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Im Original Karl Knortz

Aus dem Wigwam – Die Sintflut der Makah

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Die Sintflut der Makah

or langer, langer Zeit schwoll der Stille Ozean so hoch an, dass sein Wasser die Prärie zwischen dem Wäatschdorf und der Neah Bay bedeckte und somit das Cape Flattery zur Insel machte. Plötzlich aber war es wieder so tief, dass die Neah Bay vollständig trocken wurde. Vier Tage danach wuchs es jedoch plötzlich so hoch, dass es nicht allein das ganze Kap, sondern das ganze Land mit Ausnahme der Berge von Clayoquot überschwemmte. Das Wasser war sehr warm. Diejenigen Indianer, welche Boote hatten, legten ihre Gerätschaften hinein und fuhren mit der nordwärts treibenden Strömung fort. Als der Ozean seine gewöhnliche Höhe erreicht hatte, fand sich eine Abteilung der Indianer unterhalb Nootka. Dort wohnen ihre Nachkommen noch bis auf den heutigen Tag.

Aus dem Wigwam – Der Donnervogel der Makah

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Der Donnervogel der Makah

n der Hütte eines der Häuptlinge an der Niah-Bay im Territorium Washington befindet sich ein großes Brett, welches von einem Clyoquot mit drei merkwürdigen Figuren bemalt ist. Dieselben repräsentieren T’hlukluts, den Donnervogel, Chetupuk, den Walfisch, und Hahektoak, ein fabelhaftes Geschöpf, welches den Blitz hervorbringen soll.

Die betreffenden Indianer glauben nämlich, dass das Geräusch des Don­ners und die Verdunklung des Himmels beim Gewitter von den großen Flügeln eines Vogels herrühren, der unter dem Namen Katait, T’hlukluts und Tutusch bekannt ist. Derselbe soll eigentlich ein Riese sein und sich nur auf den höchsten Wipfeln der Berge aufhalten.

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Aus dem Wigwam – Die Legende vom Saline River

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Die Legende vom Saline River

or vielen, vielen Jahren wohnte am Bereinigungspunkt des Platte und des Saline Rivers ein mächtiger Indianerstamm. Unter seinen Kriegern war einer, der weit und breit in der Umgegend wegen seines furchtlosen, unerschrockenen Auftretens bekannt war. Fast jeder Wigwam der feindlichen Dörfer hatte seiner Mordbegier ein Opfer liefern müssen. Kein Bächlein floss in jener Gegend, das er nicht wenigstens einmal mit dem Blut eines Feindes gerötet hatte.

Häufig stahl er sich heimlich und unbegleitet weg, um seine Hände in Blut zu baden, was seine einzige Freude war. Aber nicht allein seine Feinde, sondern auch seine Freunde fürchteten ihn. Sie rühmten sich zwar seiner Führung, aber vor näherem Umgang mit ihm schreckte jeder zurück. Sein Wigwam blieb unbesucht und in der Mitte seines Weiterlesen

Aus dem Wigwam – Eine zoologische Fabel

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Eine zoologische Fabel

ikwaju, der Hamster, ging einst auf die Jagd und nahm seinen kleinen Bruder mit. Sie waren sehr erfolgreich und legten sich Vorrat für den ganzen Winter an.

In der Mitte des Winters kam ein kleiner Kerl mit Namen Abistanauch, der Marder, zu ihnen auf Besuch, und zwar lediglich in der Absicht, sich an ihren köstlichen Speisen zu laben. Kurz danach kam ein anderer Freund, nämlich Abligumuch, das Kaninchen. Beide wurden in der freundlichsten Weise empfangen. Sie aßen, tranken und erzählten allerlei schnurrige Geschichten.

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Aus dem Wigwam – Nisowassa

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Nisowassa

ie Indianer, welche früher die Umgegend von Milwaukee bewohnten, hatten sich einst, um ihren beständigen Feindseligkeiten ein Ziel zu setzen, zu einem allgemeinen Verbrüderungsfest versammelt. Ein Häuptling jedoch, der nur mit vieler Mühe zur Teilnahme bewogen werden konnte, glaubte nicht an einen günstigen Ausgang und wünschte ihn offenbar auch nicht, denn er steckte heimlich ein scharfes Messer zu sich, trotzdem ein jeder unbewaffnet den Ort der Verhandlung betreten sollte.

Seine einzige Tochter, Nisowassa, bemerkte dies aber, schlich ihm heimlich nach und verbarg sich hinter ihm, als er seinen Platz im Rat einnahm. Sie hoffte auf eine allgemeine Versöhnung der feindlichen Stämme und lauschte den Weiterlesen

Aus dem Wigwam – Ni-Ni-Wah

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Ni-Ni-Wah

m romantischen Ufer des Peoriasees, ungefähr an derselben Stelle, wo heute die gleichnamige Stadt steht, dehnte sich früher ein großes Indianerdorf aus, das lange Zeit als die Hauptniederlassung des kriegerischen Stammes der Peorier galt. Auf der anderen Seite des Sees wohnten die blutdurstigen Mackinah, die mit den Peoriern in beständigem Kampf und Streit lebten.

Nun traf es sich einst, dass der Sohn Pu-ah-nahs, des Peorier-Häuptlings, auf der Jagd die schöne Ni-Ni-Wah, die Tochter des Mackinah-Häuptlings, sah und ihre Liebe gewann. Seit jener Begegnung besuchten sie sich so häufig, wie es die wachsamen Augen der verfeindeten Rothäute zuließen, doch es dauerte nicht lange, so wurde den Weiterlesen