Oberhessisches Sagenbuch Teil 51
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Werwolf in der Schalksbach
Zwischen Herbstein und Hopfmannsfeld liegt ein Grund, da soll es nie ganz richtig gewesen sein. Man nennt ihn die Schalksbach. Dahin trug eine Frau aus Hopfmannsfeld die Mittagssuppe, denn ihr Mann war früh von Haus weg mähen gegangen. Kaum war sie am Platz angelangt, so sah sie ihren Mann auf die Wiese beim Herbsteiner Wäldchen gehen. Kurz danach lief aus demselben der Werwolf auf sie zu, stürzte sie zu Boden, schleifte die Jammernde im Angesicht der Leute auf der ganzen Wiese herum und zerriss ihr endlich den roten Moltonrock, den Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 50
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Werwolf entdeckt
Ein blutarmes Weibsbild ging, wie schon oft, einmal im Frühjahr hinaus, um hinter den Hecken sich Gras zu rupfen oder abzusicheln. Das wollte sie dann in den mitgenommenen Sack stopfen und zur Bewirtung ihres einzigen Hitzchens (Zicklein) auf dem Kopf heimtragen. Dieses muntere Tierchen war ihre Augenweide und so zahm, dass es ihr überall auf den Fersen nachfolgte. Auch jetzt hatte sie es wieder bei sich, und eben hüpfte es gerade recht lustig an einem Heckenrain herum, um sich da nach Herzenslust am grünen frischen Laub zu laben, als plötzlich Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 49
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Werwolf am Rainhof
In der Mundart der Umgegend
Moi Eller hott mersch, bie eich noch su e klôi Madchesding wahr, glôatt deck verzäihlt, doss fir Zeide däi biese Minsche seich ian Wärwilf verschtahlt hätte. Aach ias ehr sälwer emôal ian der Oart e wonnerlich Geschieht bassehrt. Nämlich e sû: Ehr Loit hû Haa gemoht uffem Platz iam Feld, bû mersch haast: »Uff der Päifersch Schaanz.« Säi hottes Aesse ianner Mahne uffem Kobb, en trahts enaus zor Meddôakssobbe. Wäi se uff däi Wiss Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 48
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Werwolf in Sichenhausen
Noch heute, wenn eins beim Essen einen Faden spinnt, der kein Ende hat, sagt man spottweise: »Der hat einen Hunger wie ein Werwolf.« Arme Leute in Sichenhausen hatten einmal Brot gebacken und Mann und Frau trugen ihr Gebäck nach Hause. Sechs halbe Kuchen waren dabei gewesen. Wie sie aber daheim ankamen, fehlten ihrer vier, und noch dazu die schönsten. Die Frau tat dar über gar unsinnig.
Da sagte ein Nachbarkind: »Wisst Ihr, wer Euch das getan hat? Ich habe es wohl gesehen. Ein Ding, so groß wie Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 47
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
VII.
Werwolf, Zauberer, Teufel, Irrlichter, Seelen
Werwolf in Grünberg
Die bösen Menschen, welche sich in Werwölfe verbellen, sollen dies damit fertigbringen, dass sie einen Gürtel um sich schnallen, den ihnen der Teufel gegeben hat. In ihrem Ansehen unterscheiden sie sich von natürlichen Wölfen Weiterlesen
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