Archiv

Im Original Friedrich Armand Strubberg

Aus Armand’s Frontierleben – Band 1- Kapitel 5

Fredéric Armand Strubberg
Aus Armand’s Frontierleben
Band 1
Carl Rümpler, Hannover, 1868

Fünftes Kapitel

So widerstrebend es Armand auch war, kam nun wieder recht oft die Sprache auf die Notwendigkeit, bald einmal nach der nächsten Ansiedlung hinunterzureiten, um neue Vorräte heranzuschaffen, denn die mitgebrachten begannen sich dem Ende zu neigen. Fast täglich zeigte sich ein neuer Mangel, und wenn er auch nur einen wertlosen Gegenstand betraf, so war er doch recht unangenehm. Die alten Blecheimer waren abgenutzt, die große blecherne Kaffeekanne war nicht mehr dicht, die Zahl der irdenen Milchgefäße hatte sich sehr verkleinert, es war kein Docht mehr für die Öllampen vorrätig, Werkzeuge, Nägel, Lebensmittel wie Weizenmehl, Kaffee, Salz und Gewürze mangelten – kurz: Armand hatte bereits eine bogenlange Liste davon aufgeschrieben und immer fand sich noch mehr dazu.

Weiterlesen

Aus Armand’s Frontierleben – Band 1- Kapitel 4

Fredéric Armand Strubberg
Aus Armand’s Frontierleben
Band 1
Carl Rümpler, Hannover, 1868

Viertes Kapitel
Der brave Jude

Beim Anbruch des Tages sprang Armand von seinem Lager auf und öffnete schnell eines der Fenster, um den Morgen zu begrüßen und zu sehen, was das Wetter machte.

Der Himmel war tiefblau, und nicht das kleinste Wölkchen war mehr an ihm zu sehen, die Prärie, die sich wellenförmig über drei Meilen südwärts bis an den Mustang River ausdehnte, prangte im frischesten Grün, und eine erquickende duftige Luft strömte Armand ent­gegen. Friedlich und still lag es auf der Gegend, als ob die Natur in langen ruhigen Zügen die neue Lebenskraft in sich
Weiterlesen

Aus Armand’s Frontierleben – Band 1- Kapitel 3

Fredéric Armand Strubberg
Aus Armand’s Frontierleben
Band 1
Carl Rümpler, Hannover, 1868

Drittes Kapitel
Der Pioneer

Zehn Jahre waren vergangen, seit Davis die Indianerin Kionata begraben und mit Leonide die Flucht ergriffen hatte. Während dieser Zeit waren die Ansiedlungen der Weißen den Gebirgen nur um wenige Meilen näher gerückt.

Am Fuße derselben, wo sie sich als einzelne Ausläufer in das niedere Land strecken, liegen die reichsten und reizendsten Länder, die noch alle Vorzüge der Gebirgsgegend sowie alle solche der Ebenen besitzen. Die üppigsten und buntesten Blumen übersäen die unabsehbaren, wellenförmigen Grasfluren, die von riesenhaften, prächtigen Waldstrichen durchzogen sind. Sie breiten ihre Weiterlesen

Aus Armand’s Frontierleben – Band 1- Kapitel 2

Fredéric Armand Strubberg
Aus Armand’s Frontierleben
Band 1
Carl Rümpler, Hannover, 1868

Zweites Kapitel
Der Tod der Indianerin

Kaum graute der Morgen, erhob sich Kionata leise, blickte einige Augenblicke mit gefalteten Händen auf ihre beiden noch schlafenden Lieblinge nieder und ging dann hinaus vor die Höhle zu dem Feuerplatz.

Sie entfachte schnell das Feuer, warf einige Holzstücke darauf und zog die Biberschwänze aus der Asche hervor. Mithilfe des Messers, das sie in ihrem Gürtel trug, schabte sie die hart gebackene Rinde von den Schwänzen ab, schnitt diese in Stücke und legte sie in einen flachen, mit einem Deckel versehenen eisernen Topf. Sie stellte den Topf bei das Feuer, damit das sehr fette Weiterlesen

Aus Armand’s Frontierleben – Band 1- Kapitel 1

Fredéric Armand Strubberg
Aus Armand’s Frontierleben
Band 1
Carl Rümpler, Hannover, 1868

Erstes Kapitel
Der Biberjäger

Hell und klar wie Tageslicht lag der Schein des vollen Mondes über den San-Saba-Gebirgen ausgebreitet, nur dass statt des blitzenden Goldes der Sonne der milde Atlas-Schimmer des Herrschers der Nacht dem Licht seine Farbe gab. Der hohe Himmel wölbte sich dabei wie ein Zelt aus dunkelblauem, mit Juwelen übersätem Samt, und unaufhörlich schossen Sternschnuppen wie fallende Diamanten von ihm zur Erde nieder.

Die rötlichen Granitkuppen der Gebirge türmten sich hoch und steil übereinander auf und spiegelten ihre glimmernden Flächen im Weiterlesen