Aus Armand’s Frontierleben – Band 1- Kapitel 2
Fredéric Armand Strubberg
Aus Armand’s Frontierleben
Band 1
Carl Rümpler, Hannover, 1868
Zweites Kapitel
Der Tod der Indianerin
Kaum graute der Morgen, erhob sich Kionata leise, blickte einige Augenblicke mit gefalteten Händen auf ihre beiden noch schlafenden Lieblinge nieder und ging dann hinaus vor die Höhle zu dem Feuerplatz.
Sie entfachte schnell das Feuer, warf einige Holzstücke darauf und zog die Biberschwänze aus der Asche hervor. Mithilfe des Messers, das sie in ihrem Gürtel trug, schabte sie die hart gebackene Rinde von den Schwänzen ab, schnitt diese in Stücke und legte sie in einen flachen, mit einem Deckel versehenen eisernen Topf. Sie stellte den Topf bei das Feuer, damit das sehr fette Weiterlesen
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 10
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 2, Teil 5
Wir wollen nicht dabei sein, wenn Nobody noch angesichts der Leiche seine Erklärung gibt. Wir fassen alles kürzer zusammen.
Slackjaw – seinen richtigen Namen kannte man gar nicht – war schon seit mehreren Jahren in Costenobles Lagerschuppen als Arbeiter beschäftigt. In England gibt es keine Arbeitsbücher und dergleichen, so wenig wie eine polizeiliche Anmeldung. Obwohl er regelmäßig montags und manchmal auch dienstags blau machte und einmal wegen einer Prügelei oder eines in der Trunkenheit verübten Unfugs für eine ganze Woche hinter Schloss und Riegel saß, hatte er seinen Posten immer behalten. Denn sonst war er ein recht anstelliger Bursche. Wenn im Lagerraum eine große Kiste verstaut werden musste oder der Aufseher sein Notizbüchlein verlegt hatte, wurde Slackjaw gerufen. Er fand immer alles, brauchte gar nicht erst zu suchen und wusste alles. Trotz seiner von Leidenschaften entstellten Physiognomie und seines tückischen Blickes war er immer ehrlich und verträglich mit seinen Kameraden gewesen.
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Die Geheimnisse Londons – Band 1- Kapitel 1
George W.M. Reynolds
Die Geheimnisse Londons
Band 1
Kapitel 1
Das alte Haus in Smithfield
Unsere Erzählung beginnt zu Beginn des Juli 1831.
Die Nacht war dunkel und stürmisch. Die Sonne war hinter riesigen Haufen trüber, violetter Wolken untergegangen, die, nachdem sie ihren goldenen Schein verloren hatten, düster und bedrohlich wirkten. Die blauen Abschnitte des Himmels, die hier und da vor Sonnenuntergang sichtbar waren, wurden nun schnell von diesen trüben Wolken verdeckt, die sich zu dichten und kompakten Massen zusammenrollten, bevor sie ihren elementaren Krieg begannen.
Auf ähnliche Weise formieren sich die irdischen Schwadronen der Kavallerie und mächtigen Kolonnen der Infanterie zu einer Weiterlesen
Das unheimliche Buch – Das unbewohnte Haus
Das unheimliche Buch
Herausgegeben von Felix Schloemp
A. M. Frey
Das unbewohnte Haus
Mitten im Gewühl der Großstadt, in einer alten, engen Straße, steht ein altes, unbewohntes Haus. Doch die enge Straße führt von den Eingeweiden der Stadt zu ihren riesigen Speiseschüsseln hinunter, zum Marktplatz. Die Eingeweide sind immer hungrig. Deshalb greifen tagaus, tagein, vieltausend leere, unersättliche Hände durch die alte Straße nach den Speisen auf dem Marktplatz und kehren gefüllt wieder zurück.
Daher ist die alte, enge Straße durchlärmt von einem wogenden Strom – sie, die Hochbetagte, die doch ein Anrecht auf Ruhe hätte. Daher kommt es, dass sie sich Schminke und modische Kleidung gefallen lassen muss. Wo ist ihr liebes, holpriges, grasdurchwachsenes Pflaster geblieben? Ein grauer, harter Teppich, langweilig in seiner faltenlosen Vornehmheit, bedeckt ihren Weiterlesen
Mörder und Gespenster – Band 1 – 4. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Werwolf
Kapitel 4
Nach langer Zeit – es mochten einige Stunden vergangen sein – sank Simon, der Werwolf, erschöpft auf einen Steinhaufen. Die fieberhafte Aufregung, die ihn so plötzlich ergriffen hatte, war verflogen und hatte eine Erschöpfung zur Folge. Da lag nun das entsetzliche Gespenst am Weg, doch niemand war da, der sich vor ihm fürchten wollte. Selbst war es so hilfsbedürftig, von Hunger und inneren Schmerzen gefoltert. Er wollte sich an der Menschheit rächen, die ihn verstoßen und mit dem Bannfluch belegt hatte. In diesem Augenblick hätte ihm sein ärgster Feind entgegenkommen können, ohne dass er ihm etwas zugefügt hätte. Anstelle von Hass gegenüber anderen fühlte er Mitleid und Bedauern mit sich selbst. Stille Wehmut war in sein Herz Weiterlesen
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