Archiv

Elbsagen 50

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

50. Der Badenix bei Strehla

Bei dem Städtchen Strehla liegt an der Elbe ein Felsen, der ungefähr an sechzehn Ellen in den Strom hineingeht und gegen 180 Ellen im Umkreis hat. Dieser heißt der Nixenstein. Die Sage erzählt, dass dort jedes Jahr ein Mensch im Wasser umkommen müsse. Auch soll dort oft Wäsche zum Trocknen aufgehängt sein, die den Nixen gehöre. Zuweilen sieht man eine Gestalt auf dem Stein sitzen, die Schuhe flickt. Sie verschwindet aber, sobald sich Weiterlesen →

Dreizehn Jahre im Wilden Westen – Kapitel X

Dreizehn Jahre im Wilden Westen
Oder: Abenteuer des Häuptlings Sombrero
Nürnberg, 1877

X. Garnisonsdienst. Zweikampf

Dann traten wir für einige Tage wieder den gewöhnlichen Garnisonsdienst an. Eines Morgens, als wir um das Feuer saßen, wollte ich ein Stück Holz darauf werfen, aber gerade auf dem Stück, das ich wünschte, saß mein Freund Deamers. Da er sich nicht bemühen wollte, aufzustehen, so half ich ihm etwas nach. Ganz wild sprang er auf und forderte mich zum Zweikampf auf. Ich benachrichtigte ihn, dass ich nach dem Frühstück zu seinen Diensten stände, aber vor dem Frühstück es nicht riskieren wollte, ein Paar Zähne zu verlieren. Ich nahm mir Zeit zum Weiterlesen →

Review: Spieglein, Spieglein … 2

Ulrike Stegemann
Spieglein, Spieglein … 2
Eine Horror-Kurzgeschichte
Erstveröffentlichung auf dem alten Geisterspiegel am 21. März 2007

Ein Zittern durchströmte Annas Körper. Die Angst machte sie reaktionsunfähig. Sie konnte einfach nur mit weit aufgerissenen Augen dastehen und in den Spiegel starren. Dort sah sie ihn – den Vampir.

Wie konnte das nur sein? Erzählten nicht alle Sagen und Legenden, dass diese Wesen kein Spiegelbild besaßen?

»Du wirst nie wieder des Nachts schlafen.«

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Der Alte vom Berge – Kapitel 23

C. F. Fröhlich
Der Alte vom Berge
Oder: Taten und Schicksale des tapferen Templers Hogo von Maltitz und seiner geliebten Mirza
Ein Gemälde aus den Zeiten der Kreuzzüge
Nordhausen, bei Ernst Friedrich Fürst, 1828

XXIII.

In seiner Unterkunft in der Nähe des Tempelhofs saßen fast ein Jahr nach dieser Begebenheit Hugo und Mirza Arm in Arm. Vor wenigen Wochen war Mirza eine Christin geworden und auf ewig mit ihrem Hugo verbunden. Sie erzählte eben wieder die Ursache ihres Verschwindens, als er von Kahira zurückkehrte und wie sie zur Weiterlesen →

Deutsche Märchen und Sagen 62

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

64. Die weiße Frau in Soest

In Soest lebte ein Bürger, mit Namen Henricus Gemma, und der hielt eine Schenke, die jedoch in einiger Entfernung von seinem Wohnhaus lag. Eines Abends kehrte er spät zurück, das aus dem Wein gelöste Geld in seiner Tasche. Auf dem Weg fand er eine Frau in weißem Gewand.

Die zog ihn, als er an ihr vorbeikam, beim Rock und sprach zu ihm: »O Freund, wie lange habe ich hier schon deiner geharrt! Nun komm auch mit mir und gib mir deine Gunst.«
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