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Al Capone – Band 43

Al Capone
Band 43
Weiberschlauheit

1. Kapitel
Capone berichtet von Mac-Swiggings Ermordung

Wir haben erzählt, dass Capone Dorothy und Percy aus der Opiumhöhle befreite und sie nun nach seinem Hause brachte, damit sie dort in Sicherheit sein sollten.

Niemand verwehrte ihnen den Zutritt zu dem Gebäude. Sofort brachte sie der Fahrstuhl in das Stockwerk, wo Al Capone seine Büroräume hatte, den Sitz seines Unternehmens, das er im Schatten des Gesetzes betrieb.

Capone entschloss sich, als seinen Namen den des Doktor Brown anzugeben, den die Jungverheirateten sicher nicht kannten, denn sie konnten nicht wissen, dass Al Capone, wenn er feine wahre Persönlichkeit verbergen wollte, viele Namen sich zulegte; er stellte Percy und Dorothy die beiden besten Räume, die er in diesem Gebäude hatte, zur Verfügung, die mit dem modernstenKomfort ausgestattet waren; außerdem befahl er mehreren Dienern, sich den beiden zur Verfügung zu halten.

Solange sie in seinem Haus weilten, sollte es ihnen an nichts fehlen.

Dann rief Scarface Percy für einen Augenblick beiseite.

Der Gatte von Dorothy folgte dem Wink sofort.

Capone bot ihm zuerst eine dicke Importe an.

Percy nahm sie mit sichtbarem Dank an.

Der Arme, der ein starker Raucher war, hatte, als er im Keller des Palastes des Opiums eingesperrt war, unter anderem auch darunter leiden müssen, dass er nichts zu rauchen hatte. Capone entzündete sein Feuerzeug, hielt es ihm hin und bediente sich dann selbst.

Dann, nach all diesen umständlichen Vorbereitungen, fing er endlich an: »Als Sie bei diesem verdammten Chan-Chey da unten im Keller gesessen haben, haben Sie doch, auch nicht durch dessen Diener, nicht das Geringste von der Außenwelt vernommen? Stimmt das?«

»Ja, das ist richtig!«, erwiderte Percy. »Mit den Menschen sind wir überhaupt nicht in Verbindung gekommen. Wir haben nichts von außen gehört.. Hat sich etwa, während wir dort gefangen saßen, etwas zugetragen, was uns angeht?«, fragte Percy mit einer gewissen Unruhe.

»Ja!«, antwortete Capone, »ich habe von Sie in den Eindruck, dass Sie das was ich Ihnen zu sagen habe, mit Würde zu tragen wissen. Der Bruder von Dorothy, der Staatsanwalt Mac-Swigging, ist ermordet worden!«

»Was? William Mac-Swigging, mein Schwager, ist ermordet worden!?«, rief Percy, schmerzlich berührt, aus. »Das kann doch nicht wahr sein!«

»Doch, doch, leider ist es wahr, ja nur, wie wir hier beide stehen und uns unterhalten. Ich habe Sie beiseite gerufen«, fuhr Capone fort, leise sprechend, »damit Ihre Gattin, die schon so viel Aufregungen hat durchmachen müssen, sich nicht noch mehr aufregt, wenn sie nach all diesem Unglück auch noch von der Ermordung ihres Bruders hört. Das menschliche Herz besitzt zwar eine große Widerstandskraft, aber diese Widerstandskraft hat auch ihre Grenzen, und wer weiß, ob Dorothy nicht schon am Ende ihrer Kräfte angelangt ist?«

Percy war diesem Mann, den er für Doktor Brown hielt, den Besitzer dieses Hauses, dessen Gastfreundschaft er in Anspruch nahm, außerordentlich dankbar für ihre Rücksichtnahme, wie er ihm überhaupt schon dankbar war dafür, dass er in so uneigennütziger Weise sich für die interessiert hatte; Percy befand sich in dem aufrichtigen Glauben, dass dieser Doktor Brown ein Philanthrop war, der seine Befriedigung darin fand, an seinen Mitmenschen gute Taten zu vollbringen.

»Ich glaube, Ihre Vorsicht ist sehr berechtigt. Sie haben richtig gehandelt, Herr Doktor. Ich bin auch der Meinung, dass Dorothy nach all dem, was sie durchgemacht hat, das nicht mehr ertragen könnte. Wenn Dorothy die traurige Nachricht vernehmen wird, wird sie sehr weinen, denn sie hat ihren Bruder innig geliebt. Dieses himmlische Geschöpf ist zart und schwach wie eine Lilie. Wenn sie sich erst einmal ein bisschen erholt hat, dann werde ich ihr die traurige Nachricht schonend beibringen.«

»Sie wird das Unglück, das sie betroffen hat, erst dann erfahren, wenn Sie es ihr sagen«, meinte Capone. »Was meine Leute anbetrifft, so brauchen Sie nichts zu befürchten. Wir werden keine Zeitungen zu ihr durchlassen, aus denen sie etwa von dem tragischen Ereignis erfahren würde. Es wird auch niemand meiner Leute die Indiskretion begehen, ihr davon zu sprechen.«

»Arme Dorothy!«, sagte Percy, bei Kummer darüber, dass seine geliebte Frau noch so viel Kummer und Schmerz zu erdulden hatte. Und fügte hinzu: »Ach, es scheint beinahe so, als ob wir uns unter einem bösen Stern geheiratet haben, als ob das Unglück unseren Eheschließung beigewohnt hat. Jetzt ist nun der Bruder von Dorothy einer Mörderkugel zum Opfer gefallen!«

»Ich habe Sie hier in dieses Haus gebracht, weil ich weiß, dass Sie hier vor ihren Feinden in Sicherheit sind.«


Die vollständige Story steht als PDF, EPUB, MOBI und AZW3 zur Verfügung.

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