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Aus dem Wigwam – Das zukünftige Leben der Chippeway

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh

Das zukünftige Leben der Chippeway

as Paradies der Chippeway liegt im fernen Westen. Es ist voll von Wild und die Bäume sind mit Früchten jeder Art beladen.

Wenn ein Indianer auf dem Schlachtfeld stirbt, so geht seine Seele direkt nach jenem Land. Die Seelen derjenigen, die anderen Todesursachen unterlagen, müssen noch eine Zeit lang auf der Erde bleiben.

Vor dem Paradies befindet sich eine gefährliche Brücke, die jeder überschreiten muss. Krieger, Medizinmänner und Jäger haben dabei keine Schwierigkeiten. Unter dieser Brücke befindet sich ein rauschender Strom und derjenige, der ein schlechter Jäger oder feiger Krieger gewesen ist, fällt entweder ins Wasser oder er verirrt sich, nachdem er die Brücke überschritten hat, in ein ödes, wüstes Land.

Dort sieht er weder Vogel noch Tier und er muss den bittersten Hunger leiden.

Der begünstigte Indianer jedoch kommt ohne Hindernisse ins Paradies und wird von dem Freudenruf seiner Freunde bewillkommt. Unzählige Tiere sind in den Wäldern und die einzige Beschäftigung des Indianers besteht in Essen, Trinken und Jagen.

Krankheit, Hunger, Müdigkeit und Tod sind dort unbekannte Dinge; die Berge und Täler sind immer grün und vom Winter weiß man nichts.