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Sven Jacobs – Letzte Stunde Tod

Sven Jacobs – Letzte Stunde Tod

Max Schilling ist ein junger Lehrer an einem Gymnasium. Außerdem ist er ein bekennender Schwuler mit einem regen Sexualleben und ständig wechselnden Männergeschichten.

Er trifft sich, wie so oft, mit einer Online- Bekanntschaft, die er über seine spezielle Dating- App kennengelernt hat. Ginger87 nennt sich der gutaussehende Typ, eigentlich auf der Suche nach etwas Festem, aber auch bereit für schnelle Abenteuer.

Max erhält Gingers Einwilligung, ihn zu daten und will ihn in seiner Wohnung aufsuchen. Ginger ist zunächst nicht begeistert, denn nach eigener Aussage hatte er keine Zeit, aufzuräumen. Max schreibt zurück, das störe ihn nicht.

Der junge Lehrer sucht Ginger also in seiner Wohnung auf, die sich in einem heruntergekommenen Haus, aber in einer guten Wohngegend befindet. Kaum hat er die Wohnung betreten, fällt ihm sein Lächeln aus dem Gesicht. Er selbst ist ein ordentlicher Mensch, in der Wohnung seines Dating- Partners aber herrscht das pure Chaos.

Die Jacken hängen im Flur nicht an der Garderobe, sondern liegen auf dem Boden. Das Sofa im Wohnzimmer ist zugemüllt. Auf dem Tisch befinden sich leere Gläser, angetrocknetes Essen auf zahllosen Tellern und ganze Stapel von Büchern und Zeitschriften.

In der Küche wartet die nächste böse Überraschung. Schmutziges Geschirr ohne Ende auf jeder freien Fläche, da die Spüle bereits überfüllt ist. Schalen mit Essensresten vom Lieferdienst, Leergut, das auf dem Boden aufgereiht ist und so weiter. Er wundert sich, dass er kein Ungeziefer sieht, das über den Boden huscht oder über den Essensresten herumfliegt.

Auch wenn sich Max nicht wohlfühlt und am liebsten aus der Wohnung flüchten würde, versucht er, nicht an seine Umgebung zu denken und keine Tipps zu geben, wie Andreas, dies ist der richtige Name seines Dates, mehr Ordnung herstellen könnte.

Er trinkt lieber nicht von dem Getränk, das ihm Andreas angeboten hat, stellt das Glas ab und gibt ihm einen Kuss auf die Wange. Die beiden jungen Männer gehen ins Schlafzimmer, wo sich der Boden unter den herumliegenden Kleidungsstücken nur erahnen lässt und man sich erst einen Weg zum Bett bahnen muss.

Max entkleidet sich, zieht Andreas an sich und reißt ihm ebenfalls die Kleider vom Leib. Dann haben sie Sex. Danach liegen sie auf dem Bett, und Max stellt fest, dass Andi gar nicht so ginger ist, wie sein Username vermuten lässt, sondern ein hübscher junger Mann mit rotbraunen Haaren. Aber das hatten schon die Online- Fotos vermuten lassen.

Andi wäre ein Mann zum Verlieben, so jedenfalls denkt Max. Wenn er selbst es denn darauf anlegen würde und wenn ihn nicht die Tatsache abschrecken würde, dass Andreas trotz seiner Schönheit in einem Schweinestall lebt.

Andi geht unter die Dusche, während Max sich zum Gehen fertigmacht. Er geht noch ins Badezimmer, um sich zu verabschieden und bekommt von seinem Date einen Kuss. Andi will in Kontakt bleiben, aber Max fühlt sich durch den Kuss überrumpelt und flüchtet ins Treppenhaus. Er denkt noch kurz über Andi nach, lächelt dabei, schüttelt dann den Kopf und atmet tief ein. Endlich tritt er den Heimweg an. Dass ihnen dabei jemand beobachtet, bemerkt er nicht.

Die sexuelle Vorliebe von Max Schilling ist für diesen Roman zwar entscheidend, dennoch ist die Geschichte für alle interessant.

Sven Jacobs schreibt mit Letzte Stunde Tod einen Psychothriller, der diesen Namen verdient. Nicht nur sein Protagonist ist psychologisch gut beschrieben, sondern auch dessen beste Freundin, seine Kolleginnen und Kollegen, die Schüler und Schülerinnen und nicht zuletzt sein Kollege und Freund Julian, in den sich der junge Lehrer zu verlieben droht, obwohl er eigentlich lieber wechselnde Bekannt- und Partnerschaften hat und unverbindlichen Sex.

Der Täter, der bis zum Ende verborgen bleibt, treibt mit modernen Mitteln wie Handy, PC oder Laptop ein perfides Spiel, und sein Motiv ist ein tiefer Schwulenhass.

Es gelingt ihm am Ende der Geschichte sogar fast, die tiefe freundschaftliche Verbindung von Max zu seiner besten Freundin, Amelie Trimborn, zu zerstören, sodass der junge Lehrer zu guter Letzt fast völlig allein ist. Selbst der erfahrene Kriminalkommissar Arne Baumgarten, der ihn im Gegensatz zu seiner Kollegin, Isabelle Schütte, zu mögen scheint, ist am Schluss der Geschichte durch die Intrigen des Täters gezwungen, Max in einem anderen Licht zu sehen.

Fazit:

Sven Jacobs gelingt mit Letzte Stunde Tod ein überzeugender Kriminalroman, der die sexuelle Präferenz seines Protagonisten und die daraus erwachsenden Taten eines verrückten Killers thematisiert.

Der Krimi ist jedem Leser zu empfehlen, der gerne harte Krimis mit psychologischem Thrill konsumiert.

Der Autor:

Sven Jacobs ist 1988 geboren. Er wuchs in Bonn auf und ist heute noch dort wohnhaft.

Bereits mit 11 Jahren verfasste er Geschichten auf seiner Schreibmaschine und schrieb in seiner Jugend Kurzgeschichten und Romane, die er nie veröffentlichte. Nach dem Abitur absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr. Anschließend machte er eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger, die er 2013 mit dem Staatsexamen abschloss.

Er liest sehr gerne und ist seit 2020 als Buch- Blogger unter dem Namen books_of_sven auf Instagram unterwegs.

Quellen:

• Sven Jacobs, Letzte Stunde Tod, Originalausgabe im Ullstein Taschenbuch, Berlin, 1. Auflage April 2026.

www.ullstein.de

www.lovelybooks.de

Bilder:

• Cover des Romans. Mit freundlicher Genehmigung der Ullstein Buchverlage GmbH.

• Foto des Autors. © Maria Lepper. Ebenfalls mit freundlicher Genehmigung der Ullstein Buchverlage GmbH.

(ww)

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