Wahre irische Geistergeschichten III.1
St. John D. Seymour, Harry L. Neligan
Wahre irische Geistergeschichten
Kapitel 3.1
Spukhäuser in Mogh’s Half
Die nördliche Hälfte Irlands hat sich nicht als so ergiebig an Geschichten über Spukhäuser erwiesen wie der südliche Teil. Die mögliche Erklärung hierfür liegt nicht etwa darin, dass die Menschen im Norden weniger dazu neigen, an solche Dinge zu glauben oder darüber zu sprechen. Es liegt vielmehr daran, dass wir hinsichtlich des Südens das Glück hatten, auf einige eifrige Sammler solcher und verwandter Erzählungen zu stoßen. Deren Eifer beim Sammeln wird nur noch von ihrer Freundlichkeit übertroffen, mit der sie den Verfassern dieses Buches Informationen zur Verfügung stellten.
Auf einem großen Bauernhof in der Nähe von Portarlington lebte einst eine gewisse Frau –, eine willensstarke, fähige Frau, die all ihre Angelegenheiten selbst regelte, Befehle erteilte und sich von niemandem etwas sagen ließ. Zu ihrer Zeit starb sie, und der Weiterlesen
Ein Klondike-Claim – Kapitel 14
Nicholas Carter
Ein Klondike-Claim
Eine Detektivgeschichte
Street & Smith, New York, 1897
Kapitel 14
Ein gesprengter Tresor
Eine Gruppe von Arbeitern – weiße Männer und Inuits – hatte sich am einfachen Pier versammelt, als das Boot anlegte.
Die meisten von ihnen sprachen vertraut mit dem Kapitän, als ob sie ihn schon lange kennten, und alle beäugten den Passagier neugierig.
»Nun, Jungs«, sagte Stokes beiläufig, während er an Land stieg, »man hat mir erzählt, das hier sei die Insel Taska. Und ich habe gehört, dass es hier irgendwo in der Nähe eine Mine geben soll, die man für gutes Geld kaufen kann.«
Marc Jordan – Band 1 – Kapitel 4
Marc Jordan
Heldentaten des größten französischen Detektivs
Band 1
Die Entführung einer Jungfrau
Kapitel 4
Der Mulatte
Mit höchster Eleganz gekleidet und mit einer Orchidee im Knopfloch, die sicher einen Louis d’or gekostet hatte, hatte sich der Graf von Cazalès soeben an den Baccara-Tisch des Cosmopolitan-Club am Boulevard des Italiens gesetzt. Nachdem er eine Zigarre angezündet hatte – eine jener Sorte, wie sie auch König Eduard VII. rauchte –, verkündete er mit weithin hörbarer Stimme: »Es liegen zweihundert Louis in der Bank!«
»Banco!«, rief sogleich eine Stimme aus dem hinteren Teil des Saales.
Der Mythos Tempelritter – Teil 3.21
Einst waren sie im Hochmittelalter die mächtigste Organisation auf Gottes Erden. Sie waren führend im Bankwesen, sie besaßen die größte Flotte des Abendlandes. Zeugen ihrer schier übermächtigen Größe und ihres Reichtums findet man noch heute: Der Newport Tower in Newport, Rhode Island, der als Leuchtturm der Templer gilt; Santa Mariá de Eunate in Spanien, welche die Templer nach dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem erbauten; Temple Church in London, die den Templern als englisches Hauptquartier diente; die Klagemauer sowie der Tempelberg in Jerusalem, wobei aufgrund der derzeitigen religiösen und politischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und Palästina es dort unmöglich erscheint, umfangreiche Ausgrabungen Weiterlesen
Deutsche Märchen und Sagen 200
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
278. Gottliebe
Im Jahre unseres Herrn 1074 wohnte in der Grafschaft Boulogne zu Longfort ein braver Ritter namens Hemfried mit seiner Frau Ogine. In ihrer Ehe hatten die beiden drei Töchter: Ogine, Adele und Godelieve (Gottliebe), die ihren Eltern an Tugend und Gottesfurcht in nichts nachstanden. Vor allen zeichnete sich jedoch die Jüngste, Gottliebe, als ein Vorbild an Heiligkeit aus. Sie liebte die Armen so sehr, dass sie ihnen alle Speisen und Getränke gab, deren sie habhaft werden konnte; nicht selten sparte sie sich selbst das Essen am Munde ab, um es den Bedürftigen zu bringen.
Der Hofmeister ihres Vaters war damit jedoch gar nicht zufrieden, da es häufig an Speisen fehlte, wenn Herr Hemfried sich zu Tisch setzen wollte. Er forschte nach, wo das Essen blieb, und als er erfuhr, dass Gottliebe es stets den Armen gab, passte er scharf auf, um Weiterlesen

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