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Im Original Theodor Bindewald

Oberhessisches Sagenbuch Teil 31

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der wilde Fraustein

Der wilde Fraustein befindet sich im Wald zwischen Grünberg und Laubach. Man sieht daselbst einen sehr großen, platten Stein, in welchem eine Vertiefung ist, die dem Griff einer menschlichen Hand gleicht. Ehedem wohnte nämlich da ein wilder Mann und eine wilde Frau, die man bei einem ungeheuren Topf oft ihre Arbeit verrichten und kochen sah. Der Mann verließ aber die Frau, ging fort ins Wirtshaus und kam nicht wieder, sodass die Frau in ihrem Zorn ihm den Felsblock nachwerfen wollte. Davon behielt er den Eindruck ihrer Hand bis auf den heutigen Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 30

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der Pfiffer

In der steilen Schlucht, die zwischen Wächtersbach und Wittgenborn hinzieht, geht der Pfiffer um, ein riesengroßer Waldmann, und treibt da mittags sein Wesen mit Pfeifen, Holzschlagen und allerlei Rumoren. Meist ist er grau und grün gekleidet. Ein Köhler im Wald hörte ihn wieder einmal, als seine Gesellen sich gerade zum Schlaf hingelegt hatten. Er wollte dem Ding auf die Spur kommen, allein er blieb aus und blieb aus und kam nicht. Am dritten Meiler fanden sie ihn endlich nach langem Rufen und Suchen. Er starb ihnen gleich unter den Händen. Vor Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 29

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Im Gederner Schloss

Im Gederner Schloss ist es immer nicht ganz geheuer gewesen, das könnte man durch viele Geschichten beweisen.

Eine der alten Fürstinnen, wenn mir recht ist, Eleonore mit Namen, war noch nicht lange verheiratet, als sie beim Gehen aus ihrem Schlafgemach ein kleines Graumännchen vor sich fand, das sie mit dem freundlichsten Gesichte von der Welt anblickte, stillschweigend durch das ganze Gebäude begleitete und Tag und Nacht nicht von ihrer Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 28

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

V.

Riesen, Zwerge, Kobolde, Hausgeister, wilde Frauen

Die Entstehung von Eckartsborn

Als der Teufel aus dem Vogelsberg weichen musste, floh er so eilig über die Berge, dass ihm bei dieser Gelegenheit ein paar Häuser aus dem Sack fielen. Die blieben zerstreut den Berg hinauf hängen, andere kamen obenhin zu Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 27

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Das Schlossfrauchen auf Ulrichstein

In den Trümmern des Mulsteiner Schlosses spukt es seit vielen Jahren. Auch heute noch kann man sich in Acht nehmen. Man soll dort mittags eine lange weiße Gestalt auf- und abgehen sehen. Das ist das Schlossfrauchen. Viele wollen auch sein Gewimmer gehört haben. Wenn in der Stadt die Kinder nicht gehorchen wollen, macht man ihnen Angst und sagt: »Seid still oder das Schlossfrauchen kommt!«


Der schlafende Schäfer vor dem Merlauer Schloss

In der heiligen Adventszeit ging einer der alten Schäfer von Merlau vor dem Schloss her und konnte es sich gar nicht deuten, Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 26

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Weiße Frau im alten Keller

Bei Mauswinkel und Wettges in der Mitte, wo jetzt nichts als Hutweide ist, heißt man es die Dietrichsburg und am alten Keller. Es soll dort ein altes Schloss gestanden haben, dessen Reichtümer von einer weißen Frau bewacht werden. Vom Mauswinkel ging einmal ein Mann dort vorüber, um die Essenszeit, und sah die weiße Frau sitzen mit einem Strickstrumpf in der Hand. Sie bat ihn, um Mitternacht doch ja zu ihr zu kommen, denn es sei jetzt gelegene Zeit zu ihrer Erlösung. Er werde sie dann in Gestalt einer Schlange erblicken, aber er brauche sich nichts Weiterlesen