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Im Original Karl Knortz

Aus dem Wigwam – Die Blume der Prärie

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Die Blume der Prärie

ine große Abteilung der Osage hatte sich am Nickanansa niedergelassen. Unter ihnen befand sich auch ein junger tüchtiger Jäger, der sich mit dem schönsten Mädchen des Stammes, der Blume der Prärie verlobt hatte. Derselbe ging einst nach St. Louis, um seine Pelze zu verwerten und Schmucksachen für seine Braut zu kaufen. Nach Verlauf einiger Wochen kehrte er wieder zurück, fand jedoch das Lager verlassen vor. Nur wenige Pfosten zeigten die Stelle an, wo es früher gestanden hatte. In einer Entfernung sah er am Ufer des Flusses eine junge Frau, die zu waschen schien. Es war seine Verlobte. Er eilte auf sie zu, um sie zu umarmen, aber sie wandte sich weinend von ihm ab. Er ahnte, dass seinem Stamm ein Unglück begegnet war.

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Aus dem Wigwam – Vom Donnerkeil

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Vom Donnerkeil

in Krieger vom Konsastamm wurde einst auf einer Prärie von einem starken Gewitter überrascht, gegen das er sich nicht zu schützen wusste. Er fiel ohnmächtig nieder und blieb eine Zeit lang besinnungslos liegen. Als er wieder zu sich kam, sah er einen Donnerkeil neben sich liegen. Nicht weit davon stand ein Pferd. Er hob den Keil auf und schwang sich auf das Pferd. In der Eile hatte er sich jedoch verkehrt darauf gesetzt. Im Augenblick durchflog er Ebenen, Wälder, Wüsten, Berge und wurde zuletzt am Fuß des Felsengebirges abgeworfen. Er hatte mehrere Monate zu reisen, bis er wieder bei seinem Stamm eintraf.

Ein anderer Indianer fand einst einen Donnerkeil mit zwei wunderschönen Mokassins dabei. Er glaubte wunder, was er Weiterlesen

Aus dem Wigwam – Der Schutzgeist

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Der Schutzgeist

ie Delawaren glauben, sie seien von einem mächtigen Manitu, der in Gestalt eines nur selten sichtbaren Adlers über ihnen schwebe, beschützt. Ist er mit ihrem Betragen zufrieden, so fliegt er niedrig und umkreist die weißen Wolken am Himmel. Auch ist dies zugleich ein sicheres Zeichen, dass das kommende Jahr ein ausgezeichnetes wird, dass der Mais gut gedeiht und sie großes Glück auf der Jagd haben werden. Zuweilen wird er auch böse, lässt seine Stimme im Donner hören, im Blitzen seine zornigen Augen sehen und schlägt dann diejenigen tot, die ihm missfallen.

Diesem mächtigen Geist pflegen die Delawaren regelmäßig zu opfern. Zum Zeichen, dass er es wohl aufnimmt, lässt er manchmal eine Feder fallen, die unsichtbar und unverwundbar macht.

Einstmals wurden die Delawaren von den Pawnee auf einer großen Prärie umringt und beinahe sämtlich umgebracht. Weiterlesen

Aus dem Wigwam – Was die Indianer vom Felsengebirge denken

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Was die Indianer vom Felsengebirge denken.

ie Stämme der östlichen Prärien nennen das Felsengebirge die »Berge der untergehenden Sonne«. Einige nennen es auch den »Rücken der Welt« und glauben, dass dort Wakonda, der Meister des Lebens, hause. Andere glauben auch, dass sich dort ihr erwartetes Paradies, die glücklichen Jagdgründe, befänden, die jedoch für sterbliche Augen unsichtbar seien. Auch soll sich dort die große, schöne Stadt befinden, in der die edlen Indianer, welche sich stets an die Gebote des Großen Geistes gehalten haben, alle erdenklichen Freuden genießen. Wieder andere behaupten, dass sie diese Berge nach ihrem Tod besteigen und die höchsten Felsspitzen erklimmen müssten.

Nach monatelanger unbeschreiblicher Anstrengung erreichten sie endlich den geheimen Gipfel, von dem sie in das Land der Seelen sehen können. Die Seelen der Braven und Tapferen wohnen dort in schönen Zelten, die an den Weiterlesen

Aus dem Wigwam – Das Paradies der Tetonen

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig.1880

Ursprung des weißen, roten und schwarzen Mannes

ls Florida sich als Territorium der Vereinigten Staaten organisierte, war die erste Sorge des Gouverneurs William P. Duval darauf gerichtet, die Eingeborenen für die Zivilisation zu gewinnen. Zu diesem Zweck berief er einst eine Versammlung der Häuptlinge der Seminolen und sagte ihnen, es sei der Wunsch des Großen Vaters, dass sie Lehrer und Schulen haben und dass ihre Kinder gerade so wie die der Weißen unterrichtet werden sollten. Die Häuptlinge hörten mit großer Aufmerksamkeit zu und baten sich nach beendeter Rede einen Tag Bedenkzeit aus. Am folgenden Tag erschienen sie zur festgesetzten Zeit wieder. Einer derselben redete den Gouverneur im Namen der Übrigen wie folgt an:

»Mein Bruder! Wir haben uns den Vorschlag unseres Großen Vaters gut überlegt und sind ihm sehr dankbar für Weiterlesen

Aus dem Wigwam – Das Paradies der Tetonen

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig.1880

Das Paradies der Tetonen

enn man an einem sternenhellen Abend im Monat des Blätterwelkens seine Augen zur Gegend des Jägersterns (Nordstern) und des ewigen Schnees richtet, wird man den Himmel oft mit einer zarten Röte, ähnlich der Röte auf den Wangen einer Jungfrau, wenn der Name ihres Geliebten erwähnt wird, geschmückt sehen. Auch wird der aufmerksame Beobachter dann und wann ein geheimnisvolles halb unterdrücktes Lachen hören und zuweilen auf die lustigen Gestalten der froh Lachenden, die in der Umgebung der Sterne ihre freudenvollen Tänze aufführen, bemerken. Dieser Anblick erfüllt die Brust des Indianers stets mit der höchsten Freude, denn er glaubt, die Geister seiner verstorbenen Freunde zu sehen, die sich dort oben in ihren Lieblingsspielen ergehen.

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