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Im Original Felix Schloemp

Das Gespensterbuch – Zwölfte Geschichte – Teil 4

Das Gespensterbuch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink
München 1913

Nikolaus Gogol
Wij, der Fürst der Dämonen – Teil 4

Der Philosoph war allein. Erst gähnte er ein paarmal, dann streckte er sich, blies in beide Hände und sah sich endlich in der Kirche um. In der Mitte stand der schwarze Sarg. Vor den dunklen Heiligenbildern brannten Kerzen, aber das Licht erleuchtete nur den Altar und warf einen schwachen Schimmer bis in die Mitte der Kirche. Der hohe altertümliche Altar machte einen recht gebrechlichen Eindruck; das durchbrochene und vergoldete Schnitzwerk hatte nur noch an ganz vereinzelten Stellen seinen Glanz bewahrt, die Vergoldung war stellenweise abgebröckelt oder nachgedunkelt. Die Gesichter der Heiligen waren ganz schwarz und blickten sehr düster und ernst aus den Rahmen. Der Philosoph sah sich noch einmal um.

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Das unheimliche Buch – Der wahre Sieg

Das unheimliche Buch
Herausgegeben von Felix Schloemp

Der wahre Sieg
Von Frédéric Boutet

Und ich kämpfte verzweifelt mit dem schrecklichen Azrael …
Edgar Allan Poe: Ligeia

Es war tief in der Nacht, als ein einsamer, in einen schwarzen Mantel gehüllter Wanderer den Flusskai entlangschritt. Rechts von ihm, am Fuße der Ufermauer, floss das Wasser so ruhig und tief wie in einem Kanal dahin. Gelegentlich führte eine schräge Treppe zum Fluss hinab, wo die Stocklaternen der vor Anker liegenden Schiffe wie rote Sterne leuchteten. Das gegenüberliegende Ufer ließ sich nur durch die fernen, gelblichen Lichtpunkte von Laternen und vereinzelten erhellten Fenstern erahnen.

Zur Linken wurde der breite Kai von alten Herrenhäusern gesäumt. Ihre Fassaden waren grau, die Türen mit eisernen Riegeln Weiterlesen →

Das Gespensterbuch – Zwölfte Geschichte – Teil 3

Das Gespensterbuch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink
München 1913

Nikolaus Gogol
Wij, der Fürst der Dämonen – Teil 3

Der Hauptmann war schon alt. Er hatte einen grauen Schnurrbart und saß, den Kopf auf beide Hände gestützt, mit einem Ausdruck dumpfer Trauer am Tisch. Er mochte fünfzig Jahre alt sein; aber der tiefe Gram in seinen Zügen und die bleiche, schlechte Farbe bewiesen, dass sein Herz ganz plötzlich gebrochen und vernichtet, und dass all seine frühere Fröhlichkeit und das laute sorglose Leben für immer zerstört war. Als Choma mit dem alten Kosaken in das Zimmer trat, nahm der Hauptmann die eine Hand vom Gesicht und nickte unmerklich mit dem Kopfe; Choma und der Kosak verbeugten sich tief vor ihm und blieben ehrfurchtsvoll an der Tür stehen.

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Das Gespensterbuch – Zwölfte Geschichte – Teil 2

Das Gespensterbuch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink
München 1913

Nikolaus Gogol

Wij, der Fürst der Dämonen – Teil 2

Inzwischen aber verbreitete sich überall das Gerücht, die Tochter eines der reichsten Hauptleute – der ungefähr fünfzig Werst von Kiew eine Besitzung hatte – sei eines Morgens ganz zerschlagen von einem Spaziergang zurückgekommen. Sie hätte kaum noch die Kraft gehabt, das väterliche Haus zu erreichen, läge im Sterben und hätte den Wunsch geäußert, der Seminarist Choma Brut aus Kiew solle nach ihrem Tode während dreier Nächte die Totenmesse bei ihr lesen. Der Philosoph erfuhr das alles durch den Rektor selbst, der ihn zu sich ins Zimmer beschied und ihn beauftragte, sich unverzüglich auf den Weg zu machen, da der berühmte Hauptmann zu diesem Weiterlesen →

Das Gespensterbuch – Zwölfte Geschichte – Teil 1

Das Gespensterbuch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink
München 1913

Nikolaus Gogol

Wij, der Fürst der Dämonen – Teil 1

Einst bogen während einer Ferienreise drei Scholaren aus Kiew von der Landstraße ab, um beim ersten besten Gehöft, auf das sie stießen, den schon längst geleerten Sack mit neuen Vorräten zu versorgen. Dies waren der Theologe Haljawa, der Philosoph Choma Brut und der Rhetor Tiberius Gorobetz.

Es war schon Abend, als sie von der Landstraße abbogen; die Sonne war eben untergegangen, und noch spürte man in der Luft die Wärme des Tages. Der Theologe und der Philosoph marschierten schweigsam mit der Pfeife im Munde dahin und der Rhetor, Tiberius Weiterlesen →