilte. Marat setzte sich sofort mit Kornejew in Verbindung und meldete ihm den Abschluss der Arbeit.

»Sehr gut«, war Kornejews Stimme zu hören. »Gehen Sie rasch essen, sonst kommen Sie zu spät.«

Kaum hatte Marat, seine Werkzeuge und Materialien zusammensammelnd, sich zur Tür gewandt, als ein leiser, verwunderter Ausruf des Leutnants ertönte.

Marat blickte auf den Bildschirm. Auf dessen Bugstreifen, direkt vor dem U-Boot, jagte rasend schnell ein riesiger dunkler Schatten eines Wals nach Süden. Seine breite Schwanzflosse arbeitete rasch, mit unglaublicher Kraft, bog sich bald zusammen, schnellte bald weit nach oben. Aus dem mächtigen Rücken ragte eine dicke, tief eingedrungene Harpune hervor, von der aus eine straff wie eine Saite gespannte Trosse zur Oberfläche des Ozeans führte. Fast unmittelbar hinter dem Wal erschien auf der Kuppel des Bildschirms ein kleines Dampfschiff, aus dessen Schornstein dichte Rauchwolken hervorbrachen. Das Schiff befand sich in einer höchst jämmerlichen Lage. Es jagte in derselben Richtung dahin wie der Wal. Der Bug des Schiffes war überspült, das Heck in die Höhe gerissen; Gestalten von Menschen liefen mit Äxten in den Händen auf dem Deck umher und versuchten offenbar vergeblich, zur Back durchzukommen. Manchmal hob sich der Bug über die Oberfläche des Ozeans, und dann wälzten sich breite, mächtige Wassermassen von der Back ab, und für einen Moment zeigten sich ganz am Vorstecher die Harpunenkanone und die straff gespannte Trosse, die in die Tiefe des Meeres zum Wal führte. Doch im nächsten Augenblick tauchte die Back mit der Kanone wieder ins Wasser ein, und das Schiff jagte weiter hinter dem Wal her, den Bug in die Wellen vergraben.

»Man könnte verrückt werden!«, rief der erstaunte Marat aus. »Was geht hier vor?«

»Was ist denn los?«, fragte der Zoologe, der im Korridor an den halb offenen Türen des Gefechtsstands vorbeiging. »Darf man eintreten?«

»Kommen Sie rein, kommen Sie rein!«, sagte der Leutnant lebhaft. »Ein interessanter Anblick!«

»Ah! …«, rief der Zoologe aus, kaum dass er einen Blick auf den Bildschirm geworfen hatte. »In der Tat ein seltenes Ereignis: Ein Wal schleppt ein Walfangboot hinter sich her. Ach, verdammt noch mal!«

Der Wal machte plötzlich einen gigantischen Satz nach oben und stürzte sich im nächsten Moment, wie es schien, mit verdoppelter Kraft und Schnelligkeit noch weiter in die Tiefe. Das unglückliche Schiff bäumte sich auf, als habe es sich aus einem tödlichen Griff befreit, tauchte aber im nächsten Moment mit dem Bug so tief ein, dass eine riesige Wasserwand, die alles auf ihrem Weg fegte, fast die Hälfte des Decks überspülte – bis hinauf zur Kommandobrücke.

Das Heck reckte sich hoch in die Luft, und auf dem Bildschirm zeigte sich der vibrierende Kreis der wild darunter rotierenden Schiffsschraube. Ein Mann der Besatzung wurde von der Welle fortgespült; viele, die sich auf dem geneigten Deck nicht halten konnten, rollten über dieses hinab und griffen nach allem, was ihnen unter die Hand kam.

»Das Schiff läuft mit voller Kraft zurück«, sagte der Leutnant, »und hat keinerlei Einfluss auf den Wal! Was für eine Riesenkraft! Die Maschine ist doch vermutlich imstande, nicht weniger als tausend Pferdestärken zu entwickeln! Das ist ein schöner Walfänger neuester Bauart, etwa dreihundert Registertonnen groß.«

»Aber sie gehen unter!«, rief Marat. »Sie gehen unter, Genosse Leutnant! Können wir ihnen denn nicht helfen?«

»Der Kapitän wird gleich hier sein«, antwortete der Leutnant. »Ich habe ihn bereits gerufen. Ich selbst habe kein Recht…«

»Was ist los?«, unterbrach die Stimme des Kapitäns den Leutnant. »Ah! Ich verstehe. Ein seltener Fall. Die Lage des Walfängers ist bedrohlich. Hm … Schade … Die Sache kann übel für ihn ausgehen. Sie können nicht einmal die Trosse kappen.«

Der Kapitän schwieg eine Weile, ohne die Augen vom Bildschirm zu wenden. Aus dem Schornstein des sinkenden Schiffes quollen plötzlich dichte Rauchwolken hervor, der Wind riss sie sofort in Fetzen und zerstreute sie. Das Schiff mit dem leblose Schornstein machte einen Satz nach vorn und jagte mit noch größerer Schnelligkeit dahin.

»Wasser hat die Feuerungen der Kessel überflutet!«, rief der Leutnant beherrscht aus. »Jetzt sind sie völlig hilflos.«

Der Kapitän war wie verwandelt. Seine Augen blitzten vor Entschlossenheit.

»An die Bugkanone!«, befahl er. »Den Chef-Akustiker rufen!«

Der Leutnant drückte den Knopf des Telefonpults neben dem ovalen, bläulich-silbernen Bildschirm. Ein rosa Licht erhellte den Bildschirm, und auf seinem Feld erschien eine gewölbte Abteilung, vollgestellt mit verschiedenartigen Kästen, Spulen und riesigen Glasgeräten, die dicht mit Drähten umwoben waren. Inmitten dieses Spinnennetzes und einer, wie es schien, chaotischen Anhäufung von Geräten saß in einem hohen Sessel vor einem mit Knöpfen und Hebeln übersäten Pult und dem silbernen Bildschirm seines Fernsehers der Chef-Akustiker des U-Bootes, der korpulente, rotwangige Tschishow.

Der Kapitän gab den Befehl in den Bildschirm hinein: »Ziel ist organisch! Auf den Wal feuern! Bewegungsunfähig machen!«

»Zu Befehl, Ziel ist organisch! Bewegungsunfähig machen!«, ertönte die Antwort des Akustikers.

Sich dem Zoologen zuwendend, sagte der Kapitän mit gedämpfter Stimme: »Möge wenigstens die Beute diese Leute für den erlittenen Schrecken entschädigen. Und die Beute ist stattlich! Sehen Sie nur, was für ein Riese!«

Der Wal war samt dem Schiff bereits in einer Entfernung von sieben bis acht Kilometern vom U-Boot. Seine Ausmaße waren wahrlich staunenerregend. Er maß in der Länge nicht weniger als zweiunddreißig Meter; seine mächtige Schwanzflosse, etwa acht Meter breit, arbeitete wie eine ungeheure Maschine. Der Wal zeigte keinerlei Anzeichen von Müdigkeit. Mit ungeminderter Kraft, beharrlich und rasant jagte er immer weiter und weiter.

Das Unterseeboot erfüllte sich, gleich einer riesigen Orgel, mit einem feierlichen, mächtigen Summen.

Es vergingen einige Sekunden, und plötzlich, als sei er auf ein unsichtbares und unüberwindliches Hindernis gestoßen, hielt der Wal mitten im Lauf abrupt inne. Erschüttert von ungeordneten Schlägen des Schwanzes und der Flossen schlug er um sich, wand sich in Krämpfen, öffnete und schloss das gigantische, einer Höhle gleichende Maul. Schließlich schleuderte er mit einer letzten gewaltigen Anstrengung seinen riesigen Schwanz nach oben, und wie von einer unsichtbaren, gigantischen Rasierklinge abgeschnitten, flog der Schwanz davon, davongetragen wie ein Segel von den unterseeischen Verwirbelungen, die um das sterbende Tier herum entstanden waren.

Der Wal erzitterte, verharrte regungslos und begann, nachdem er sich mit dem faltigen Bauch nach oben gedreht hatte, langsam aufzutauchen.

Augenblicklich schnellte der Bug des Walfängers in Strömen herabfließenden, schäumenden Wassers an die Oberfläche des Ozeans und bewegte sich, nass und glänzend, als sei er reingewaschen und zur Ruhe gekommen, durch die Trägheit leise vorwärts, mit der kraftlos nach unten hängenden Trosse der Harpune.

Als glaubten sie noch nicht an ihre Rettung, liefen die Menschen mit den Armen fuchtelnd freudig und ratlos auf dem Deck des Schiffes umher.

Das U-Boot entfernte sich rasch und hielt Kurs nach Nordwesten.

Um fünfzehn Uhr zeigten sich auf dem Bildschirm der PIONIER die Umrisse des riesigen unterseeischen Berges, nach dem sie mit solcher Beharrlichkeit gesucht hatte.

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