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Die Abenteuer des Harry Dickson – Band 2 – Kapitel 4

Die Abenteuer des Harry Dickson
Band 2
Das verrufene Hotel in Kairo
Kapitel 4
Die Verhaftung

Zur großen Überraschung Harry Dicksons und zum unverkennbaren Entsetzen Mr. Bakers stellte sich heraus, dass Ali Pascha persönlich, der Polizeichef von Kairo, in Begleitung von vier bewaffneten Beamten erschienen war.

»Wo steckt Mr. Baker?«, herrschte Ali Pascha den Lehrling in barschem Ton an. Der Junge starrte fassungslos auf das Aufgebot der Gesetzeshüter.

»Er ist in seinem Arbeitszimmer; er hat Besuch«, stammelte er.

»Rufen Sie ihn sofort!«

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Wie schmeckt das Blut von Dracula (1970)

Wie schmeckt das Blut von Dracula (1970)

Der vierte Teil der Hammer-Dracula-Reihe markiert das Kinodebüt von Regisseur Peter Sasdy. Die vorliegende Kritik untersucht das Spannungsfeld zwischen Sasdys atmosphärischer Inszenierung und den strukturellen Defiziten im Drehbuch von John Elder. Im Fokus stehen dabei die detaillierte Charakterzeichnung der ersten Filmhälfte sowie die zunehmende Marginalisierung der Titelfigur innerhalb der etablierten Studio-Formel.

Wie schmeckt das Blut von Dracula ist der vierte Teil der legendären Hammer-Reihe, kann sich jedoch kaum mit der Qualität des Originals Dracula (1958) messen. Er stellt zwar eine Steigerung gegenüber dem schwachen Vorgänger Draculas Rückkehr dar, leidet aber massiv unter dessen übernommenen Mängeln. Dennoch repräsentiert das Werk wohl das Beste, was man innerhalb der engen Grenzen der Hammer-Formel und der recht starren Vorstellung des Studios vom Dracula-Mythos erwarten kann.

Das Werk profitiert spürbar von der Regie Peter Sasdys und – wie gewohnt – von der charismatischen Präsenz Christopher Lees. Das Drehbuch von John Elder lässt beiden jedoch kaum Spielraum. Elder (eigentlich Hammer-Produzent Anthony Hinds) leistete immerhin bewundernswerte Arbeit dabei, das bizarre Ende des Vorgängerfilms schlüssig mit der neuen Geschichte zu verknüpfen.

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Felsenherz der Trapper – Teil 02.1

Felsenherz, der Trapper
Selbst Erlebtes aus den Indianergebieten erzählt von Kapitän William Käbler
Erstveröffentlichung im Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1922
Überarbeiteter Text
Band 2
Das Geheimnis der Llano Estacado
1.Kapitel
Der lange Billy und der kleine Jimmy

Am Rande einer kleinen Prärie, nahe der Einmündung des Rio Mazapil in den Canadian, bot sich an einem glutheißen Sommertag ein kriegerisches Bild. Auf der flachen Spitze eines mächtigen, würfelähnlichen Felsblocks lagen drei Weiße. Sie hatten flache Steine als Brustwehr vor sich aufgeschichtet und beobachteten mit gespannter Aufmerksamkeit die Umgebung. Zwei von ihnen trugen die typische Tracht nordamerikanischer Pelzjäger. Ihre verwitterten, von der Sonne tief gebräunten Gesichter waren bärtig; sie unterschieden sich vor allem durch ihre Statur. Der eine war fast ein Riese und dabei dürr wie eine Hopfenstange. Er Weiterlesen

Weekly Ghost Story – Die Geschichte der wogenden Schleppe

Mary Louisa Molesworth
Die Geschichte der wogenden Schleppe

»Dann lasst uns Geistergeschichten erzählen«, schlug Gladys vor.

»Bist du ihrer noch immer nicht überdrüssig? Heutzutage hört man ja kaum etwas anderes mehr«, wandte die junge Mrs. Snowdon ein, ebenfalls ein Gast in The Quarries. »Und sie sind angeblich alle authentisch und verbürgt – doch bekommt man nie die Person zu Gesicht, die die Erscheinung tatsächlich gesehen, gehört oder gespürt hat. Es ist immer jemandes Schwester, ein Cousin oder der Freund eines Freundes.«

»Ich weiß nicht, ob das ein wirklich stichhaltiger Grund ist, sie pauschal abzutun«, sagte ihr Mann. »Es liegt in der Natur der Sache, dass man den Hauptbeteiligten seltener begegnet als den Geschichten selbst. Hundert Leute können eine Erzählung wiederholen, aber der Urheber – oder vielmehr der Held der Geschichte – kann nicht an hundert Orten gleichzeitig sein. Du ziehst doch auch keine anderen Berichte in Zweifel, bloß weil du den Hauptakteur nicht persönlich kennst?«

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Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 29

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

13. Der Hedwigsberg

Beim Dorf Röchlitz liegt der Hedwigsberg. Einst soll dort ein heidnischer Tempel gestanden haben. An dessen Stelle ließ Herzog Heinrich der Bärtige später die Racklitzburg erbauen. Die dortige Kapelle nannte er nach seiner frommen Gemahlin Hedwigskapelle, wodurch der Berg schließlich den Namen Hedwigsberg erhielt. Die Überreste der Burg und der Kapelle sind noch heute zu sehen.

14. Der Hedwigsbrunnen

Am Fuße des Hedwigsberges bei Röchlitz liegt der Hedwigsbrunnen. Er soll seinen Namen ebenfalls von der heiligen Hedwig erhalten haben. Die Heilige badete oft in dieser Quelle, wodurch das Wasser der Sage nach wundertätig und heilkräftig wurde.
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