Archiv

Geist-, Wunder-, Hexen- und Zaubergeschichten – Teil 3

Geist-, Wunder-, Hexen- und Zaubergeschichten, vorzüglich neuester Zeit
Erzählt und erklärt von Gottfried Immanuel Wenzel
Prag und Leipzig 1793

Die redenden Büsten

Lieber Freund!

Endlich einmal erhalten Sie ein Briefchen von mir, worauf ich nicht wenig stolz bin; ein Briefchen mit einem Beitrag zu Ihrem Buch. Hören Sie!

Verflossenen Sommer lud mich mein alter lieber Spießgeselle, der wackere Rennsdorf auf sein Landgütchen. Weiterlesen →

Zerrissene Erde

N. K. Jemisin
Zerrissene Erde
Originaltitel: The Fifth Season, Orbit, New York, 2015

Fantasy, Taschenbuch, Knaur, Münschen, August 2018, 494 Seiten, €14,99, ISBN: 9783426521786, Übersetzung: Susanne Gerold, Covergestaltung: Guter Punkt, München, Coverabbildung: Markus Weber, Guter Punkt, unter Verwendung von Motiven von Thinkstock

Inmitten einer sterbenden Welt hat die verzweifelte Essun nur ein Ziel: ihre Tochter aus den Händen eines Mörders zu befreien, den sie nur zu gut kennt.

Seit sich im Herzen des Landes Sansia ein gewaltiger Riss voll brodelnder Lava aufgetan hat, dessen Asche den Weiterlesen →

Dämonopathie der Nonnen in Cambrai. Johanne Pothiere wird ins Gefängnis geworfen.

Dämonopathie der Nonnen in Cambrai. Johanne Pothiere wird ins Gefängnis geworfen.
Aus: Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten. Nach dem Französischen des Calmeil. Bearbeitet von Dr. Rudolf Leubuscher. Halle. 1848

1491 sollten die abgefallenen Geister in Cambrai ein ganzes Nonnenkloster in Besitz genommen haben. Die Nonnen liefen wie Hunde durch die Felder, erhoben sich wie Vögel in die Luft, kletterten wie Katzen an den Bäumen in die Höhe, hingen sich an den Zweigen auf, machten Tierstimmen nach und weissagten. Die verschiedenartigsten Exorzismen waren ohne Erfolg, selbst dass der Pabst in Rom ihre Namen laut während der Messe verlas. Der Teufel gestand selbst, er sei durch eine Nonne, Johanne Pothiere, in das Kloster eingeführt worden und habe seit ihrem neunten Jahr vierhundertvierunddreißigmal den Beischlaf mit ihr vollzogen. Es ist indes nicht angegeben, ob Johanne Pothiere selbst diese Geständnisse abgelegt oder ob eine andere diese Weiterlesen →

Sammlung bergmännischer Sagen Teil 35

Das arme Bergmannsleben ist wunderbar reich an Poesie. Seine Sagen und Lieder, seine Sprache, seine Weistümer reichen in die älteste Zeit zurück. Die Lieder, die wohlbekannten Bergreihen, die Sprachüberreste, die Weistümer sind teilweise gesammelt. Die Sagen erscheinen hier zum ersten Mal von kundiger Hand ausgewählt und im ganzen Zauber der bergmännischen Sprache wiedergegeben. Das vermag nur zu bieten, wer ein warmes Herz für Land und Leute mitbringt, wo diese uralten Schätze zu heben sind; wer Verständnis für unser altdeutsches religiöses Leben hat, wer – es sei gerade herausgesagt – selbst poetisch angehaucht ist. Was vom Herzen kommt, geht wieder zum Herzen, ist eine alte und ewig neue Wahrheit. Hat der Verfasser auch nur aus der Literatur der Bergmannssagen uns bekannte Gebiete Weiterlesen →

Der Spion – Kapitel 14

Balduin Möllhausen
Der Spion
Roman aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, Suttgart 1893

Kapitel 14

Die Tage im Schneckenhaus

Seit mehreren Tagen teilte Margaretha ihre Wohnung mit Oliva. Während dieser Zeit hatte Letztere dieselbe nur in den Abendstunden verlassen, um sich an Margarethas Seite im Garten zu ergehen. Wenn aber tiefer, undurchdringlicher Ernst sie umhüllte, zuweilen sogar in einem Grad, dass sie der neu gewonnenen lieblichen Freundin heimliche Scheu einflößte, so gab es auch wieder Stunden, in welchen sanfte Schwermut sie beherrschte. Weiterlesen →