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Mythen & Wirklichkeiten

Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 63

Der Roland von Rheinsberg und die Remus-Insel

Im Boberow-Wald treibt noch heute Herr von Reisewitz sein Unwesen. Er hat schon so manchen in die Irre geführt, der sich nicht mehr zurechtfand, bis er plötzlich ein Lachen oder Händeklatschen hörte und sah, wo er hingeraten war.

Mit dem Herrn von Reisewitz soll es aber folgende Bewandtnis haben: Er lebte hier unter Prinz Heinrich und hatte alles zu arrangieren. Während Prinz Heinrich im Felde war, richtete er die Boberow-Cavel, die Fortsetzung des Schlossgartens, ein. Weil er beim Prinzen aber verleumdet wurde, machte dieser ihm deshalb Vorwürfe. Da vergiftete sich Herr von Reisewitz. Als Prinz Heinrich aus dem Krieg zurückkam, sah er, wie schön alles geworden war, und es tat ihm sehr leid. Seit dieser Zeit geht Herr von Reisewitz im Boberow-Wald um.

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Der Hasenwirt

Der Hasenhirt
Aus: Von Hollas Rocken, Eberhard König, 1925

Der König von Portugal war der Meinung, dass seine schöne Tochter sauer und holzig werden würde, wenn sie nicht bald unter die Haube käme, und dass sie dann keiner mehr möchte. »Desto besser!«, rief das hübsche Kind stolz. »Kann denn unsereins, wenn es nur leidlich gerade gewachsen ist und kein garstiges Gesicht hat, nie leben, wie es ihm gefällt? Was frage ich nach den Mannsleuten! Ich will mein eigen sein und bleiben! Wenn sie doch wüssten, wie dumm ich all ihr Getue finde. Hat das unnütze Volk auf Gottes Welt denn nichts Besseres zu tun, als vor uns ein Männchen zu machen? Ich kann bald keine Person mit Hosen und Haaren im Gesicht mehr sehen.«

Das war sehr kräftig gesprochen und der gute König hätte es endlich einsehen müssen: Bei der ist nichts zu hoffen! Aber er konnte sich einfach nicht damit abfinden, dass er nie und nimmer ein Strampelchen von Enkelkind auf seinen Knien reiten lassen würde. Ach, und wer sollte dereinst sein Reich erben?

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Über Land hinter sechs Pferden

Über Land hinter sechs Pferden

Die Postkutsche legte in 24 Stunden etwa 110 Meilen zurück, der Pony Express schaffte in derselben Zeit etwa 250 Meilen, die Überland-Expresszüge durchschnittlich etwa 600 Meilen pro Tag

In den Tagen von 1849 brauchte ein Aussiedlertreck fünf bis sieben Monate, um die Plains zu durchqueren. Neun Jahre später schafften die Überlandkutschen auf der südlichen Route die Reise in einundzwanzig Tagen.

Im Jahr 1861 legten die Überlandkutschen über Salt Lake die Strecke in neunzehn bis zwanzig Tagen zurück, und im Juni 1869 wurde diese Art des Reisens durch die Dampflokomotive abgelöst. Die guten alten Zeiten der Überlandkutschen sind heute nur noch eine Erinnerung, aber diese Erinnerung ist bei denen, die mit Pferden oder Maultieren die Prärie durchquerten, ohne zu wissen, welche Abenteuer sie unterwegs erwarten würden, noch sehr lebendig.

Hunderte von Maultieren und Pferden, Männern und Kutschen waren erforderlich, um diesen riesigen Weiterlesen

Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 24

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

VI. Goldberg und Schönau

1. Der Name Goldbergs

Die Stadt Goldberg soll ihren Namen von den reichen Goldbergwerken erhalten haben, die in ihrer Umgebung betrieben wurden und alle sieben Tage 150 Pfund Gold lieferten. Der Rat der Stadt erhielt jedes Mal ein Pfund davon.

2. Die Entstehung Goldbergs

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Sagen der mittleren Werra 100

Vom tollen Jägersgraben

Von Eckardtshausen nach Förtha zieht sich links am Weg eine tief bewaldete Schlucht hin, die den Namen Toller Jägersgraben trägt, weil der tolle Jäger und das wütende Heer darin hausen sollen.

a)
Ein armer Kötzenflicker aus Förtha musste einmal nachts dort vorbeikommen. Da hörte er ein großes Spektakel im Graben; es klang, als würde der ganze Wald zusammenbrechen. Er sah auch, wie jemand seiner Meinung nach ein Stück Wild erlegte. Er dachte: Den lässt du hübsch links liegen! Und ging im Bogen um ihn herum. Als der Kötzenflicker vorbei war, konnte er es aber doch nicht übers Herz bringen. Er rief im Spaß: »Kann man da auch einen Braten davon kriegen!« Und machte sich dann auf den Heimweg. Kaum hatte er sich jedoch niedergelegt, flogen Haus- und Stubentür auf und es gab einen schweren Fall auf den Tisch.

Dem Kötzenflicker wurde es himmelangst, doch er stand auf, machte Licht und betrachtete das Geschenk. Zu seinem Schrecken gewahrte er das Viertel eines Pferdes, an dem sogar noch das Hufeisen hing. Am anderen Morgen hockte der arme Teufel den Weiterlesen