Archiv

Phänomene und Legenden

Oberhessisches Sagenbuch Teil 118

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Die Springwurz

In einem Oberhessischen Dorf wohnte ein blutarmer Bauernbursche, der Soldat werden sollte, und hatte doch nicht die geringste Lust dazu. In dem Brast darüber ging er an einem Sonntag einstmals ganz allein in einen dichten Wald, um seine betrübten Gedanken loszuwerden. Allein es wollte ihm kein Trost kommen. Währenddessen sah er an einem Baum hinauf und wurde gewahr, dass ein schwarzer Star in ein Astloch schlüpfte, in welchem er sein Nest mit Jungen hatte.
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Sagen der mittleren Werra 19

Sagen-der-mittleren-Werra

Von den Silberlöchern im Struther Forst

Von dem Dorf Rotterode führt ein Fußpfad der Bergwand entlang durch den Struther Forst zum Rennsteig hin und durchschneidet eine Gebirgswiese, die von dem Kamm des Berges bis zu der Talsohle des Ebertsgrundes reicht. Auf dieser Wiese war noch vor kurzer Zeit eine felsige Vertiefung mit zwei Spalten zu sehen, die Silberlöcher genannt.
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Aus dem Wigwam – Vorbedeutungen

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh

Vorbedeutungen

nser Volk«, erzählt Kah-ge-ga-gah-bah, »glaubt fest an Vorbedeu­tungen. Das Heulen der Wölfe und Füchse, Unglück auf der Jagd, der Flug seltener Vögel usw. bedeuten nie etwas Gutes. Das Segeln des Adlers und das Schreien eines Raben hingegen verkünden Glück.

Auch glauben wir an Träume. In denselben teilen uns die Götter ihre Ratschläge mit. Wer dieselben befolgt, wird ein glücklicher Jäger und Krieger. Ich fastete oft zwei, manchmal auch vier Tage. Alsdann musste ich morgens früh aufstehen und von Platz zu Platz wandern und die Gunst der Götter, die sich mir in Gestalt von Vögeln und Tieren näherten, erflehen.

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Oberhessisches Sagenbuch Teil 117

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Braundosten und Baldrian

Am Gekräutertag, wie man im Vogelsberg den Tag der Himmelfahrt Christi nennt, geht man hinaus, um heilkräftige Pflanzen zu suchen, denn dann ist der Segen Gottes über alles Wachstum ausgegossen. Besonders sucht man Braundosten und Baldrian, zwei Pflanzen, die man in die Stube und über die Stalltür hängt, zum Schutz gegen Zauberei.

Eine Magd kam einmal mit einer Last Gras aus dem Wald und begegnete einem Hexenmeister.
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Aus dem Wigwam – Das zukünftige Leben der Chippeway

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh

Das zukünftige Leben der Chippeway

as Paradies der Chippeway liegt im fernen Westen. Es ist voll von Wild und die Bäume sind mit Früchten jeder Art beladen.

Wenn ein Indianer auf dem Schlachtfeld stirbt, so geht seine Seele direkt nach jenem Land. Die Seelen derjenigen, die anderen Todesursachen unterlagen, müssen noch eine Zeit lang auf der Erde bleiben.

Vor dem Paradies befindet sich eine gefährliche Brücke, die jeder überschreiten muss. Krieger, Medizinmänner und Jäger haben dabei keine Schwierigkeiten. Unter dieser Brücke befindet sich ein rauschender Strom und derjenige, der Weiterlesen