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Die Gespenster – Zweiter Teil – Neunundfünfzigste Erzählung

Die Gespenster
Kurze Erzählungen aus dem Reich der Wahrheit von Samuel Christoph Wagener
Allen guten Schwärmern, welchen es mit dem Bekämpfen und Ablegen beunruhigender Vorurteile in Absicht des Geisterwesens ernst ist, liebevoll gewidmet von dem Erzähler Friedrich Maurer aus dem Jahr 1798
Zweiter Teil

Neunundfünfzigste Erzählung

Das kleine, süße Gespenst, welches die Diebe verriet

In einem sächsischen Landstädtchen wurde der Prediger des Nachts zu einer todkranken Wöchnerin gerufen. Diese starb während seiner Anwesenheit bei ihr. Schmerzliche Trauer und grauenvolle Todesgedanken erfüllten Weiterlesen →

Der Alte vom Berge – Kapitel 12

C. F. Fröhlich
Der Alte vom Berge
Oder: Taten und Schicksale des tapferen Templers Hogo von Maltitz und seiner geliebten Mirza
Ein Gemälde aus den Zeiten der Kreuzzüge
Nordhausen, bei Ernst Friedrich Fürst, 1828

XII.

Der Kapitelsaal war mit Wachen umstellt, die Läden an den Fenstern geschlossen und sämtliche anwesende Templer versammelt. Alle Kerzen brannten und neugierig sahen die Anwesenden zum Komtur von Wallis.

»Mit hohem Unwillen,« begann er seine Rede, »habe ich die Widerspenstigkeit vieler Templer bei der Schlacht Weiterlesen →

Allerhand Geister – Peter und Paul -Teil 1

Allerhand Geister
Geschichten von Edmund Hoefer
Stuttgart. Verlag der I. G. Cotta’schen Buchhandlung. 1876

Peter und Paul
Eine Erinnerung

Teil 1

Um die »gute alte Zeit« ist es ein eigen Ding. Jedermann redet von ihr, rühmt sie oder spottet über sie und sehnt sich heimlich dennoch nach ihr. Und stets klingt es aus dem allem heraus, als sei sie, Gott weiß wann, gewesen und nun vorüber für immer, und wir Jungen müssen uns mit dem begnügen, was die Alten von ihr erzählen.
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Deutsche Märchen und Sagen 42

Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

42. Muttertränen

Des Thomas Cantipratensis Großmutter hatte einen Sohn, den Erstling ihrer Ehe, der war schön und liebenswürdig in jeder Hinsicht, aber er lebte nicht lange. Nach ihm gebar sie einen anderen, der wohl im Waffenwerk sich auszeichnete, aber daneben ein eitler Vogel und ein großer Verschwender war. Die arme Mutter konnte ihn nicht sehen, ohne an ihren guten Erstgeborenen zu denken und dabei vergoss sie jedes Mal reiche Tränen. Einmal nun hatte sie ihn auch wieder beweint, als ihr die folgende Erscheinung wurde. Sie sah eine Straße, Weiterlesen →

Aus dem Wigwam – Der Totenvogel

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Der Totenvogel

uf dem linken Ufer des Mississippi, zwei Meilen unterhalb Little Crow’s Village, liegt die sogenannte rote Felsenprärie, die von den Indianern göttlich verehrt und häufig mit Tabak, Waffen, Esswaren usw. versorgt wird. Dicht bei jenem Dorf liegen zwei kleine Inseln, von denen eine die Jungferninsel getauft ist, weil die Rothäute dort früher jährlich ihr Jungfernfest abgehalten haben sollen. Wenn sich Japanerinnen gegen die Keuschheit vergehen, so bestrafen sie sich auch selbst dafür und geben sich zuweilen den Tod, indem sie sich von einem hohen Felsen hinunterstürzen oder an einem ganz dünnen Baum aufhängen. Einen dünnen Baum wählen sie nämlich deshalb, weil sie glauben, sie müssten denselben bei der Seelenreise ins Jenseits beständig nachschleppen. Von dieser Insel erzählt man sich folgende Geschichte:
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