Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 1 – Der letzte Höhlenmensch – 9. Kapitel
Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 1
Der letzte Höhlenmensch
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901
Auf dem Opferaltar
In der Mitte des Dorfes auf einem freien Platz befand sich eine erhöhte Plattform, Stufen führten zu ihr hinauf, und oben stand ein großer, viereckiger Stein.
Dieser Plattform zu bewegte sich ein festlicher Zug, voran zwei Priesterinnen. Zwischen ihnen schritt Richard dahin, in ein weißes Gewand gekleidet, mit Bronzeringen geschmückt und gefesselt.
Was nach seiner Gefangennahme geschehen war, davon wusste er wenig, alles kam ihm wie ein Traum vor – und nun sollte er Weiterlesen
Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 1 – Der letzte Höhlenmensch – 8. Kapitel
Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 1
Der letzte Höhlenmensch
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901
Gefangen
Die Freude Richards, mit dem wackeren Karak wieder vereint zu sein, wurde durch dessen eigene Aussagen sehr getrübt. Karak glaubte nicht mehr an eine Rettung. Ein Durchschlagen durch die Feinde war nach seiner Meinung unmöglich, das verhinderten schon die vielen Wölfe. Konnten sie alle mit einmal töten, wenn sich das Rudel auf sie warf?
Bald sah Richard die Hoffnungslosigkeit der Lage selbst ein, als die Farken mit ihren Hunden in weitem Kreis den ganzen Teich umringten, Feuer anzündeten, daran kochten und sich anscheinend zu einer anhaltenden Belagerung häuslich einrichteten.
Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 1 – Der letzte Höhlenmensch – 7. Kapitel
Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 1
Der letzte Höhlenmensch
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901
Der Kampf mit den Farken
Ruhig ließ Richard die Farken herankommen, bis sie nur noch zwanzig Meter von dem Wasserbau entfernt waren. Dann trat er kurz entschlossen auf die Galerie und rief mit schallender Stimme: »Halt!«
Augenblicklich hielten die Boote, und auf den Gesichtern der Herannahenden konnte Richard lesen, von welcher Bestürzung sie ergriffen wurden, als sie aus der Wohnung der Toten solch eine fremdartige, unbekannte Erscheinung treten sahen.
»Maka – es ist die entflohene Maka!«, erklang da eine Stimme.
Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 1 – Der letzte Höhlenmensch – 6. Kapitel
Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 1
Der letzte Höhlenmensch
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901
Im Leichentempel
Beim ersten Schritt prallte Richard entsetzt zurück. Der Mondschein drang durch ein offenes Fenster und fiel hell auf ein menschliches Gesicht – ein schreckliches Gesicht, wachsgelb und mumienartig eingetrocknet, aus dem ein zahnloser Mund ihm entgegengrinste und gläserne Augen ihn anstierten.
»Fürchte dich nicht, wir sind im Leichentempel der Farken«, flüsterte Maka, seine Hand wieder ergreifend, »es sind nur die ausgetrockneten Leichen großer Häuptlinge.«
Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 1 – Der letzte Höhlenmensch – 5. Kapitel
Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 1
Der letzte Höhlenmensch
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901
Makas Befreiung
Karak war mit Benutzung eines dünneren Baumstammes herabgestiegen und häutete das Tier ab, um es dann in Stücke zu zerlegen.
Unterdessen erlosch im Dorf ein Licht nach dem anderen. Noch einmal begannen die gezähmten Wölfe innerhalb der Palisaden heulend die Stimmen der Kollegen im Wald zu erwidern, dann verstummten auch sie. Sie mochten zur Ruhe gewiesen oder so abgerichtet sein, dass sie nur heulten, wenn sich eine Gefahr näherte.
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