Die schwarze Maske – The Man Who Was Seven – 1. Teil
The Man Who Was Seven
Eine Novelette von J. Frederic Thorne
Kapitel 1
Ein Mensch kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein.
Das ist ein physikalisches Gesetz – nicht wahr?
Aber wie sieht es mit dem anderen Gesetz aus, dem der Realität, und Ihrer eigenen Wahrnehmung? Wenn Sie einen Mann in dieser unmöglichen Situation oder in diesem unmöglichen Zustand sehen und hören würden, wem würden Sie glauben, dem Gesetz oder Ihren eigenen Augen und Ohren?
»Aber die Sache ist unmöglich!«
Gertraud Barthel – Der Trollkönig
Gertraud Barthel
Der Trollkönig
14 phantastische Geschichten
Zunächst möchte ich an dieser Stelle drei der Geschichten skizzieren, damit der Leser einen Einblick in den Inhalt des Buches erhält.
Froschi
Seit Peter denken kann, hat er sich über seinen Spitznamen Froschi geärgert, den er der Tatsache zu verdanken hat, dass er schon bei seiner Geburt froschgrüne Augen hatte. Schon in der Grundschule nannten ihn alle, auch die Lehrer, Froschi, und dies setzte sich auch im Gymnasium fort, nachdem seine Eltern in eine andere Stadt gezogen waren. Dort verlor er, weil er sehr zornig reagierte, als ihn jemand so nannte, sogar seine Freundin. Schließlich verwandelte er sich in ein grünes Monster. Er dachte: Jetzt werd ich’s euch zeigen!
Zehn Geschichten aus Meister Hämmerlings Leben und Denkwürdigkeiten – Teil 1
Zehn Geschichten aus Meister Hämmerlings Leben und Denkwürdigkeiten
Memoiren eines Scharfrichters aus den Zeiten des Mittelalters
Herausgegeben von Wilhelm von Chézy
Vorbemerkung
Das große Malefizbuch soll, wie sein altfränkischer Name schon erraten lässt, Verbrechergeschichten aus früherer Zeit enthalten. Was wir unter dem Namen von Kriminalakten zu begreifen pflegen, nannten unsere Vorfahren in vielen Gegenden Malefizbücher; Aufzeichnungen, welche teilweise auch der Scharfrichter besorgte, der in seiner Eigenschaft als Folterer in peinlichen Untersuchungen vielfach beteiligt war.
Der Grundgedanke des Buches wird sich im Voraus ziemlich klar bestimmen lassen, wenn der Leser bemerken will, dass der Verfasser ein Dichter ist, kein Gelehrter. Ich versuche meinen Stoff vom rein menschlichen Standpunkt aufzufassen und dichterisch zu verarbeiten; die Wahrheit, welche nach meinem Streben sich darin widerspiegeln soll, ist nicht wissenschaftlich Weiterlesen
Der Phantom-Wolfshund
Otis Adelbert Kline
Der Phantom-Wolfshund
Kapitel I
Doktor Dorp legte widerwillig das Manuskript beiseite, steckte seinen Füllfederhalter in die Tasche und stand auf, um seine Besucher zu empfangen.
Er war sichtlich verärgert über diese dritte Unterbrechung am Nachmittag. Doch sein genervter Gesichtsausdruck wich einem freundlichen Lächeln, als er die massige Gestalt im Türrahmen erkennen konnte. Er erkannte Harry Hoyne von der Hoyne Detective Agency – einen kräftigen Mann mit rotem Gesicht, dessen eisengraues Haar und Schnurrbart ihn als weit über das mittlere Alter hinaus verrieten.
Der schlanke, gebeugte Mann, der ihn begleitete, war ihm völlig unbekannt. Er hatte blasse, falkenkartige Gesichtszüge, kleine, schlangenhafte Augen, die seltsam aus den tief liegenden Augenhöhlen funkelten, sowie lange, knochige Finger, die an Weiterlesen
Das Gespensterbuch – Zehnte Geschichte
Das Gespensterbuch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink
München 1913
Gustav Meyrink
Das Präparat
Die beiden Freunde saßen in einem Eckfenster des Café Radetzky und steckten die Köpfe zusammen.
»Er ist fort. Heute Nachmittag ist er mit seinem Diener nach Berlin gefahren. Das Haus ist vollkommen leer. Ich komme gerade von dort und habe mich genau überzeugt. Die beiden Perser waren die einzigen Bewohner.«
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