Archiv

Hannikel – 9. Teil

Christian Friedrich Wittich
Hannikel
oder die Räuber- und Mörderbande, welche in Sulz am Neckar in Verhaft genommen und daselbst am 17. Juli 1787 justifiziert wurde
Verlag Jacob Friderich Heerbrandt, Tübingen, 1787

Die weiteren Diebstähle, welche Hannikel im Verhör zugab, berühre ich, um den Leser nicht zu ermüden, nur ganz kurz.

• Zu Strueth bei Lüzelstein half er im Mai 1777 mit seinen beiden Brüdern und 12 anderen Kameraden, den Juden Süßkind Kaan bei Nacht bestehlen, große Grausamkeiten an ihm und seiner ganzen Familie ausüben und ihm Weiterlesen →

Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 43

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Die vier Hufeisen zu Ellrich

Es war an einem Sonntagmorgen. Lieblicher Friede lag auf Tal und Höhen, heller Glockenton rief die Andächtigen ins Gotteshaus des Städtchens Ellrich. Bald aber wurde die feierliche Stille unterbrochen. Von mehreren Seiten sprengten ungestüm auf ihren Rossen wilde Ritter daher und ihr lautes Rufen und Lachen schallte durch die Straßen. Vor einem Haus wurde Halt gemacht. Da immer mehr Reiter hinzukamen, so war des lauten Willkommens kein Ende, bis endlich die Versammelten lärmend und tobend ins Innere des Hauses traten.

Dort lagen schon in einem Saal zwei mächtige Weinfässer bereit. Es hatten nämlich die Ritter für den Tag ein Weiterlesen →

Addy der Rifleman – Die deutschen Fäuste bei Oriskany

Max Felde
Addy der Rifleman
Eine Erzählung aus den nordamerikanischen Befreiungskämpfen
Union Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart, Berlin, Leipzig, 1900

Die deutschen Fäuste bei Oriskany

Mehrere Wochen waren vergangen; man schrieb den 6. August.

An diesem Tage befand sich Addy, der Jäger, auf einem schmalen Waldpfad des benachbarten Indianergebietes, wenige Meilen nur südöstlich des Forts Stanwix, welches zum Schutz der kolonisierten Gebiete vor Jahren schon errichtet worden war.
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Das Gespenst im alten Schloss – Kapitel IV

Das Gespenst im alten Schloss
Oder: Ein Verbrecher verrät sich selbst

IV.

Aber plötzlich überfiel alle ein Schrecken, als der verhasste Loisl sich von seinem Lager, auf welchem ihn niemand vermutete, erhob und ein lautes heiseres Lachen anhob, dass es seinen ganzen Leib erschütterte. Er war es nämlich, der während des Ungewitters sich eingeschlichen und bisher unbeachtet geblieben war. Die Frau warf besorgte Blicke um sich, denn sie fürchtete ein Unglück. Caspar stand von Zorn ergriffen und starrte den Frechen wie einen Geist an.

Der Förster sprang auf, griff nach dem Hirschfänger und rief dem Lachenden zu: »Bursche, wer hat dich Weiterlesen →

Dämonische Reisen in alle Welt – Kapitel V, Teil 4

Johann Konrad Friederich
Dämonische Reisen in alle Welt
Nach einem französischen Manuskript bearbeitet, 1847.

Kapitel V, Teil 4

Den kommenden Morgen begünstigte das schönste Wetter dieses einzige Volksfest. Asmodi stand früh vor seines Freundes Bett und unterhielt sich wie gewöhnlich mit demselben, während dieser frühstückte und Toilette machte, über Politik und die neuesten Tagesbegebenheiten. Dieses Mal kamen die Polen auf das Tapet, für die Michel wie die meisten Menschen, deren Herz der krasseste Egoismus und Geldgier noch nicht für alles Edlere gefühllos gemacht hatten, eine große Sympathie zeigte. Der Teufel aber meinte, dass sie ihr Unglück doch nicht so ganz Weiterlesen →