Der Märkische Eulenspiegel 25
Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe
Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin
Wie Clauert einen Schneider betrog
In Prenzlau lebte ein Schneider, der von sich selbst eine sehr hohe Meinung hatte und glaubte, dass niemand so klug war wie er. Dieser hatte besonders auch Umgang mit Clauert, wenn er in der Stadt war, und nahm ihn bisweilen auf die Schippe. Da gedachte Clauert, ihm einen Beutepfennig zu schenken, damit er sich seiner erinnert. Er ging eines Tages zu dem Schneider und fragte ihn, ob er ihm aus drei alten Röcken ein Fastnachtskleid machen könne.
Weiterlesen
Der mysteriöse Doktor Cornelius – Band 1 – Episode 6 – Kapitel 4
Gustave Le Rouge
Der mysteriöse Doktor Cornelius
La Maison du Livre, Paris, 1912 – 1913
Sechste Episode
Die Ritter des Chloroform
Viertes Kapitel
Eine sensationelle Verhaftung
Der Direktor der Irrenanstalt war trotz seines harmlosen und gutmütigen Auftretens ein echter Bandit. Die Vereinigung der Roten Hand, deren Mitglieder in den höchsten Kreisen der amerikanischen Gesellschaft vertreten waren, fand in ihm ihren ergebensten Diener und treuesten Agenten.
Johnson stand in enger Verbindung zu Dr. Cornelius, dem Leiter des Lunatic Asylums, wusste jedoch nicht, dass der Bildhauer aus menschlichem Fleisch der Anführer der Lords der Roten Hand und somit der Großmeister der schrecklichen Vereinigung war. Cornelius Weiterlesen
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 14
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 2, Teil 9
Deacons Haus war entsiegelt worden und wurde von einer richterlichen Kommission betreten – höchst vorsichtig, denn Nobody hatte sich nicht weiter ausgelassen. Er blieb bei seiner Behauptung, der Mörder stecke noch in der Wohnung. Nun glaubte jeder der Herren, den Mörder plötzlich hinter einer Ecke hervorspringen zu sehen.
»Hier riecht es aber übel«, meinte ein Herr, als das erste Zimmer geöffnet wurde.
»Nein, hier stinkt es sogar ganz tüchtig«, sagte Nobody trocken.
Als nun aber die Tür des Zimmers, in dem der Mord geschehen war, aufgeschlossen wurde, schlug ihnen eine wahre Pestlust entgegen.
Aus Armand’s Frontierleben – Band 1- Kapitel 4
Fredéric Armand Strubberg
Aus Armand’s Frontierleben
Band 1
Carl Rümpler, Hannover, 1868
Viertes Kapitel
Der brave Jude
Beim Anbruch des Tages sprang Armand von seinem Lager auf und öffnete schnell eines der Fenster, um den Morgen zu begrüßen und zu sehen, was das Wetter machte.
Der Himmel war tiefblau, und nicht das kleinste Wölkchen war mehr an ihm zu sehen, die Prärie, die sich wellenförmig über drei Meilen südwärts bis an den Mustang River ausdehnte, prangte im frischesten Grün, und eine erquickende duftige Luft strömte Armand entgegen. Friedlich und still lag es auf der Gegend, als ob die Natur in langen ruhigen Zügen die neue Lebenskraft in sich
Weiterlesen
Das unheimliche Buch – Sebaldus-Nacht
Das unheimliche Buch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Sebaldus-Nacht
Eine Schauergeschichte von Paul Busson
Der Eisenschild der Herberge drehte sich unaufhörlich auf seinen rostigen Angeln und erzeugte dabei ein ächzendes Geräusch. Die schweren Fensterläden der Gaststube wurden vom Wind gerüttelt und die Flamme der Zinnlampe, die rot schwelte, zuckte hin und her. Missmutig lümmelte Klaus Nunnenfeind am breiten Gesellentisch und sah auf den schlafenden Wirt. Auch der saure Krätzer im gebuckelten Glas war nicht nach dem Sinn des Wegmüden. Er fraß sich schier ein Loch in den Magen und juckte beißend in der Kehle.
Der Dritte im Raum hatte bisher kein Glied gerührt. Erst als der Nachtwächter vor dem Haus die Hellebarde klingend aufs Pflaster stieß und die elfte Stunde verkündete, erhob er sich schattengleich vom Stuhl.
Neueste Kommentare