Das Astoria-Abenteuer – Teil 8
Max Felde
Das Astoria-Abenteuer
Nach den zeitgenössischen Aufzeichnungen von Washington Irving erzählt
Illustriert von L. Berwald
Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig. Stuttgart, Berlin, Leipzig. 1912
Dreiste Eigenmächtigkeiten und des Kapitäns Sturrkopf
Die Seekrankheit erfasste Mr. Dougal später als alle anderen. Dafür lag er aber auch umso länger matt und erschöpft in seiner Koje. Mac Kay, der schon lange wieder wohlauf war, fragte ihn eines Morgens allen Ernstes, ob er in diesem Zustand etwa bis zu den Sandwich-Inseln zu reisen gedenke.
Diese andauernde Schwäche hatte jedoch ihr Gutes: Die Hitze, die der Zusammenstoß mit dem Kapitän erzeugt hatte, verflog auf beiden Seiten allmählich. Als Mr. Dougal eines Morgens bei herrlichstem Wetter wieder munter an Deck erschien, kam man nicht mehr auf den Auftritt zu sprechen. Schließlich wünschten sich im Grunde beide Seiten nichts als ein gutes Einvernehmen.
Kapitän Jonathan Thorn war ein durchaus ehrenfester und gewissenhafter Mann, der mitunter recht gutmütig sein konnte. Weiterlesen
Das Astoria-Abenteuer – Teil 7
Max Felde
Das Astoria-Abenteuer
Nach den zeitgenössischen Aufzeichnungen von Washington Irving erzählt
Illustriert von L. Berwald
Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig. Stuttgart, Berlin, Leipzig. 1912
Mac Dougal erfährt eine Demütigung
Während der Nacht hatte sich ein kräftiger Nordostwind erhoben, der den Himmel nach und nach mit dunklem Gewölk überzog. Mr. Dougal und seine Gefährten waren nach dem Auftritt in der Kapitänskajüte wieder in das Hinterschiff gegangen. An Schlafengehen war bei der großen Erregung, in der sie sich befanden, jedoch zunächst nicht zu denken. Dazu traten rasch nacheinander weitere Beunruhigungen und Belästigungen ein, die später noch näher geschildert werden.
Die Bewegungen des Schiffes, das bisher ziemlich steif auf Steuerbord lag, wurden allmählich stärker und schließlich sogar heftig. Gegen Mitternacht erhob sich auf den Treppen und an Deck in immer kürzeren Pausen ein gewaltiges Getrampel. Kommandorufe erschallten und schrilles Pfeifen ertönte. Die Freiwachen, die inzwischen geweckt worden waren und ihre schweren Wasserstiefel anziehen mussten, stampften nach oben. Sie wurden zum Dienst herangezogen – was kein gutes Weiterlesen
Das Astoria-Abenteuer – Teil 6
Max Felde
Das Astoria-Abenteuer
Nach den zeitgenössischen Aufzeichnungen von Washington Irving erzählt
Illustriert von L. Berwald
Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig. Stuttgart, Berlin, Leipzig. 1912
An Bord der TONQUIN – Kriegsschiffsdisziplin und Zerwürfnisse
Es mag nun an der Zeit sein, den geneigten Leser auch mit dem Verlauf der Seeexpedition bekannt zu machen, die Johann Jakob Astor ausrüstete und in den Stillen Ozean entsandte.
Sie hatte in der Tat, wie Mr. Hunt es sich wohl gewünscht hätte, fast ausnahmslos gutes Wetter und eine recht glückliche, reibungslose Fahrt. Unter einem weniger guten Stern standen jedoch die Verhältnisse an Bord des Schiffes.
Die Expedition war zur selben Zeit wie Mr. Hunt aufgebrochen, nämlich Anfang September 1810 in New York.
Während Letzterer zunächst in den Gebieten der Nordischen Pelzhandelskompanie sowie später in Saint Louis bei der Anwerbung von Hilfskräften auf viele unvorhergesehene Schwierigkeiten stieß und nach all dem Zeitverlust gezwungen war, Weiterlesen
Das Astoria-Abenteuer – Teil 5
Max Felde
Das Astoria-Abenteuer
Nach den zeitgenössischen Aufzeichnungen von Washington Irving erzählt
Illustriert von L. Berwald
Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig. Stuttgart, Berlin, Leipzig. 1912
Widerwärtigkeiten – Besorgnisse – Der Beginn einer großen Leidensgeschichte
Mr. Hunt war herzlich froh, als sich die Arikara endlich verabschiedeten. Er trieb dann aus Vorsicht so sehr zur Eile, dass manche der Jäger, die sich nicht zum Besten beritten fühlten, gar sehr brummten; aber man legte so an diesem Tage noch zwanzig Meilen zurück. Der Weg führte über mehrere Nebenflüsse des Missouri und über unermessliche, von Bäumen gänzlich entblößte Prärien. Diese großen Grassteppen hatten inzwischen von ihrem frischgrünen Anblick wieder erheblich eingebüßt, denn man befand sich jetzt so ziemlich im Scheitel des Sommers. Die Reisenden hätten bei diesen oft ganz nackten Ebenen unfehlbar erliegen müssen, wenn nicht den Tag über ein stetig wehender Wind, der von den fernen Gebirgen herüberzog, ihre Stirnen gekühlt und sie so einigermaßen erfrischt hätte.
Gleichwohl wurde Ramsay Crooks schon in den ersten Tagen derart von Unwohlsein befallen, dass er nicht mehr zu Pferde Weiterlesen
Das Astoria-Abenteuer – Teil 4
Max Felde
Das Astoria-Abenteuer
Nach den zeitgenössischen Aufzeichnungen von Washington Irving erzählt
Illustriert von L. Berwald
Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig. Stuttgart, Berlin, Leipzig. 1912
Bei den Zebramenschen – Ein Pferdehandel
War die Fahrt auf dem Missouri für den Naturfreund bisher schon außerordentlich genussreich, so wurden die landschaftlichen Szenerien von jetzt an immer eigenartiger, ursprünglicher und schöner. Es ging immer tiefer hinein in die vom Leben und Treiben der Bleichgesichter noch völlig unberührte Wildnis.
Hatte der Frühling das Grün jungfrisch hervorbrechen lassen, so glichen die Prärien nun herrlichen Teppichen in den wunderbarsten Farben, denn überall, wohin das Auge blickte, blühten die prächtigsten Blumen. Auch die zahlreichen Inseln im Fluss, an denen die Boote gewöhnlich anlegten, waren entweder bewaldet oder boten den Anblick von blühenden Gärten. Häufig rankten sich blühende Wildreben an den Bäumen empor, kletterten bis ins äußerste Geäst und senkten sich dann in langen Fäden weit über die Ufer hinaus auf die Wasserfläche, wobei sie herrliche balsamische Gerüche und Düfte Weiterlesen

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