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Varney, der Vampir – Kapitel 65

Thomas Preskett Prest
Varney, der Vampir
oder: Das Blutfest

Ursprünglich als penny dreadful von 1845 bis 1847 veröffentlicht, als es zum ersten Mal in Buchform erschien, ist Varney, der Vampir ein Vorläufer von Vampirgeschichten wie Dracula, die es stark beeinflusst hat.

Kapitel 65

Varneys Besuch im Keller des einsamen Gefangenen in den Ruinen

Es war offensichtlich, dass Marchdale bei Weitem nicht so gewissenhaft war wie Sir Francis Varney, in dem, was er zu tun pflegte. Er hätte ohne Zögern das Leben jenes Gefangenen im einsamen Kerker geopfert, von dem wir – ohne den Verstand unserer Leser beleidigen zu wollen – annehmen dürfen, dass sie ihn längst als Charles Holland identifiziert haben.
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Kommissar Rosic – Band 1.01

Rodolphe Bringer
Kommissar Rosic
Band 1
Der Dolch aus Kristall
Kapitel 1: Das Abenteuer des Streckenwärters Frégière

Wie jeden Morgen stand Monsieur Lahuche, der Bahnmeister von Pierrelatte, rauchend vor der Tür seines Büros.

Bekleidet mit einer russischen Mütze aus blauem Tuch, den kräftigen Oberkörper in eine Uniformjacke aus Cord gehüllt und die robusten Waden in Ledergamaschen steckend, vertrieb er sich vor Beginn seines Tagewerks die Zeit damit, die Einfahrt des Zuges um 8:46 Uhr zu beobachten und das rege Treiben der ein- und aussteigenden Fahrgäste zu verfolgen.

An jenem Morgen jedoch war Monsieur Lahuche recht erstaunt, als er sah, wie der Streckenwärter Frégière aus einem Abteil der dritten Klasse sprang und hastig auf ihn zukam – das Gesicht völlig verstört und sichtlich unter dem Eindruck einer gewaltigen Weiterlesen

Westward! Ho! – Erinnerungen eines Trappers – Kapitel 55

Conmarrowap, ein berüchtigter Häuptling der Py-Euts

Am Dreiundzwanzigsten kam Conmarrowap, ein gefeierter Häuptling, mit seiner Frau und zehn Kriegern ins Lager. Diese stadtbekannte Persönlichkeit ist von Geburt an ein Eutaw, verließ aber sein eigenes Volk und schloss sich als erwachsener Mann den Py-Eut an. Durch seine Tatkraft und Tapferkeit erlangte er ein solches Übergewicht über seinen Wahlstamm, dass er zu dessen oberstem Häuptling wurde. Er hat sich dort zum Objekt des Schreckens gemacht, indem er die grausame Sitte pflegte, seine Leute schon bei den geringfügigsten Vergehen hinzurichten. Er ist überall Gesprächsthema unter den Eutaw, von denen er universell verabscheut wird; alle sind sich einig, dass er den Tod verdient, doch findet sich niemand, der kühn genug wäre, ein Attentat auf ihn zu wagen.

Er ist der einzige Indianer im Land, der es jemals wagte, einen weißen Mann im eigenen Lager zu züchtigen; und hätten nicht die Gefährten des Jägers eingegriffen, wäre dessen Seele zu jener Zeit in die Ewigkeit entflohen. Denn der stolze Fallensteller konnte die Beleidigung durch den hochmütigen Häuptling nicht dulden – eine Kränkung, die selbst in der Brust des niedersten Indianers Rachegeist geweckt hätte. Er richtete sofort sein Gewehr auf das Herz seines Widersachers, der daraufhin vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben Regungen von Furcht verriet. Die Kameraden des zu Recht erzürnten Jägers stießen jedoch seine Waffe beiseite und Weiterlesen

Felsenherz der Trapper – Teil 02.3

Felsenherz, der Trapper
Selbst Erlebtes aus den Indianergebieten erzählt von Kapitän William Käbler
Erstveröffentlichung im Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1922
Überarbeiteter Text
Band 2
Das Geheimnis der Llano Estacado
3. Kapitel
Der Geisterbüffel der Llano Estacado

Zur selben Zeit, als Felsenherz in der Schlucht seinen Braunen tränkte und seinen eigenen Durst löschte, näherten sich von Osten her drei Reiter. Ihre Pferde strauchelten vor Erschöpfung. Hinter ihnen, auf kaum weniger mitgenommenen Mustangs, jagten etwa fünfzehn Mescalero als unerbittliche Verfolger heran.

Die drei Fliehenden waren Lord Robert Barnley und seine beiden Führer, die er vor vier Wochen in Fort Reno für teures Geld Weiterlesen

Der Märkische Eulenspiegel 29

Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe

Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin

Wie Clauert früher schon einen anderen an seiner Stelle gefangen setzte

Auf dieselbe Weise hatte es Clauert zuvor auch zu Trebbin getrieben. Als er nämlich einmal wegen einiger Verbrechen neben einem Weib, die Reiderin genannt, zu Trebbin in Fesseln gelegt worden war und beide nun im Rathaus gefangen waren, kam der Stadtdiener des Abends zu ihnen, brachte Holz und Kohlen und machte ihnen ein Feuer, damit sie sich wärmen könnten. Eine solche Wohltat gedachte Clauert zu vergelten; er gab Geld her und ließ den Stadtdiener sogleich Bier holen. Clauert stellte sich, als ob er selbst am Weiterlesen