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Im Original Johann Wilhelm Wolf

Deutsche Märchen und Sagen 36

Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

36. Ich liege im Säckelchen.

Es war einmal ein Mädchen, das hatte ein kleines Kreuzbildchen, welches es oft küsste. Einmal tat es dasselbe in ein Säckelchen und legte es in das Stroh seines Bettchens. Morgens hatte es aber vergessen, wo es mit dem Kreuzchen geblieben war. Es suchte und suchte und konnte es nicht finden. Da ging es in die Kirche an den Altar, worauf ein großes Kreuz stand, und bat das, es möchte ihm doch sein kleines Kreuzchen wiedergeben. Dabei weinte es, dass es ein steinernes Herz hätte erbarmen mögen.

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Deutsche Märchen und Sagen 35

Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

35. Die Schlange am Hals

Es war einmal eine Mutter, die hatte ihrem Sohn all ihre Güter übergeben, dachte, er wäre fromm und brav und würde wohl mit ihr handeln. Ja, man soll sich aber nicht eher austun, bis man schlafen geht. Als der Sohn alles hatte, nahm er sich eine Frau und da konnte die arme Mutter laufen. Einmal saß er mit seiner Frau am Tisch und hatte ein gebratenes Hühnchen vor sich stehen, da klopfte die Mutter an der Tür.

Da rief er schnell seinen Knecht und sprach: »Setz das Huhn in die Kiste da, bis die Alte weg ist.«
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Deutsche Märchen und Sagen 34

Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

34. Die Kröte

Ein Bauer ging einmal zu Felde, um trockenen Burzeldorn von den Äckern zu holen. Indem er aber so arbeitete, traf er mit seiner Gabel eine große Kröte, die unter dem Burzeldorn lag. Die setzte sich alsbald auf ihre Hinterbeine und spie ihn an, als wollte sie sich mit ihm messen. Er aber nicht faul, nahm ein groß Stück Holz, schlug den Wurm, dass er tot hinfiel und ging dann ruhig nach Hause. Unterwegs schaute er einmal um und, richtig, da war dieselbe Kröte wieder hinter ihm. Da schlug er sie noch einmal tot, verbrannte sie noch dazu und dachte: Nun Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 33

Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

33. Von den vier diebischen Studenten

Es waren einmal vier Studenten, die taten sich zusammen und gingen auf Reisen. Nachdem sie schon manch ehrlichen Mann einen Possen gespielt hatten, begegneten sie eines Tages einem Bauer, der brachte einen Esel zu Markte und zog ihn an einem langen Leitseil hinter sich her. Da beratschlagten sie untereinander, wie sie dem Bauern den Esel entwenden sollten. Endlich fanden sie es. Einer von ihnen zog sich nämlich splitterfasernackt aus, ging still zu dem Esel, schnitt das Leitseil durch und drehte sich das um den Hals, während die anderen mit dem Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 32

Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

32. Hühnchen mit einem Bein

Jesus ging einmal mit Sankt Peter auf Reisen und kam in die Nähe einer großen Stadt. Er wollte aber nicht hinein, auch nicht hindurchgehen, sandte darum Sankt Peter mit vier Stübern dahin, um etwas Essen zu kaufen. Peter schritt lustig auf den Markt los, fand aber wenig mehr, weil es schon Mittag war, und musste endlich mit einem gebratenen Hühnchen vorlieb nehmen. Das kaufte er und machte sich auf den Rückweg zu der Stelle, wo Jesus seiner wartete. Unterwegs aber roch ihm das Hühnchen so gut, dass er es ein paarmal unter die Nase hielt, am Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 31

Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

31. Vom Schellfisch

Es ist jedermann bekannt, dass Sankt Peter ein gewaltiger Meister im Fischen war. Eines Tages nun hatte er lang gefischt und nichts gefangen bis zum letzten Zug, da hatte er das Netz ganz hagelvoll. Er warf die Fische heraus, den einen vor, den anderen nach und schmiss sie in seinen Eimer. Einen und zwar den Letzten konnte er aber lange nicht bekommen, denn der sprang so schnell hin und wieder, dass es fast unmöglich war, ihn zu erwischen. Endlich aber gelang es Sankt Peter doch, ihn oben am Rückgrat mit Daumen und Zeigefinger zu packen.

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