Die Gespenster – Vierter Teil – 47. Erzählung
Die Gespenster
Kurze Erzählungen aus dem Reich der Wahrheit von Samuel Christoph Wagener
Allen guten Schwärmern, welchen es mit dem Bekämpfen und Ablegen beunruhigender Vorurteile in Absicht des Geisterwesens ernst ist, liebevoll gewidmet von dem Erzähler Friedrich Maurer aus dem Jahr 1798
Vierter Teil
Siebenundvierzigste Erzählung
Die Hand des verstorbenen Generals von W. kommt aus der Gruft hervor und ergreift den Fuß eines Frauenzimmers
Der vor ungefähr sechzehn Jahren verstorbene königlich-preußische Generalleutnant von W. zu H. hatte neben vielen militärischen Tugenden auch große Fehler. Der ärgste von diesen war sein gewissenloser Leichtsinn, mit dem er im Krieg oft Ungerechtigkeiten guthieß, die unter seinen Befehlen und in seinem Namen verübt wurden und ihn in der gesamten Provinz furchtbar machten. Sein Tod verursachte daher durchgehend mehr Freude als Traurigkeit. Der Verlust dieses gefürchteten Mannes war aus eben diesem Grund für die Gegend seines Wohnorts ein derart bemerkenswertes Ereignis, dass alle Begleitumstände unweigerlich großes Aufsehen erregen Weiterlesen
Femegerichte und Hexenprozesse in Deutschland – Teil 8
Oskar Wächter
Femegerichte und Hexenprozesse in Deutschland
Stuttgart, Verlag von W. Spemann, 1882
Zweite Abteilung
Die Hexenprozesse
Dritter Abschnitt
Wasserprobe und Nadelprobe
Lagen solche Anzeigen gegen eine Person vor, konnte gegen sie auf Folter erkannt werden. Häufig unterzog man sie zuvor jedoch noch der Wasserprobe. Dabei wurde die Beschuldigte entkleidet und kreuzweise so gefesselt, dass ihre rechte Hand an die große Zehe des linken Fußes und ihre linke Hand an die große Zehe des rechten Fußes gebunden war. Völlig bewegungsunfähig gemacht, ließ der Henker sie an einem Seil dreimal in einen Fluss oder Teich hinab. Diejenigen, die in dieser Haltung oben schwammen, galten als Hexen. Wenn sie der Folter nicht durch ein freiwilliges Geständnis zuvorkamen, wurden sie sogleich der Tortur unterworfen.
Inspektor Pinson – 03
Inspektor Pinson
Nach den Texten, die 1907 in der illustrierten Volks-Familienzeitschrift MON BONHEUR erschienen sind
Der Sohn des Kaisers entgeht dem Tod
Von Jacques Bellême
Der Zufall wollte es, dass Geheimdienstinspektor Pinson an diesem Tag über die Pont de la Concorde ging.
Es war an einem Donnerstagnachmittag. Während seine Aufmerksamkeit auf die Lastkähne gerichtet war, die von einem Schlepper flussaufwärts gezogen wurden, kamen die Schüler eines Internats an ihm vorbei. Sie wurden von einem Hilfslehrer beaufsichtigt, den diese Aufgabe nicht allzu sehr zu amüsieren schien. Die jungen Männer, alle um die zwanzig Jahre alt, trugen Ledergamaschen an den Beinen und hielten eine Reitgerte in der Hand. Sie kamen gerade von ihrer Reitstunde zurück.
Das wäre weiter nicht bemerkenswert gewesen, hätte nicht das Gespräch zweier junger Männer, die sich auf Deutsch unterhielten, plötzlich die Neugier des Polizisten geweckt, der diese Sprache sehr gut verstand.
Band 1 – Buffalo Bill, der Grenzlandkönig – Kapitel 21
Die Geschichten von Buffalo Bill
Originelle Geschichten von Buffalo Bills Abenteuern
Nummer 1
Buffalo Bill, der Grenzlandkönig
Eine Geschichte von Daring Deeds
Kapitel 21
Buffalo Bills Schuss
In diesem Moment – nachdem der Hahn seines Revolvers ohne zu feuern mit einem leeren Klicken nach vorn geschnellt war – fiel dem Offizier wieder ein, dass er seine Waffen erst an diesem Morgen gründlich gereinigt hatte. Da er die Patronen nicht sofort zur Hand gehabt hatte, hatte er die Revolver ungeladen in den Gürtel gesteckt, in der Absicht, sie später auf dem Ritt zu laden. Hätte er dies nicht vergessen, hätte er den tollen Jäger zweifellos töten können – mutig, entschlossen und treffsicher, wie der Captain Weiterlesen
Das Hitster-Phänomen
Hitster-Phänomen
Weshalb Deutschland derzeit Musikgeschichte neu schreibt
Erinnerst du dich an den Augenblick, in dem du ein bestimmtes Lied hörtest und sofort wusstest, wo du damals warst? Musik dient uns Menschen als unsere emotionalste Form der Zeitreise. Genau dieses einfache, aber brillante Prinzip liegt einem Trend zugrunde, der gegenwärtig in deutschen Wohnzimmern, bei Familienfeiern und geselligen Grillfesten für große Begeisterung sorgt. Ein bekannter Spieleverlag aus Amsterdam hat hier den Nerv der Zeit getroffen, indem er komplizierte Anleitungen und lange Aufbauphasen weglässt und stattdessen gemeinsame Erinnerungen sowie gute Musik in den Mittelpunkt stellt.
Das Grundkonzept wirkt überraschend minimalistisch und ist zugleich klug durchdacht. Es verbindet ein klassisches Kartenspiel mit modernen technischen Geräten, ohne dass dabei eine künstliche Verkomplizierung entsteht. Wer eine Karte zieht, zückt das eigene Handy, scannt den kleinen QCR-Code mit einer kostenfreien Programmdatei ein, und schon ertönt das Original des Liedes über die Lautsprecher im Raum. Die zentrale Aufgabe klingt unkompliziert, hat es aber in sich: Es gilt herauszufinden, in welchem Jahr das Lied veröffentlicht wurde. Danach ordnest du den Titel in deine ganz persönliche musikalische Reihenfolge ein. Wer als Weiterlesen
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